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2. Bundesliga 2010/11

Spielbericht

23. Spieltag - Sonntag, 20.02.2011 - 13:30

FC Erzgebirge Aue - Arminia Bielefeld 3:0 (2:0)

FC Erzgebirge Aue: Martin Männel - Pierre Le Beau, Adli Lachheb, Thomas Paulus, René Klingbeil - Kevin Schlitte, Jan Hochscheidt, Skerdilaid Curri, Marc Hensel, Tobias Kempe - Enrico Kern; Trainer: Rico Schmitt

Eingewechselt: 11. Thomas Birk für Thomas Paulus, 79. Sebastian Glasner für Skerdilaid Curri, 79. Kevin Stephan für Enrico Kern

Kader: Stephan Flauder, Fabian Müller, Patrick Milchraum, Alban Ramaj

Arminia Bielefeld: Dennis Eilhoff, Markus Schuler, Markus Bollmann, Dare Nibombé, Arne Feick, Baldassare di Gregorio, Marcel Appiah, Collin Quaner, Eke Uzoma, Alon Abelski, Dario Vidosic; Trainer: Ewald Lienen

Eingewechselt: 46. Romano Denneboom für Alon Abelski, 46. Franck Manga Guela für Baldassare di Gregorio

Kader: Patrick Platins, Sebastian Heidinger, Diego Demme, Morike Sako, Besart Berisha

Tore: 1:0 Thomas Paulus (Rechtsschuß, 2. / Pierre Le Beau); 2:0 Marc Hensel (Rechtsschuß, 17. / René Klingbeil); 3:0 René Klingbeil (Kopfball, 67. / Skerdilaid Curri)

Schiedsrichter: Patrick Ittrich (Hamburg)

Zuschauer: 9200

Gelbe Karte: Thomas Birk (2.) / Eke Uzoma, Baldassare di Gregorio (2.), Markus Bollmann

 
 
     
   
     
     
     
     
     
     
     
 

Vorbericht - Hinrundenspiel - Fotos vom Spiel

Spielbericht: "Wir müssen deren kampf- und körperbetonte Spielweise annehmen - dann können wir auch dort punkten", gab sich DSC-Chefcoach Ewald Lienen vor dem Spiel in Aue überzeugt und hatte zumindest gehofft, dass seine Mannschaft aus dem 2:2 in der Vorwoche gegen die Spitzenmannschaft aus Bochum neuen Mute schöpft. Doch auch hier lag der Bielefelder Trainer, der im Winter mit sieben Neuzugängen die Wende schaffen wollte, derart daneben, dass ein Großteil der Arminia-Fans, die in dieser Saison noch nie einen Auswärtssieg feiern konnten, frustriert beim Stand von 3:0 für Aue vorzeitig das Erzgebirgsstadion verließen.
Bei den Veilchen hingegen läuft es zu Hause, bis auf das Spiel gegen Osnabrück, wie geschmiert. Gegen das überforderte Tabellenschlusslicht Arminia Bielefeld gewann das Team von Trainer Rico Schmitt im zwölften Spiel vor heimischem Publikum zum zehnten Mal und belegt mit 43 Zählern nun den vierten Rang. "Wie die Mannschaft das Spiel angenommen hat auf dem schwierigen Boden, wie gierig sie war - das war eine ganz starke Partie", sagte Rico Schmitt, der exakt mit derselben Aufstellung wie am Montag gegen die Löwen aufspielen ließ.
Und wie sie aufspielten. Enrico Kern zog einfach mal aus 20 Metern ab, DSC-Keeper Eilhoff klärte etwas unsicher zur Ecke, die im Anschluss mit einem satten Pfund von Pierre Le Beau aus 18 Metern aufs Tor geballert wurde. Eilhoff konnte den Ball zwar parieren, aber genau vor die Füße des freistehenden Thomas Paulus, der die Pille aus acht Metern von halbrechts unhaltbar flach ins lange Eck jagte. 1:0 für die Guten und dies nach sage und schreibe 112 Sekunden. Es war bereits der fünfte Saisontreffer für den Abwehrspieler, der notgedrungen in der elften Spielminute mit einer Wadenzerrung passen musste. Da der nicht nominierte Tomasz Kos sich mit einer Schleimbeutelentzündung an der Hüfte herrumplagt, rückte René Klingbeil ins Abwehrzentrum und auf der linken Seite spielte nun der eingewechselte Thomas Birk, der wenig später eine umstrittene gelbe Karte von Schiedsrichter Patrick Ittrich hinnehmen musste.
Zu diesem Zeitpunkt stand es bereits 2:0 für die Guten. Erneut flog ein Kempe-Eckball von links in den Strafraum, der aufgerückte René Klingbeil verlängerte per Kopf Richtung langen Pfosten, wo Marc Hensel ungestört nur noch den Fuß ranhalten musste. Der torgefährlichste Mittelfeldspieler der Liga sorgte mit seinen siebten Saisontreffer fast schon für die Vorentscheidung. Da waren gerade einmal 17 Minuten gespielt. Fortan sahen die 9.200 Zuschauer eine ziemlich einseitige Partie. Die Veilchen hatten das vierte Aufeinandertreffen fest im Griff, der DSC agierte einfach zu harmlos. Arminias Trainer sprach von "nicht zweitligareif" und "dilettantischen Abwehrverhalten". Zu allem Überfluss beschimpften die eigenen mitgereisten Fans das Team als "Absteiger, Absteiger!", welche in der klirrenden Kälte und ohne Aussicht auf eine Leistungssteigerung ihrer Farben mit ansehen mussten, wie der dritte Auer Eckball nach einer Eckenserie erneut im Netz zappelte. Doch Ittrich entschied auf Weisung seines Linienassistenten auf Abseitsstellung von Enrico Kern, der nicht wie die Fernsehbilder es beweisen, bei Klingbeils Schuss, den der Stürmer dann im Fünfmeterraum leicht abfälschte, auf gleicher Höhe gestanden haben soll, sondern eben im Abseits. Das wäre wohl der endgültige Genickbruch für die Arminia gewesen, die mit Di Gregorios (43.) Schuss, den der Defensivspieler aus sieben Metern aus spitzem Winkel im Fallen über die Kiste von Keeper Martin Männel jagte, die größte Chance in der ersten Halbzeit verbuchte.
Bielefeld brachte nach der Kabinenpredigt mit Guela und Denneboom für Di Gregorio und Abelski zwei frische Kräfte, doch zur Überraschung aller verflachte die Partie. Das unveränderte Team von Rico Schmitt hatte mehrere Gänge zurückgeschaltet und überließ der Arminia größtenteils den katastrophalen Rasen, ohne jedoch die Kontrolle darüber abzugeben. Allerdings konnten die Gäste, die respektabel zu keiner Zeit aufgaben, aber anscheinend über ihre Möglichkeiten spielten, nichts mit ihren neuen Freiheiten anfangen, was wiederum bedeutete, dass zwischen den beiden Strafräumen für längere Zeit nichts geschah, aus dem Spiel heraus gab es keine nennenswerte Torchance.
Aue erkämpfte sich zumindest immer wieder Eckstöße - zehn im gesamten Spiel. Einer davon führte dann in der 67. Minute zum 3:0. Nach Vorlage von Skerdilaid Curri stieg René Klingbeil am Elfmeterpunkt zum Kopfball hoch und traf unhaltbar für Keeper Eilhoff und Uzoma, der noch die Hand zu Hilfe nahm, ins Gästetor. Insgesamt haben die Auer nunmehr elf Tore nach Eckbällen erzielt - das ist der Höchstwert der Liga. Und endlich kam auch wieder etwas Schwung in die Partie. Doch haderten die Veilchen jetzt mit ihren Chancen. Bei einem Konter in der 74. Minute spielten die Lila-Weißen eine 3 gegen 2 Situation nicht souverän zu Ende und verpassten daher ihr Torverhältnis etwas aufzupolieren. Auch Marc Hensels (77.) Kopfball nach Curri-Ecke fand nicht das begehrte Ziel. Rico Schmitt brachte zu guter Letzt mit Kevin Stephan und Sebastian Glasner zwei neue Stürmer, die sich nun austoben sollten. Freilich war der Drops gelutscht und Zählbares brachten beide Mannschaften nicht mehr zustande. Schiedsrichter Ittrich hatte dann auch ein Einsehen und pfiff den höchsten Heimsieg der Veilchen pünktlich ab. Die Minimalisten aus dem Lößnitztal, die in dieser Saison acht Mal mit 1:0 gewonnen haben, können es also auch dreifach.
Bei den sang- und klanglos untergehenden Bielefeldern dürften nach dieser klaren Niederlage auch die größten Optimisten nicht mehr an den Klassenerhalt glauben, zumal auch die Konkurrenz gepunktet hat. Aber so lange rechnerisch alles möglich ist, sprechen Fußballer davon, dass rechnerisch eben noch alles möglich ist - selbst bei den Ostwestfalen ist das so. Noch elf Spiele stehen in der 2. Bundesliga an, also kann die Arminia theoretisch noch 33 Punkte holen, aber praktisch plant man wohl schon mit der 3. Liga. Bis zum 1. April 2011 müssen die Lizenzierungsunterlagen für die 3. Liga beim DFB eingereicht werden. Dann beginnt wieder das Zittern in Bielefeld. Der Etat, so wurde schon bekannt, soll im Fall des Abstiegs von etwa 17 auf acht Millionen Euro gesenkt werden.
Auch bei den Veilchen plant man derzeit zweigleisig. Präsident Bernd Keller gab nach dem Spiel bekannt, die Lizenzunterlagen auch für die 1. Bundesliga einzureichen. "Für die erste Liga ist man immer bereit. Das wäre ein schöner Ausflug. Ich sage immer, wie ein Ausflug nach Hawaii", meinte der Fuhrunternehmer etwas euphorisch und bremste sich gleich selbst ein: "Normalerweise ist die zweite Liga das Nonplusultra für Aue. Wir wollen bodenständig bleiben, denn für uns ist die zweite Liga nicht selbstverständlich." Das sieht auch Trainer Rico Schmitt so: "Der Verein muss keine Unterlagen für die dritte Liga einreichen, und das ist das Überragende. Wenn der Verein sich im positiven Sinne genötigt fühlt, auch die Papiere für die erste Liga abzugeben, dann soll es so sein. Persönlich brauchen wir nicht über den Aufstieg zu reden, das ist der Situation nicht angemessen. Es gilt jetzt, die nächste Saison in der zweiten Liga gut vorzubereiten und einen konkurrenzfähigen Kader aufzubauen. Wir werden über neue Ziele reden, aber es werden kleine Ziele sein", sagte Schmitt in seiner betont sachlichen Art, denn: "Gerade gegen Spitzenteams haben wir nach den letzten Auswärtsspielen einiges aufzuarbeiten." Beweis dafür wird es am kommenden Montag geben. Da spielen die Veilchen beim Tabellenzweiten FC Augsburg, der nur einen Zähler mehr auf dem Konto als Aue hat. "Wir haben in Augsburg nichts zu verlieren", blickt René Klingbeil zuversichtlich voraus. (arn)
weitere Spielberichte Heimmannschaft Spieldaten Gastmannschaft
  10 Ecken 4
  21 Fouls 17
  4 Abseits 2
  43.2% Ballbesitz 56.8%
  14 Torschüsse 6
  105 Zweikämpfe 105
  44% - davon gewonnen 56%
  20 lange Bälle 27
  13 - davon nicht angekommen 23
  1 Gelbe Karten 3
  0 Gelb-Rote Karten 0
  0 Rote Karten 0