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2. Bundesliga 2010/11

Spielbericht

11. Spieltag - Freitag, 05.11.2010 - 18:00

FC Erzgebirge Aue - Fortuna Düsseldorf 1:0 (0:0)

FC Erzgebirge Aue: Martin Männel - Pierre Le Beau, Adli Lachheb, Thomas Paulus, René Klingbeil - Kevin Schlitte, Marc Hensel, Tobias Kempe, Jan Hochscheidt, Skerdilaid Curri - Enrico Kern; Trainer: Rico Schmitt

Eingewechselt: 75. Alban Ramaj für Skerdilaid Curri, 75. Sebastian Glasner für Enrico Kern, 90. Thomas Birk für Tobias Kempe

Kader: Stephan Flauder, Jörn Wemmer, Patrick Milchraum, Robert Strauß

Fortuna Düsseldorf: Michael Melka, Kai Schwertfeger, Assani Lukimya, Jens Langeneke, Johannes van den Bergh, Andreas Lambertz, Oliver Fink, Patrick Zoundi, Maximilian Beister, Ranisav Jovanovic, Sascha Rösler; Trainer: Norbert Meier

Eingewechselt: 64. Marcel Gaus für Ranisav Jovanovic, 73. Claus Costa für Sascha Rösler, 87. Sandor Torghelle für Jens Langeneke

Kader: Michael Ratajczak, Tiago, Christian Weber

Tore: 1:0 Marc Hensel (Kopfball, 84. / Tobias Kempe)

Schiedsrichter: Tobias Welz (Wiesbaden)

Zuschauer: 11600

Gelbe Karte: - / Jens Langeneke, Andreas Lambertz

 
 
     
   
     
     
     
     
     
     
     
 

Vorbericht - Rückrundenspiel - Fotos vom Spiel

Spielbericht: Das gallische Dorf aus dem Erzgebirge schwimmt weiter auf der Erfolgswelle, wenn auch mit einigen tückigen Stromschnellen. Doch trotz der schwächsten Saisonleistung reichte eine Standartsituation zum Sieg. So landete der Kopfball von Marc Hensel in der 84. Minute im Netz der 95er. Es war sein fünftes Saisontor, der zugleich den fünften Heimsieg im fünften Heimspiel für den Tabellenzweiten besiegelte. In der 2. Bundesliga fielen bislang rund 40 Prozent aller Tore nach Standards. Aue hält den Ligabestwert mit 67 Prozent, das bedeuted, schon zehn der 15 Treffer fielen nach einem ruhenden Ball.
Ruhig ging es jedoch auch im spielerischen Aspekt zur Sache - zumindest auf Auer Seite. Mit einer unfassbaren Fehlpassquote wurde der Gegner mehr als nur zum Toreschießen eingeladen. Doch bei der Fortuna, die erst fünf von ihren sieben Saisontoren selbst erzielte, fehlte im Abschluss das entscheidende Etwas. Gleich zweimal traf die Elf von Norbert Meier nur Aluminium. So läuft es halt, wenn die eine Mannschaft einen Lauf hat und die andere Mannschaft unten drin steht. "Es gibt Tage, an denen geht einfach nicht soviel, aber solche Spiele muss man auch erst einmal gewinnen", resümierte Innenverteidiger Thomas Paulus, der neben Adli Lachheb so gut es geht versuchte, die spielstarken und kombinationssicheren Gäste vor dem Auer Tor in Schach zu halten. Doch durch die Missverständnisse im Spielaufbau und das planloses Verteilen der Bälle waren sie mehr gefordert denn je. Vor allem über die Außenpositionen fehlte der nötige Druck.
Düsseldorf machte geschickt die Räume eng und attackierte den ballführenden Spieler oft mit zwei Mann. Nur einem gefährlichen Angriff der Mannschaft von Rico Schmitt, der nebenbei Routinier und Spielgestalter Skerdilaid Curri für Fabian Müller aufbot, standen etliche gelungene Kombinationen der Düsseldorfer gegenüber. Fortuna dominierte 45 Minuten lang nach Belieben und kontrollierte die Partie fast schon wie eine Heimmannschaft. Die klarsten Chancen der Gäste rahmten diese überlegen geführte Spielphase ein, die jedoch nichts Zählbares brachte: Nach elf Minuten war Düsseldorf nach schnellem Umschalten schlagartig in der Offensive in Überzahl, konnte aber von Skerdilaid Curri mit einem beherzten Spurt erfolgreich gestört werden, eine halbe Stunde später fand 95er-Kapitän Lambertz, der mit einem schnell ausgeführten Einwurf und der dazugehörigen Schlafeinlage von Thomas Paulus mutterseelenallein vor Martin Männel auftauchte, schlussendlich auch seinen Meister in ihm.
Im direkten Gegenzug folgte dann die erste nennenswerte Tormöglichkeit im Spiel der Veilchen. Tobias Kempe bekam den Ball auf Höhe der Trainerbank zugespielt, drang zur Spielfeldmitte und zog aus gut 20 Metern einfach mal ab. Nur wenige Zentimeter fehlten zum Glück, was sich wohl desgleichen der Düsseldorfer Beister im Anschluss dachte. Denn seine Direktabnahme wäre nach einer Ecke meilenweit vorbeigegangen. Kevin Schlitte hielt aber unnötigerweise den Kopf ran und lenkte den Ball an die eigene Latte. Mit einem tiefen Durchatmen der 11.600 Zuschauer und einem aus Auer Sicht schmeichelhaften 0:0 ging es dann in die Pause.
Aber die Partie wurde, obwohl der FC Erzgebirge mehr in der gegnerischen Hälfte war, nicht besser. Düsseldorf gab zwar die Spielgestaltung auf, zog sich zurück und lauerte auf Konter, doch konnte Aue die Blockade nicht wirklich lösen, ließ die nötige Präzision bei Flanken und Pässen darüber hinaus vermissen. Warum aber die Gäste sich nun einigelten, bleibt wohl ihr Geheimnis. Eine Punkteteilung wäre für sie gerade nach der ersten Halbzeit viel zu wenig, aber wahrscheinlich war ihnen auch bewusst geworden, dass in dieser Saison ein eigener Treffer in Halbzeit zwei für sie noch nicht zu Buche stand. Aue konnte mit diesen "Freiheiten" erstmal nichts anfangen.
Das Spiel fand weiterhin nun auf einem sehr niedrigen Niveau statt. Natürlich wollte jeder schönen Fußball sehen, aber die Trainer hatten ihre jeweiligen Mannen gut eingestellt und es boten sich keinerlei Räume. Beide Abwehrreihen gaben sich kaum Blöße, standen relativ sattelfest. Einzig Zoundi war stets ein Unruheherd, den die Auer Hintermannschaft nur schwer in den Griff bekam. So konnte er auch nicht im Laufe eines 50-Meter-Sprints gebremst werden. Der Burkiner ging vom Zentrum mit Tempo nach halbrechts und zog aus 17 Metern ab (66.). Martin Männel war allerdings auf Höhe des Geschehens. Acht Minuten später schien dies zunächst nicht so: Ein von Zoundi getretener Freistoß aus dem linken Halbfeld landete beim gerade eingewechselten Costa am langen Pfosten, der den Ball aber auch gegen besagtes Objekt hämmerte. Die zurückspringende Kugel köpfte Lukimya auf den nun im abseitsbefindlichen Costa.
Mit viel Glück überstand Aue diesen Wachrüttler und erhöhte mit den Einwechselungen von Alban Ramaj und Sebastian Glasner für Skerdiladi Curri und Enrico Kern, beide absolvierten ihr 150. Zweitligaspiel, kurzerhand die Schlagzahl. Nach fünf erfolglosen Versuchen über Eckbälle dem gewünschten Ziel näher zu kommen, sollte es der Sechste richten. Tobias Kempe zirkelte von links den Ball in den Fünfmeterraum, wo sich Marc Hensel von Fink befreien konnte und zentral vor der Kiste die Kugel mit aller Macht und wie schon gegen Fürth mit Köpfchen in den rechten Giebel wuchtete (84.). Nicht nur der Spielverlauf sondern auch das Old Otto stand nun kopf.
Die Fortuna geschockt und mit dem allerletzten Joker: Meier brachte Stürmer Torghelle für Abwehrspieler Langeneke. Doch gerade die nun sich bietenden Freiräume luden zum Kontern ein. Allerdings ging heuer aus dem Spiel heraus bekanntlich nicht viel für die Lila-Weißen, so stand Jan Hochscheidt zwar allein vor Düsseldorfs-Keeper Melka, scheiterte letzten Endes am Schlussmann mit einem unpräzisen Schlenzer. Die letzte Szene des Spiels gehörte dann den Düsseldorfern. Der Kapitän sah Gelb, es war seine Erste in dieser Saison. Aue blieb wie auch schon im Heimspiel zuvor ohne Verwarnung.
Der fünfte 1:0-Erfolg in der laufenden Saison war unter Dach und Fach. Achtmal hintereinander haben die Veilchen damit nicht verloren und blieben zum siebenten Mal ohne Gegentor. Im Klartext: 26 Punkte nach elf Spieltage. Punktemäßig schließt Aue zu Tabellenführer Hertha auf, die ihre Auswärtspartie in Paderborn mit der ersten Saisonniederlage beendeten. Verrückt, denn ein Sieg am Freitag beim Gastspiel in Karlsruhe könnte die Veilchen auf Rang eins hieven. (arn)
weitere Spielberichte Heimmannschaft Spieldaten Gastmannschaft
  7 Ecken 6
  17 Fouls 14
  2 Abseits 1
  45.9% Ballbesitz 54.1%
  9 Torschüsse 17
  86 Zweikämpfe 86
  48% - davon gewonnen 52%
  25 lange Bälle 19
  20 - davon nicht angekommen 15
  0 Gelbe Karten 2
  0 Gelb-Rote Karten 0
  0 Rote Karten 0