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Sachsen-Pokal 2025/26

Spielbericht

2. Hauptrunde - Samstag, 06.09.2025 - 14:15

SG Taucha 99 - FC Erzgebirge Aue 0:5 (0:2)


SG Taucha 99: Jonas Janke - Marvin Richter, Jasper Raul Günther, Luca Klatt, Damion Sura - Justin Morgenstern, Felix Brügmann, Moritz Butzke, Paul Lehmann, Joel Lehmann - Maaz Abdelrahim; Trainer: Jens Wuttke

Eingewechselt: 46. Nils Tzeuschner für Justin Morgenstern, 65. Kihyun Kim für Marvin Richter, 71. Oliver Bryks für Maaz Abdelrahim, 75. Kjell Krüll für Paul Lehmann, 75. Julien Mehlow für Damion Sura

Kader: Tim Grune, Simon Adam

FC Erzgebirge Aue: Louis Lord - Pascal Fallmann, Erik Majetschak, Tristan Zobel, Anthony Barylla - Jonah Fabisch, Mika Clausen, Eric Uhlmann, Julian Guttau, Marvin Stefaniak - Maximilian Schmid; Trainer: Jens Härtel

Eingewechselt: 65. Erik Weinhauer für Mika Clausen, 65. Jannic Ehlers für Marvin Stefaniak, 65. Julian Günther-Schmidt für Maximilian Schmid, 69. Ryan Malone für Erik Majetschak, 82. Finn Hetzsch für Pascal Fallmann

Kader: Martin Männel, Ricky Bornschein

Tore: 0:1 Maximilian Schmid (Rechtsschuß, 15. / Mika Clausen); 0:2 Pascal Fallmann (Rechtsschuß, 31. / Jonah Fabisch); 0:3 Mika Clausen (Rechtsschuß, 53. / Pascal Fallmann); 0:4 Marvin Stefaniak (Rechtsschuß, 60.); 0:5 Anthony Barylla (Rechtsschuß, 89. / Erik Weinhauer)

Schiedsrichter: Jens Klemm (Gröditz)
Assistenten: Paul Jursch, Florian Taychert

Zuschauer: 1050 im Sport- und Freizeitzentrum Taucha

Gelbe Karte: Joel Lehmann / Erik Majetschak

Spielberichte:
Erzgebirge Aue souverän in Runde drei des Sachsenpokals - seriöser Auftritt in Taucha
Der FC Erzgebirge Aue ist am Samstag souverän in die dritte Runde des Sachsenpokals eingezogen. Bei dem Landesligisten SG Taucha 99 setzte sich der Drittligist letztlich standesgemäß mit 5:0 (2:0) durch. Im Vorfeld des Sachsenpokalspiels hatte Aue-Cheftrainer Härtel bereits angekündigt, den Gegner nicht auf die leichte Schulter zu nehmen und demzufolge auch nicht groß herumzuexperimentieren. Gesagt, getan. Härtel schickte in Taucha die Stammelf auf den Rasen und nahm im Vergleich zum 1:1 im Testspiel gegen den 1. FC Magdeburg nur eine personelle Veränderung vor: Eric Uhlmann startete für Jannic Ehlers. Der Drittligist nahm sofort das Zepter in die Hand und näherte sich früh das ein oder andere Mal dem Tauchaer Gehäuse an. Nach einer Viertelstunde war es dann soweit: Offensivmann Maximilian Schmid bescherte der Härtel-Elf den frühen Führungstreffer nach Vorarbeit von Mika Clausen (15.). Die Auer waren auch danach extrem dominant, allerdings fehlte ihnen im Spiel mit dem Ball das Tempo und die Durchschlagskraft. Trotz Überlegenheit erspielten sich die Veilchen nur wenige hundertprozentige Tormöglichkeiten. Dennoch ging es letztlich mit einem komfortablen Vorsprung in die Pause. Pascal Fallmann traf nach Vorarbeit von Jonah Fabisch (31.).
Unmittelbar nach dem Seitenwechsel schnupperten die Tauchaer Landesligakicker am Anschlusstreffer, doch in letzter Sekunde konnten die Auer den Ball aus dem eigenen Strafraum befördern. Nahezu im Gegenzug sorgten die Lila-Weißen für die vorzeitige Entscheidung. Nach einem tollen Spielzug schob Mika Clausen zum 3:0 ein (53.), kurz darauf erhöhte Marvin Stefaniak auf 4:0 (58.). Anschließend gab es auf beiden Seiten einige Wechsel. Durch die personellen Veränderungen flachte auch das Auer Spiel wieder ab, Tormöglichkeiten waren deshalb Mangelware. Deswegen kam das 5:0 des FC Erzgebirge in der Schlussphase ein wenig aus dem Nichts: Erik Weinhauer hatte quergelegt für Anthony Barylla, der aus Nahdistanz nur noch ins leere Tor einschieben musste (86.). Danach war Schluss: Schiedsrichter Jens Klemm pfiff pünktlich ab.
Bericht von Freie Presse.de

Trotz 0:5-Niederlage: SG Taucha feiert sich im Spiel des Jahres
Die Überraschung ist wie erwartet ausgeblieben: Die SG Taucha unterlag im Sachsenpokal Drittligist FC Erzgebirge Aue klar und deutlich. Doch wirklich geärgert hat sich nach Spielschluss kein Tauchaer Verantwortlicher. Vielmehr bestimmten Erleichterung und Stolz die Gemütslage. In der zweiten Runde des Sachsenpokals unterlag die SG Taucha dem Drittligisten Erzgebirge Aue mit 0:5. Eine reale Chance hatte der Sachsenligist nicht, dennoch zeigte sich das Team stabil und hochengagiert. Besonders punkteten die Tauchaer mit ihrer Top-Organisation rund um das Spiel des Jahres. Gefühlt die ganze Stadt pilgerte zur Sportanlage, die zum Spiel des Jahres gegen den FC Erzgebirge Aue lud. "David gegen Goliath" war auf den Plakaten zu lesen. Der gesamte Verein war involviert, um das Fußball-Fest zu stemmen. Präsident René Beutler beispielsweise stand am Parkplatz und wies die Fahrzeuge ein. Reichlich 1000 Zuschauer waren gekommen, um das Spiel nicht zu verpassen, unter ihnen auch etwa 200 Auer Fans. Mehr wurden es nicht, denn die Ultras aus dem Erzgebirge hatten das Spiel wegen angeblich zu hohen Eintrittspreisen boykottiert. "Natürlich ist das mit den Ultras schade, aber eben nicht zu ändern. Wir haben ein dickes Fell und hoffen, dass wir den Laden trotzdem so voll wie möglich kriegen", hoffte Beutler. Die erheblichen Zusatzkosten durch gewerbliche Security, 15 zusätzliche Toiletten und Absperrungen betrugen zwischen 7.000 und 10.000 Euro. Der erhebliche organisatorische Aufwand hielt die Tauchaer fast sechs Wochen lang in Atem. Bereits in den beiden vergangenen Jahren empfingen sie den 1. FC Lok und wussten damit, was auf sie zukommt. Seit Ende Juli liefen die Vorbereitungen mit Sicherheitskonferenzen, Absprachen mit Polizei und Stadtverwaltung sowie einer genauen Planung von Einlass, Versorgung und Parkkonzept. "Eine schwarze Null wäre toll", sagt der Präsident und winkt das nächste Auto auf den Parkplatz. Und sportlich? Da hofft er, dass die Null hinten so lang wie möglich steht: "Wir wollen die Chance nutzen, die eigentlich nicht da ist", lacht er und verweist darauf, dass gegen Lok im Vorjahr nur knapp 1:2 verloren wurde.
Im Stadion großes Hallo, viele Tauchaer sind gekommen, die lange nicht mehr da waren, der MDR übertrug live, diverse Journalisten sind angereist. Moderator Roman Knoblauch war angefragt worden, ob er als Tauchaer Urgestein nicht das Stadionmikro für diesen Tag übernehmen wolle. Das tat er, und begrüßte eine andere prominente Bürgerin der Stadt, die Staatsministerin für Ehrenamt und Sport, Christiane Schenderlein. Aues Trainer Jens Härtel kennt Taucha selbstverständlich auch, lebte er doch lange in Grimma und Leipzig. Der frühere Spieler des FC Sachsen Leipzig kickte diverse Male auf dem lokalen Grün. Vor dem Spiel wirkte er angespannt, ist Aue doch nicht optimal in Liga drei gestartet: "Da gibt es kein Vertun, hier müssen wir gewinnen und weiterkommen", meinte er. Und das taten die favorisierten Auer dann auch. Ihre Überlegenheit mündete in fünf Treffern, der 5:0-Sieg war nie gefährdet. "Das war ein souveräner Auftritt von uns, wir haben von Anfang bis Ende nicht eine richtige Chance für den Gegner zugelassen", freute sich Härtel nach Abpfiff. Man habe Taucha ernstgenommen und respektiert, die Tore zum richtigen Zeitpunkt gemacht und nehme das Erfolgserlebnis gern mit. "Das gibt als Belohnung einen Tag frei", kündigte Härtel an. Die Tore für Aue erzielten Maximilian Schmidt (25.), Pascal Fallmann (31.), Mika Clausen (52.), Marvin Stefaniak (58.) und Anthony Barylla (87.). Taucha war stets bemüht, wehrte sich nach Kräften: Der pfeilschnelle Maaz Abdelrahim startete immer wieder in die Räume, kam aber nicht zur Geltung. Ex-Chemiker Florian Brügmann mühte sich um eine ordnende Hand, konnte die Niederlage aber auch nicht verhindern.
"Wir haben verdient verloren. Nach der Halbzeitpause wollten wir etwas aktiver werden, in ein oder zwei Situationen können wir mit etwas Glück vielleicht das Anschlusstor machen. Aber nach dem dritten Gegentor konnten wir das vergessen", meinte der 34-Jährige und schob augenzwinkernd hinterher: "Ab da haben wir uns geschont". An den spektakulärsten Aktionen des Spieles war er zumindest einmal beteiligt, als er durchaus bundesligareif per Hacke ein Zuspiel verlängerte. Später stahl ihm Mitspieler Jasper Günther etwas die Show, dem ein Rückspiel auf Torwart Jonas Janke versprang und der Ball auf dem eigenen Tor landete. Das wäre das Eigentor des Jahres geworden. Als der letzte Pfiff des Schiedsrichters erklang, zog Präsident Beutler ein positives Resümee: "Es hat alles prima ohne Vorkommnisse geklappt, wir haben uns gut verkauft, können stolz sein auf das, was wir heute geleistet haben mit den vielen Helferinnen und Helfern." Dann fiel ihm Teammanager Frank Lehmann in die Arme und strahlte: "Alles geschafft, alles lief toll - und wir konnten uns als SG Taucha im Fernsehen präsentieren!" Und auch SG-Trainer Jens Wuttke zeigte sich zufrieden: "Wir konnten viel lernen, haben heute gesehen, wo wir zulegen müssen. Wir nehmen mit, dass die Mannschaft ihre Leistung gebracht hat und dass wir eine schöne Kulisse hatten. Nächste Woche gegen Dynamo Dresden II müssen wir dann das Tor treffen, dort wollen wir gewinnen!" Das Schlusswort hatte Moderator Roman Knoblauch, der schon während des Spieles die Zuschauer mit einer Art Live-Kommentar bedacht hatte, und verabschiedete die Fans aus der "Fußball-Welthauptstadt Taucha". Für diese 90 Minuten zumindest hatten die Tauchaer Sechstliga-Kicker die beinahe ungeteilte Aufmerksamkeit tatsächlich für sich.
Bericht von LVZ.de