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Sachsen-Pokal 2025/26

Spielbericht

Viertelfinale - Sonntag, 29.03.2026 - 13:45

Fortschritt Lichtenstein - FC Erzgebirge Aue 0:10 (0:3)


Fortschritt Lichtenstein: Toni Grabowski - Dominik Viertel, Rico Bär, Paul Börner, Dominic Oertel - Josias Günnel, Kevin Fritzsche, Paul Kriedemann, Richard Frühauf - Lukas Wilczynski, Max Gehrmann; Trainer: Julius Michel

Eingewechselt: 47. Maximilian Scheich für Toni Grabowski, 64. Tom Ebersbach für Josias Günnel, 65. Patrick Herold für Kevin Fritzsche, 72. Chris Söllner für Dominic Oertel, 85. Ben Schwabe für Paul Kriedemann

Kader: Oskar Schweitzer, Niklas Herold

FC Erzgebirge Aue: Martin Männel - Pascal Fallmann, Ryan Malone, Jamilu Collins, Moritz Seiffert - Luan Simnica, Erik Weinhauer, Julian Günther-Schmidt, Julian Guttau, Jannic Ehlers - Vincent Ocansey; Trainer: Christoph Dabrowski

Eingewechselt: 46. Eric Uhlmann für Julian Günther-Schmidt, 46. Maximilian Schmid für Luan Simnica, 46. Ricky Bornschein für Jannic Ehlers, 58. Finn Hetzsch für Pascal Fallmann, 70. Tristan Zobel für Ryan Malone

Kader: Louis Lord, Marcel Bär

Tore: 0:1 Vincent Ocansey (Rechtsschuß, 14. / Pascal Fallmann); 0:2 Jamilu Collins (Linksschuß, 29. / Jannic Ehlers); 0:3 Jamilu Collins (Kopfball, 35. / Pascal Fallmann); 0:4 Maximilian Schmid (Rechtsschuß, 54. / Julian Guttau); 0:5 Pascal Fallmann (Linksschuß, 58. / Maximilian Schmid); 0:6 Ricky Bornschein (Handelfmeter, 66.); 0:7 Ricky Bornschein (Linksschuß, 79. / Erik Weinhauer); 0:8 Ricky Bornschein (Linksschuß, 82. / Moritz Seiffert); 0:9 Eric Uhlmann (Rechtsschuß, 83. / Erik Weinhauer); 0:10 Erik Weinhauer (Rechtsschuß, 85. / Finn Hetzsch)

Schiedsrichter: Florian Thomas (Deutzen)
Assistenten: Lucas Leihkauf, Rico Teichmann

Zuschauer: 3000 im Friedrich-Ludwig-Jahn Stadion

Gelbe Karte: Kevin Fritzsche, Tom Ebersbach / -

Spielberichte:
Erster Sieg 2026: Erzgebirge Aue gewinnt im Sachsenpokal mit 10 Treffern gegen Lichtenstein
Der FC Erzgebirge Aue steckt in einer ganz schwierigen Situation. Nach 23 Jahren droht erstmals der Absturz aus dem Profifußball. In elf Rückrundenspielen ist bislang kein einziger Sieg gelungen - neun Punkte fehlen bereits auf das rettende Ufer. Nun aber stand ein anderer Wettbewerb auf dem Programm: Sachsenpokal. Im Viertelfinale gastierten die Veilchen beim Siebtligisten SSV Fortschritt Lichtenstein - Zeit, Selbstvertrauen zu tanken und den ersten Sieg des Jahres 2026 einzufahren? Tatsächlich. Der FC Erzgebirge siegte letztlich standesgemäß mit 10:0 (3:0). Zunächst aber erinnerte alles an den grauen Drittliga-Alltag. Nur wenige Sekunden waren gespielt, da hatte Lukas Wilczynski die Chance, den großen Underdog aus der Sachsenklasse in Führung zu bringen. Der Rechtsaußen behauptete den Ball und hatte plötzlich ein völlig verwaistes Auer Tor vor sich - sein Abschluss landete dennoch nicht im Gehäuse. Ryan Malone rettete als letzter Mann für den bereits geschlagenen Martin Männel und verhinderte mit einer spektakulären Kopfabwehr den Rückstand. War dies ein Mutmacher für Lichtenstein oder ein Wachrüttler für Aue? Letzteres. Die Elf von Trainer Christoph Dabrowski trat folglich dominant auf und kam immer wieder gefährlich in den gegnerischen Strafraum. Einziges Manko im gesamten ersten Durchgang? Die Chancenverwertung. Immer wieder konnte sich Toni Grabowski - einer der elf einst in Aue ausgebildeten Lichtenstein-Spieler - im Tor der Hausherren mit tollen Reflexen auszeichnen. Die komfortable Pausenführung des Drittligisten konnte aber auch er nicht verhindern: Der FC Erzgebirge führte nach Toren von Vincent Ocansey (13.) und Jamilu Collins (28. und 34.) mit 3:0. Nach der Pause nahm Dabrowski einige personelle Veränderungen vor. Dies hielt Aue jedoch nicht davon ab, das Ergebnis in die Höhe zu schrauben. Maximilian Schmid (55.), Pascal Fallmann (59.), Ricky Bornschein mit einem lupenreinen Hattrick (68./Handelfmeter, 79. und 81.), Eric Uhlmann (84.) und Erik Weinhauer (86.) sorgten mit insgesamt sieben weiteren Treffern für den souveränen 10:0-Endstand. Für Aue war es das langersehnte Erfolgserlebnis, für Lichtenstein ein gelungenes Fußballfest vor insgesamt 3000 Zuschauern. "Auch wenn der Gegner natürlich nicht von der Kategorie ist, wie wir es in der Liga erwarten - ein bisschen Selbstvertrauen löst dieses Spiel schon in jedem aus", sagte Julian Guttau nach Abpfiff gegenüber der "Freien Presse". Der Offensivspieler hatte sich zwar selbst nicht in die Torschützenliste eintragen, stattdessen aber Spielpraxis sammeln können. Wie seine Teamkollegen hatte auch er ein Lächeln auf den Lippen. Den Veilchen war es anzumerken, dass sie das Gefühl, ein Spiel zu gewinnen, lange nicht mehr erlebt hatten. Letztmals war dem FC Erzgebirge am 20. Dezember des vergangenen Jahres ein Sieg gelungen - das 4:0 gegen Schweinfurt. Zu diesem Zeitpunkt war Sportgeschäftsführer Michael Tarnat noch nicht einmal im Amt geschweige denn im Erzgebirge. Nun hat also auch der Ex-Bayern-Profi seinen ersten Sieg mit den Lila-Weißen erlebt. "Wichtig war, dass wir gewinnen und eine Runde weiterkommen", sagte Tarnat der "Freien Presse". "Wichtig war, den Frust der ganzen letzten Wochen zu entladen, Tore zu machen und nach einem Sieg einfach einmal glücklich zu sein - das haben wir lange nicht mehr gehabt." Damit gehen Tarnat und Co. mit frischem Wind in die neue Woche. Gegen Hoffenheim II am Ostersamstag soll dann auch der erste Drittligasieg des Jahres herausspringen, wie der Sportchef abschließend betonte: "Das muss das Ziel sein."
Bericht von Freie Presse.de

Fortschritt Lichtenstein nach (fast) sensationellem Auftakt ohne Chance gegen Erzgebirge Aue
Eine tolle Kulisse von 3000 Besuchern, dazu doch noch angenehme äußere Bedingungen und zwei motivierte Teams waren beste Voraussetzungen für das Pokalspiel zwischen Fortschritt Lichtenstein und dem FC Erzgebirge Aue. In Sachen Spannung für das Spiel und die Laune der Hausherren wäre nach wenigen Sekunden fast noch ein wesentlicher Faktor dazu gekommen: Es war keine halbe Minute gespielt, als Lukas Wilczynski nach einer Auer Unsicherheit aufs Tor schoss. Schlussmann Martin Männel war schon geschlagen, doch eine Rettungstat per Kopf verhinderte die Sensation. "Ich hätte den Ball noch besser platzieren können", ärgerte sich Lukas Wilczysnki nach dem Spiel. Der Lichtensteiner Flügelflitzer hat selbst mehrere Jahre in Aue gespielt, im Nachwuchs von der U 14 bis zur U 19. Danach ging es nach Heinrichsort, dann zu Lichtenstein. Für Fortschritt rannte der Offensivmann auch in der zweiten Halbzeit noch, doch viel zu holen war nicht. Am Ende hieß es 0:10. Klare Chancen waren mit Ausnahme der von Beginn Mangelware. "Wir sind dann auch mit zu wenig Überzeugung in die Zweikämpfe gegangen", schätzt Wilczysnki ein. Dass es nicht noch mehr Gegentore gab, war einem weiteren Ex-Auer zu verdanken: Toni Grabowski stand in der ersten Hälfte im Fortschritt-Tor und packte die eine oder andere Glanzparade aus. Gelernt hat er das einst in Aue, unter anderem gemeinsam mit Martin Männel, der auf der Gegenseite im Kasten stand. "Leider gibt es in Aue heute zu wenig echte Typen. Es ist schade, wie sich das entwickelt hat", sagt er über die Erzgebirger und ihre Situation in der 3. Liga, wo der Abstieg kaum noch zu vermeiden scheint. Als 14-Jähriger ging Grabowski nach Aue und spielte dort acht Jahre, unter anderem mit der Reserve in der Oberliga. Danach ging es über den VfL 05 Hohenstein-Ernstthal und Motor Marienberg nach Lichtenstein. Am Ende konnte sich Aue wohl auch aufgrund der angespannten Lage kein Torgeschenk für Lichtenstein leisten und spielte bis zum Schluss konsequent. Maximilian Scheich, der zur Halbzeit für Toni Grabowski ins Tor kam und auch schon in Aue aktiv war, musste den Ball noch siebenmal aus dem Netz holen. Einen Fortschritt-Ehrentreffer hätte sich auch Bürgermeister Jochen Fankhänel gewünscht. "Es ist aber auf jeden Fall eine tolle Veranstaltung für Lichtenstein", sagte der Stadtchef, der fußballerisch nie aktiv war, dafür aber als Turner und Fallschirmspringer. Logistisch wurde das Pokalspiel dank der guten Zusammenarbeit ein Erfolg. Am Grill bewiesen unter anderem die Alte-Herren-Fußballer Kondition und "verarbeiteten" 4000 Roster von der Fleischerei Lein sowie 2000 Doppelbrötchen aus der Bäckerei "Am Wald" in Heinrichsort. "Die wurden noch warm geliefert", sagte Bäckermeister Marcel Müller, der eine lange Nachtschicht hinter sich hatte. Am Bierstand im Auer Block hatten Mitglieder des Lichtensteiner Carnevalsclubs Dienst. "Wir haben acht Zapfstellen. Es läuft gut", schätzte Peter Arzig aus Reihen der Faschingsfans ein. Geliefert wurde der Gerstensaft aus der Gersdorfer Glückauf-Brauerei, unter anderem in zwei 1000 Liter fassenden Tanks. "Es ist kein optimales Bierwetter", schätzte Brauereichefin Astrid Peiker mit Blick auf die frischen Temperaturen ein. Fortschritt-Trainer Julius Michel wollte die zehn Gegentore aufgrund des Unterschieds von vier Klassen nicht überbewerten. Am Ende sei es wie erwartet schwierig gewesen, den Auer Offensivwirbel zu bremsen. "Wir müssen uns jetzt schnell wieder auf den Ligaalltag einstellen", betonte Michel. In der Sachsenklasse ist Fortschritt Sechster, will aber mindestens noch Fünfter werden. Immerhin: Das 0:10 war noch das beste Ergebnis gegen Aue bisher. In Freundschaftsspielen gab es 2007 ein 0:12 und 2011 ein 1:14.
Bericht von Freie Presse.de