BFC Dynamo: Paul Hainke - Larry-Nana Oellers, Tobias Gunte, Viktor Miftaraj - Joey Breitfeld, Valdemar Sadrifar, Diren Günay, Levin Mattmüller - Califo Baldé, Ludwig Bölke, Rufat Dadashov; Trainer: Sven Körner
Eingewechselt: 60. Tim Windsheimer für Califo Baldé, 60. Willi Reincke für Diren Günay, 69. Leander Fritzsche für Rufat Dadashov, 83. John Liebelt für Joey Breitfeld, 83. Jamal Mantatu Rogero für Ludwig Bölke
Kader: Kevin Sommer, Willi Noack, Sven Ho, Ali Ceesay
Spielbericht: 50-Meter-Traumtor und später Lucky Punch: Aue feiert ersten Heimsieg im Jahr 2026
Erstmals im Kalenderjahr 2026 hat der FC Erzgebirge Aue ein Liga-Heimspiel für sich entschieden. Zum Abschluss des 3. Spieltages der Regionalliga Nordost rangen die Veilchen den BFC Dynamo nieder. Eingeleitet wurde der 3:2-Sieg von einem Traumtor. Zum Abschluss des 3. Spieltags der Regionalliga Nordost stand das Traditionsduell zwischen dem FC Erzgebirge Aue und dem BFC Dynamo auf dem Programm. Nach einer grundsoliden Ausbeute von vier Punkten aus den ersten beiden Partien - auf das 3:3 gegen Altglienicke zum Auftakt folgte am vergangenen Wochenende ein 2:0 gegen Tasmania Berlin - wollten die Veilchen ihren Fans am Donnerstagabend nicht nur den ersten Heimsieg der neuen Saison, sondern zugleich den ersten Liga-Heimdreier im gesamten Kalenderjahr 2026 bescheren. Bei den Gästen aus Berlin war in der noch jungen Saison bereits Licht und Schatten zu erkennen. Während die Körner-Elf bei der 1:4-Auftaktniederlage gegen Rot-Weiß Erfurt ihre Defizite offenbarte, gelang ihr am vergangenen Wochenende mit dem 2:0 gegen Chemie Leipzig die passende Reaktion.
Nach der mittlerweile üblichen Protestminute gegen die bestehende Aufstiegsregelung übernahm Aue direkt die Spielkontrolle. Das war allerdings auch nicht besonders schwer, denn der BFC hatte sich vom Anpfiff an auf die Fahne geschrieben, tief in der eigenen Hälfte zu verteidigen. Dennoch war es erstaunlich, wie weit sich die Berliner in der Anfangsphase zurückzogen. Selbst Kapitän Rufat Dadashov stand als vorderster Spieler phasenweise einige Meter hinter der Mittellinie. Aue fiel folglich die Aufgabe zu, dieses Bollwerk zu knacken. Die erste Riesenchance der Partie entstand jedoch aus einem kapitalen Aufbaufehler des BFC. Die Gäste servierten Lihsek den Ball praktisch auf dem Silbertablett. Aues Nummer 8 schien von der einfachen Balleroberung jedoch selbst überrascht und schob die Kugel aus 18 Metern am verwaisten Tor vorbei - Glück für den BFC (7.). In der 20. Minute war es dann so weit: Der FCE ging durch einen absoluten Geniestreich in Führung. Zum wiederholten Mal strahlte BFC-Keeper Hainke im Aufbauspiel Unsicherheit aus. Diesmal jagte der Schlussmann einen Ball ohne Not flach ins Zentrum. Dort schnappte sich Angleberger die Kugel und sah, dass Hainke zudem weit vor seinem Kasten stand. Der Mittelfeldspieler fackelte nicht lange und hob den Ball aus der eigenen Hälfte über den Keeper hinweg ins leere Tor (20.). Die Freude über dieses Traumtor währte aber nur kurz. Denn der BFC hatte die perfekte Antwort parat. Nach einer sehenswerten Kombination halbrechts vor dem FCE-Strafraum legte Breitfeld per Hacke für Bölke auf. Der blieb vor Uhlig cool und überwand den Keeper mit einem Lupfer zum schnellen Ausgleich (24.). An der Statik des Spiels änderte der überraschende Ausgleich nichts. Aue bestimmte das Spiel, auch wenn den Hausherren zwischenzeitlich die Zielstrebigkeit im letzten Drittel abhandenkam. Nach und nach ließ sich der BFC aber erneut tiefer und tiefer in die eigene Hälfte zurückdrängen und bekam dafür noch vor der Pause erneut die Quittung. Ein weiter Ball kam postwendend zurück. Bär behauptete die Kugel im Zentrum bärenstark und hatte dann auch noch das Auge für den durchstartenden Queisser, der aus halblinker Position im Strafraum eiskalt ins rechte Eck zur 2:1-Pausenführung vollendete (45.).
Nach dem Seitenwechsel agierte der BFC mutiger. Die Gäste ließen die defensive Grundeinstellung in der Kabine und liefen Aue nun höher an. Diese Änderung des Matchplans wurde direkt belohnt. Mit der zweiten Chance des Spiels erzielte der BFC seinen zweiten Treffer. Aus dem linken Halbfeld segelte eine Flanke in den Strafraum. Dort behinderte Balde Aues Verteidiger Strietzel, wodurch der Ball bei Dadashov landete, der aus kurzer Distanz ins linke Eck traf (54.). Der erneute Ausgleich nahm Aue in der Folge den Wind aus den Segeln. Zwar hatten die Hausherren nach wie vor optische Feldvorteile. Im letzten Drittel strahlte der Drittliga-Absteiger allerdings zu wenig Überzeugung in seinen Aktionen aus. Auf der anderen Seite war der BFC wiederum immer wieder für einen Konter gut. So auch in der Schlussphase. Die Berliner waren zu diesem Zeitpunkt längst wieder in ihr Abwehrpressing zurückgefallen, in der 82. Minute fuhren die Gäste jedoch einen dieser besagten Konter. Sadrifar flankte von der linken Seite in die Mitte, wo Fritzsche von Uhlig an den Ball kam und die Riesenchance auf das 3:2 aus Gästesicht liegenließ (82.). Vor der Traumkulisse von 10.265 Zuschauern gab sich Aue trotz der jüngsten Schrecksekunde nicht mit dem Remis zufrieden und erzielte in der 90. Minute schließlich ein Tor des Willens. Der BFC bekam den Ball im eigenen Strafraum gegen Skarlatidis nicht konsequent geklärt. Die Kugel landete bei Maciejewski, der aus halblinker Position flach ins rechte Eck traf und das Stadion explodieren ließ. Diesem späten Nackenschlag hatten die Gäste nichts mehr entgegenzusetzen. Aue feierte damit den ersten Liga-Heimsieg im Jahr 2026 und blieb auch im dritten Spiel der neuen Saison ungeschlagen. Zum Abschluss der englischen Woche wartet auf den FCE am Sonntag die nächste Berliner Mannschaft: der BFC Preussen. Der BFC Dynamo empfängt zeitgleich den FSV Zwickau. (kicker)