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2. Bundesliga 2010/11

Spielbericht

9. Spieltag - Montag, 25.10.2010 - 20:15

FC Erzgebirge Aue - RW Oberhausen 2:0 (0:0)

FC Erzgebirge Aue: Martin Männel - Pierre Le Beau, Adli Lachheb, Thomas Paulus, René Klingbeil - Kevin Schlitte, Tobias Kempe, Marc Hensel, Jan Hochscheidt, Fabian Müller - Enrico Kern; Trainer: Rico Schmitt

Eingewechselt: 80. Skerdilaid Curri für Tobias Kempe, 83. Tomasz Kos für Jan Hochscheidt, 88. Jörn Wemmer für Enrico Kern

Kader: Stephan Flauder, Thomas Birk, Sebastian Glasner, Alban Ramaj

RW Oberhausen: Sören Pirson, Oliver Petersch, Benjamin Reichert, Marinko Miletic, Fabian Hergesell, Marcel Landers, Mario Klinger, Markus Kaya, Heinrich Schmidtgal, Emmanuel Krontiris, Patrick Schönfeld; Trainer: Hans-Günter Bruns

Eingewechselt: 62. Felix Luz für Patrick Schönfeld, 78. Ronny König für Markus Kaya

Kader: Stephan Loboué, Kevin Corvers, Daniel Embers, Musa Celik, Mike Terranova

Tore: 1:0 Thomas Paulus (Rechtsschuß, 59.); 2:0 Enrico Kern (Rechtsschuß, 69. / Jan Hochscheidt)

Schiedsrichter: Dr. Jochen Drees (Münster-Sarmsheim)

Zuschauer: 7200

Gelbe Karte: - / Heinrich Schmidtgal

 
 
     
   
     
     
     
     
     
     
     
 

Vorbericht - Rückrundenspiel - Fotos vom Spiel

Spielbericht: Die Erfolgsserie von Erzgebirge Aue in der 2. Bundesliga hält an. Im Montagsspiel gegen Rot-Weiß Oberhausen schickte die Elf von Trainer Rico Schmitt mit mannschaftlicher Geschlossenheit und voller Einsatzbereitschaft die Ruhrpottler mit 2:0 nach Hause.

Es war im vierten Heimspiel der Saison der vierte Sieg, welcher am Ende sogar noch höher hätte ausfallen können. Doch genau das wollte Rico Schmitt mit einem Augenzwinkern nicht unbedingt: "Ich bin froh, dass wir nicht höher gewonnen haben, weil jetzt alle schön auf dem Teppich bleiben. Euphorie ist nicht angebracht. Wir stehen 14 Punkte vor einem Abstiegsplatz. Das muss in die Köpfe rein!"
Thomas Paulus brachte zunächst seine Farben vor 7.200 Zuschauern in der 59. Minute per Foulelfmeter, Petersch hatte zuvor den enteilten Fabian Müller im Strafraum zu Fall gebracht, in Führung. Enrico Kern erhöhte zehn Minuten später mit dem ersten etatmäßigen Stürmertor auf 2:0 und fand somit nach fast einem Jahr seinen Torriecher wieder: "Es ist schön, endlich mal wieder zu treffen. Aber wichtiger ist natürlich der Sieg und ich freue mich, dass ich der Mannschaft helfen konnte." In der Tabelle belegt Aue mit nun 20 Punkten hinter Hertha BSC Berlin (23) und dem MSV Duisburg (21) den dritten Rang und zeigte abermals, dass die Festung Erzgebirgsstadion nicht ohne weiteres zu bezwingen ist. Seit gut 14 Monaten versuchen die Gegner vergebens hier Punkte mitzunehmen. Nur Wehen Wiesbaden und Dortmund II zwangen mit einem entsprechenden 2:2 das Bergvolk noch in Drittligazeiten zu einer Punkteteilung. "Alle, die kommen, wissen, dass wir 110 Prozent dagegen halten", so die einfach Maxime von Marc Hensel. Bedingungslos gehts in jeden Zweikampf, da ist viel Herz, Willen und Leidenschaft im Spiel. "Alle hauen sich zu 100 Prozent rein, es gibt keine Quertreiber", bekundet auch Neuzugang Kevin Schlitte. Zu so einer "Malocherschicht", wie es auf der Homepage von Oberhausen offeriert wird, sollte es im fünften Aufeinandertreffen kommen. Doch nur die Veilchen haben ihr Tagwerk mehr als vollbracht. Damit stehen drei Siege und zwei Remis in der Bilanz gegeneinander. "Das war ein sehr, sehr gutes Zweitliga-Spiel. In der zweiten Hälfte haben wir einen Gang zugelegt und deshalb unter dem Strich auch verdient gewonnen", sagte Rico Schmitt.
Die Veilchen mussten kurzfristig auf Abräumer und "Sky-Moderator" Oliver Schröder, der sich im Abschlusstraining eine Dehnung des Kreuzbandes zugezogen hatte und voraussichtlich für eine Woche ausfällt, ersetzen. Dafür spielte Jan Hochscheidt neben Marc Hensel vor der Abwehr. Diese Flexibilität in den Positionen ist auch ein Garant für die bisher starken Auftritte. Aue übte von Beginn an Druck auf die mit Verletzungssorgen geplagten Gäste aus. Den Auftakt machte hierbei Tobias Kempe, der zum dritten Mal in dieser Saison in der Anfangsformation stand und den mit minimalen Trainingsrückstand vorerst auf der Bank Platz genommenen Skerdilaid Curri ersetzte, in der 6. Minute, als er sich ein Herz fasste und aus halblinker Position abzog. Sein Schuss ging knapp über das Eckige. Die nächste gute Tormöglichkeit verpasste Marc Hensel im Fünfmeterraum nach einer Kempe-Hereingabe aus dem linken Halbfeld. Doch der hinter ihm stehende Pierre Le Beau (12.) kam an das Leder, scheiterte danach aus spitzem Winkel am gut aufgelegten RWO-Keeper Pirson. Auch drei Minuten später war der Schlussmann bei einem ordentlichen 20-Meter-Pfund von Fabian Müller, der sich auf der linken Seite sichtlich wohler fühlt, auf dem Posten. Als in der 22. Minute der pfeilschnelle Kevin Schlitte sich über rechts durchsetzte und seine maßgenaue Flanke Tobias Kempe am Elfmeterpunkt vorzüglich erreichte, hatten die bei 3 Grad Celius abgehärteten Anhänger bereits den Torschrei auf den Lippen. Allerdings war sein Kopfball nicht allzu platziert, sodass Pirson auch diese Möglichkeit vereitelte.
Danach verschaffte sich Oberhausen etwas Entlastung und startete blitzartige Angriffe, denen oftmals nur die letzte Präzision im Abschluss fehlte. So war Landers schneller als seine Gegenspieler René Klingbeil, trat dann rechts im Strafraum kurz auf den Ball und legte zurück auf Krontiris, der aber mit einem Schüsschen Aues Schlussmann Martin Männel wenig in Verlegenheit brachte. Bei Schönfelds Aufsetzer (28.), den Martin Männel nur zur Seite abtropfen lassen konnte, und auch im Laufduell gegen Adli Lachheb, wo der RWOler einen Elfmeter forderte, hielt man erstmals den Atem an. Mittenrein in die Druckphase der Gäste vergab Marc Hensel auf der Gegenseite in aussichtsreicher Position. Nach einem schnellen Vorstoß über die rechte Seite passte Tobias Kempe auf den im Rückraum postierten "Sechser", dessen Schuss zwar mit ordentlich Schmackes auf Reisen geschickt wurde, doch das Ziel weit über dem Tor sein Ende fand. Damit ging die von beiden Seiten offen gestaltete erste Hälfte zu Ende.
Nach der Pause sahen die Zuschauer weiterhin ein rassiges Zweitligaduell mit erneuten Chancenplus für die in lila spielenden Duracellhasen: Fabian Müller war auf der linken Seite unterwegs, ging mit viel Tempo durch den Sechzehner bis zur Grundlinie entlang zum Tor, fand aber nicht die entscheidende Lücke, sodass Pirson den Ball zur Ecke abwehren konnte (54.). Sechs Minuten später war Fabian Müller, von Jan Hochscheidt geschickt, erneut auf und davon. Sein Gegenspieler Petersch konnte den Ex-Lauterer nur noch von hinten auf unfaire Art im Strafraum niederdrücken. Schiedsrichter Dr. Jochen Drees, der mit einer überaus lobenswerten Übersicht das Spiel leitete, zeigte auch hier den nötigen Durchblick und entschied völlig zu Recht auf Foulelfmeter. Es war bereits der dritte Strafstoß für Aue in dieser Saison, allesamt wie auch dieser verwandelt von Innenverteidiger Thomas Paulus, der mit nun vier Saisontoren den Titel des besten Knipser beim FCE inne hat.
Dass für Aue aber auch die Angreifer treffen können, zeigte acht Minuten später Enrico Kern. Der Ex-Rostocker bekam das Leder halblinks am Strafraum von Jan Hochscheidt genau in den Lauf gespielt, umkurvte kurzerhand Miletic und ließ dann Keeper Pirson keine Abwehrmöglichkeit. Für den FC Erzgebirge war es das 241. Zweitligator und es hätten wie oben bereits erwähnt im weiteren Spielverlauf durchaus noch paar dazukommen können. Der sichtlich befreite Enrico Kern fand aus zwölf Metern an Pirson aber dieses Mal kein Vorbeikommen (71.). In der 82. Minute folgte der wohl beste Auer Angriff im gesamten Spiel, leider ohne krönenden Abschluss. Eine direkt gespielte Ballstafette über den eingewechselten Skerdilaid Curri, Enrico Kern und Jan Hochscheidt wurde vom Letztgenannten aus 14 Metern völlig freistehend über das Lattenkreuz gesemmelt.
Oberhausen hielt nun kaum noch dagegen, kam im Schlussakkord dennoch zu einer guten Möglichkeit. Der eingewechselte König setzte sich gegen Thomas Paulus durch, fand aber seinen Meister in Martin Männel, der zum sechsten Mal in dieser Saison seinen Kasten sauber hielt. Genauso oft ist Aue unbezwungen, saisonübergreifend sogar seit 20 Heimspielen in Serie ungeschlagen. Mit einem Sieg im Top-Duell am Freitag gegen Greuther Fürth hätte man genau so viele Punkte wie Tabellenführer Hertha BSC Berlin. (arn)
weitere Spielberichte Heimmannschaft Spieldaten Gastmannschaft
  11 Ecken 0
  13 Freistöße 16
  45.3% Ballbesitz 54.7%
  20 Torschüsse 10
  123 Zweikämpfe 126
  47% - davon gewonnen 53%
  32 lange Bälle 8
  26 - davon nicht angekommen 6
  0 Gelbe Karten 1
  0 Gelb-Rote Karten 0
  0 Rote Karten 0