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1. FC Union Berlin: Jan Glinker, Christof Menz, Christian Stuff, Ahmed Madouni, Patrick Kohlmann, Dominic Peitz, Paul Thomik, Torsten Mattuschka, Chinedu Ede, John Mosquera, Karim Benyamina; Trainer: Uwe Neuhaus
Eingewechselt: 53. Daniel Göhlert für Ahmed Madouni, 86. Björn Brunnemann für Chinedu Ede
Kader: Marcel Höttecke, Jerome Polenz, Marc Younga-Mouhani, Halil Savran, Steven Skrzybski
FC Erzgebirge Aue: Martin Männel - René Klingbeil, Adli Lachheb, Thomas Paulus, Kevin Schlitte - Fabian Müller, Marc Hensel, Enrico Kern, Oliver Schröder, Jan Hochscheidt - Sebastian Glasner; Trainer: Rico Schmitt
Eingewechselt: 46. Pierre Le Beau für Fabian Müller, 72. Tobias Kempe für Sebastian Glasner, 90. Tomasz Kos für Enrico Kern
Kader: Stephan Flauder, Thomas Birk, Jörn Wemmer, Manuel Hiemer
Tore: 0:1 Marc Hensel (Rechtsschuß, 2. / Jan Hochscheidt); 1:1 John Mosquera (Rechtsschuß, 9. / Chinedu Ede)
Schiedsrichter: Markus Schmidt (Stuttgart)
Zuschauer: 16927
Gelbe Karte: Paul Thomik, Dominic Peitz, Christof Menz, John Mosquera / Pierre Le Beau (3.), Fabian Müller (2.)
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Vorbericht - Rückrundenspiel - Fotos vom Spiel
Spielbericht: Als Marc Hensel das Leder aus einem verdammt spitzen Winkel vorbei an Unions Keeper Glinker, der zuvor den Flachschuss von Jan Hochscheidt zur linken Seite hat abtropfen lassen, in die Maschen zelebrierte, waren nicht nur 73 Sekunden seit dem Anpfiff vergangen, sondern stand der FC Erzgebirge vorübergehend auf Platz eins der Zweitligatabelle. Was für ein Auftakt der Auer in der mit 16.927 Zuschauern fast ausverkauften Alten Försterei, ganz nach dem Geschmack der gut 1.300 mitgereisten Schlachtenbummler und das alles an einem Freitagabend.
Leider ließ die Antwort der Berliner nicht lange auf sich warten. Sieben Minuten nach Hensels dritten Saisontreffer setzte sich Mosquera, nach einem durchaus sehenswerten Ede-Zuspiel in die Nahtselle der Auer Abwehr, mit einer Drehung gegen Thomas Paulus durch und spitzelte die Kugel zum Ausgleich ins lange Eck. Der kolumbianische Stürmer hatte zuvor in 1.680 Spielminuten kein Tor mehr erzielt. Folglich ließ er seiner überschwänglichen Freude mit dem Ausziehen des Trikots seinen Lauf und sah damit den ersten gelben Karton des Spiels, welches nun mit hohem Tempo von beiden Mannschaften geführt wurde. Die Hausherren besaßen nichtsdestotrotz die besseren Möglichkeiten: Ein langer Ball in den Gäste-Strafraum konnte von Adli Lachheb gegen Stuff nicht behauptet werden, dieser gelang in die Mitte zu Mosquera, der auf Benyamina gleich weiter ablegte - zumindest hatte er es vorgehabt, denn Martin Männel erkannte die Situation und entschärfte das Ganze mit vollem Einsatz noch vor dem einschussbereiten Benyamina. Hierbei waren bereits 30 Minuten in einem mehr als kurzweiligen Spiel absolviert. Die Wuhlheide bebte nahezu ohne Unterbrechung, wäre wohl drei Minuten später aber fast atemlos geworden, als eine durch den ansonsten blass geblieben Fabian Müller von der rechten Seite geschossene Bananenflanke von Marc Hensel zehn Meter vor dem Tor per Kopf nicht richtig erwischt wurde und Berlins Keeper Glinker ziellos im Fünfmeteraum umherirrte. Beim anschließenden Kopfballlupfer von Sebastian Glasner war der Schlussmann, der vor dem Spiel noch als bester Zweiligakeeper angepriesen wurde, aber auf der Höhe des Geschehens und brachte die Fingerspitzen noch an die Pille.
Nach erneutem Kräftesammeln wurde es zum Ende des ersten Durchgangs noch einmal hektisch im Auer Strafraum. Berlins Kapitän Mattuschka schlenzte die Kugel einfach mal Richtung Tor, Thomas Paulus schlug ein Luftloch und der Ball landete haarscharf am Außenpfosten (42.). Die bröckelnde Sattelfestigkeit der Veilchenabwehr war auch beim plötzlich blank stehenden Mosquera nicht zu übersehen. Der Union-Angreifer kam zwar mit extrem viel Tempoüberschuss, aber zum Glück nicht am cool gebliebenen Martin Männel vorbei. Der 22-jährige Torhüter rettete so seinem Team den einen Punkt in die Pause. Davon wollte er jedenfalls nichts wissen: "Ich habe ja nicht das Tor geschossen", meinte der gebürtige Hennigsdorfer, dessen ganze Familie im Stadion war: "Heute konnte ich mich mal auszeichnen. Das war in den letzten Spielen nicht so. Das gleicht sich alles aus."
Ausgeglichen war auch die zweite Halbzeit, in der FCE-Trainer Rico Schmitt Pierre Le Beau für Fabian Müller auf den rechten Außenverteidigerposten, und René Klingbeil nach links, schob. Kevin Schlitte rückte auf die Position des Ausgewechselten, nämlich in das rechte Mittelfeld. Die ersten Minuten nach dem Pausentee gehörten zwar erneut den Köpenickern, doch sollte bekanntlich mit Martin Männel im Tor nichts mehr anbrennen. So verpuffte auch Mosqueras Flachschuss aus 18 Metern, der für den sechsmaligen U-20-Auswahlspieler ein Leichtes war (47.).
Für die eigenen spielerischen Akzente fehlte augenscheinlich ein Spielgestalter mit dem gewissen Überraschungsmoment im Gepäck. Enrico Kern, erstmals für den verletzten Skerdilaid Curri im offensiven Mittelfeld aufgeboten, konnte man diesbezüglich keinen Vorwurf machen, auch weil seine Kameraden mit zahlreichen Ballverlusten einen geordneten Spielaufbau nur mäßig zuließen. Erst nach gut einer Stunde standen die Lila-Weißen nach einem Freistoß im Strafraum der Unioner. Jan Hochscheidt konnte dem Ball aber nicht den nötigen Druck geben, sodass Glinker wenig Mühe hatte, das Ding sicher runterzupflücken. Ein Querablegen auf den besser postierten Sebastian Glasner wäre sicherlich eine Alternative gewesen.
Im Anschluss verflachte die Partie von Minute zu Minute, dennoch hätten die etwas spritzigeren Hausherren als Sieger vom Platz gehen können. Die beste Chance zum Siegtor bekam in der vorletzten Minute erneut Mosquera zugeschrieben, der aber, wie auch Mattuschka (68.), Thomik (70.) und Benyamina (74.) zuvor, heuer seinen Meister in Männel fand. Somit blieb es im 55. Aufeinandertreffen beider Mannschaften beim 1:1-Unentschieden. Die Gastgeber besaßen in einem abwechslungsreichen Spiel zwar ein leichtes Übergewicht und auch die Mehrzahl der Torchancen, doch erlaubte die leicht wacklige Abwehr der Veilchen, die in den acht Spielen zuvor nur sechs Tore zuließ, keinen weiteren Gegentreffer.
Mit dem Remis bleibt der FC Erzgebirge seit nunmehr fünf Spielen ohne Niederlage und beißt sich in der Spitzengruppe der 2. Bundesliga fest. 17 Punkte aus acht Partien sind schon große Klasse, meinte auch Kapitän René Klingbeil: "Besser geht es nicht, aber wir haben heute viel Glück gehabt, hier einen Punkt mitzunehmen." Auch Rico Schmitt ist stolz auf das Erreichte: "Ich kann vor meiner Mannschaft nur den Hut ziehen. Mit welcher Leidenschaft sie Woche für Woche die Herausforderung der 2. Liga annimmt, ist einfach toll. Union war mit Abstand die stärkste Mannschaft, gegen die wir auswärts bislang zu bestehen hatten."
Für diese Glückwünsche kann sich Union-Trainer Uwe Neuhaus, der nach dem 8. Spieltag weiterhin auf den zweiten Saisonsieg wartet und im Tabellenkeller steht, nichts kaufen: "Wir haben heute zwei Punkte verloren. Das wäre nicht so schlimm, wenn wir auswärts auch punkten würden. Jetzt haben wir in den kommenden beiden Spielen die Möglichkeit, aus den fremden Stadien etwas Zählbares mitzubringen." Der bisher letzte Auswärtssieg der Unioner datiert vom 25. Oktober 2009 - 4:1 bei Alemannia Aachen vor fast einem Jahr. Für Aue geht es nunmehr im Montagsspiel zu Hause gegen Rot-Weiß Oberhausen um weitere Punkte für das Ziel Klassenerhalt. (arn)
| weitere Spielberichte |
Heimmannschaft |
Spieldaten |
Gastmannschaft |
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5 |
Ecken |
4 |
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19 |
Freistöße |
14 |
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66.5% |
Ballbesitz |
33.5% |
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20 |
Torschüsse |
12 |
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108 |
Zweikämpfe |
108 |
| |
47% |
- davon gewonnen |
53% |
| |
22 |
lange Bälle |
14 |
| |
19 |
- davon nicht angekommen |
12 |
| |
4 |
Gelbe Karten |
2 |
| |
0 |
Gelb-Rote Karten |
0 |
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0 |
Rote Karten |
0 |
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