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FC Erzgebirge Aue: Martin Männel - Jan Hochscheidt, Tomasz Kos, René Klingbeil, Sven Schaffrath - Marc Hensel, Marco Stark, Arne Feick, Skerdilaid Curri - Sebastian Glasner, Maboula Ali Lukunku; Trainer: Heiko Weber
Eingewechselt: 50. Daniyel Cimen für Jan Hochscheidt, 56. Sven Müller für Maboula Ali Lukunku, 72. Benjamin Baltes für Marc Hensel
Kader: Russi Petkov, Thomas Paulus, Felix Dojahn, Eric Agyemang
FC Carl Zeiss Jena: Carsten Nulle, Amadeus Wallschläger, Robert Müller, Marco Riemer, Ralf Schmidt, Naoya Kikuchi, Torsten Ziegner, Carsten Sträßer, Rene Eckardt, Lars Fuchs, Sebastian Hähnge; Trainer: René van Eck
Eingewechselt: 46. Salvatore Amirante für Carsten Sträßer, 72. André Schembri für Lars Fuchs, 74. Tim Petersen für Torsten Ziegner
Kader: Gabriel Wüthrich, Tim Wuttke, Denis Osadchenko, Exauce Mayombo
Tore: 1:0 Maboula Ali Lukunku (Rechtsschuss, 33.); 2:0 Maboula Ali Lukunku (Rechtsschuss, 36.); 3:0 Maboula Ali Lukunku (Linksschuss, 40. / Jan Hochscheidt); 4:0 Marc Hensel (Kopfball, 70. / Skerdilaid Curri); 5:0 Skerdilaid Curri (Rechtsschuss, 86. / Sven Müller)
Schiedsrichter: Manuel Gräfe (Berlin)
Zuschauer: 10200
Gelbe Karte: Marc Hensel (6.), Sven Müller, Daniyel Cimen (3.) / Robert Müller, Naoya Kikuchi
Rote Karte: - / André Schembri (83., wegen Meckern)
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Vorbericht - Hinrundenspiel - Fotos vom Spiel
Spielbericht: Aue gegen Jena, ein Klassiker im Osten der Republik, der jedoch auf Grund der momentanen Situation der beiden Klubs ein wenig an Brisanz verloren hat. Letzte Saison standen sich beide Teams noch in der 2. Liga gegenüber, nun dümpeln beide im Mittelfeld der 3. Liga rum und die Blickrichtung geht sogar nach unten. Der Sieger tat somit nicht nur was fürs Prestige, sondern auch etwas gegen die akute Abstiegsgefahr. Und was war das für ein sensationeller Mittwochabend, zumindest wenn man auf Seiten der Lila-Weißen steht. Ein mit 10.200 gut gefülltes 'Old Otto', fünf sehenswerte Tore, der dritte Heimerfolg in Serie und obendrein eine Demütigung für Carl Zeiss Jena, was will man mehr?
Wie wäre es mit einer engagierten Leistung gleich von Beginn an, denn die Gäste aus Jena hatten zunächst nämlich mehr vom Spiel und waren optisch überlegen. Der Ball lief bei den Mannen von Trainer René van Eck deutlich besser und kreativer durch die Reihen, die dominanten Thüringer strotzen vor Selbstbewusstsein, drei Ecken in zehn Minuten sprachen für sich. Von Aue sah man, trotz des Mitwirkens der in Paderborn noch gesperrten Arne Feick und Marc Hensel vorerst nicht viel, die bewährte Abwehr um Kapitän Tomasz Kos hielt freilich dicht, doch Offensiv gab es nur Magerkost. Und als der Sturmlauf der Gäste vorüber war, plätscherte die Partie so vor sich hin, über eine halbe Stunde lang tat sich nichts, gar nichts.
Doch dann folgten die spektakulärsten Minuten eines Maboula Ali Lukunku. Nachdem Skerdilaid Curri von Wallschläger im Sechzehner gelegt wurde, zeigte der bundesligaerfahrene Schiedsrichter Manuel Gräfe aus Berlin auf den ominösen Punkt. Der kleine Albaner legte sich zwar den Ball zurecht, doch Lukunku sah seine Chance um sich zu beweisen. Der viel gescholtene Kongolese setzte nun alles auf eine Karte, ein kurzer Anlauf und es stand 1:0 für die Veilchen (33.), puhh, durchatmen. Nach zwei gelben Karten für Carl Zeiss, Robert Müller und Naoya Kikuchi waren die Übeltäter, zeigte der Unparteiische erneut auf den Punkt, eine Hereingabe von Skerdilaid Curri wehrte Fuchs mit der Hand ab. Maboula Ali Lukunku trat zum zweiten Mal an und kopierte seinen ersten Elfer: wieder in die Mitte, wieder drin - 2:0 für die Guten (36.).
Vom Torhunger geweckt stand der 32-jährige Angreifer vier Minuten später abermals im Mittelpunkt. Nach schönem langen Zuspiel von Jan Hochscheidt traf er zunächst aus 16 Metern per Kopf nur die Latte, verwertete dann aber sicher den Abpraller von der Strafraumgrenze ins rechte Eck zu seinem sechsten Saisontor. Aue führte mit 3:0 gegen Jena durch einen lupenreiner Hattrick von Maboula Ali Lukunku. Ja was soll man dazu sagen? Ein völlig mäßiges Spiel nahm in der letzten Viertelstunde vor der P ause mächtig Fahrt auf. Zwei berechtigte Elfmeter und ein schöner Treffer, alle drei vom Kongolesen, stellten die Weichen bereits zur Pause auf Sieg für Erzgebirge Aue.
Die letzte Aktion vor der Pause gehörte allerdings den Gästen, Fuchs Kopfball kratzte Keeper Martin Männel gerade noch aus dem oberen Eck (45.). "Wir hatten das Spiel eigentlich im Griff gehabt, aber dann folgten zwei Elfer und das 0:3. Ich habe in der Pause meiner Mannschaft gesagt, dass wir versuchen müssen, den Ausgleich zu erzielen.", so Jenas Trainer, der reagierte und für den defensiven Sträßer nun Amirante ins Spiel brachte. Der Angreifer machte ordentlich Betrieb, Jan Hochscheidt war sichtlich überfordert seine rechte Abwehrseite abzusichern. Teammanager Heiko Weber blieb nichts anderes übrig und wechselte ihn fünf Minuten nach Wiederanpfiff für Daniyel Cimen aus, leider blieb die rechte Seite der Schwachpunkt.
Nach einer Stunde folgte der schmerzliche Abgang des Matchwinners, ohne Fremdeinwirkung verletzte sich Maboula Ali Lukunku am Rücken so sehr, dass er vom Platz getragen werden musste. (Nachtrag: Diagnose von Teamarzt Torsten Seltmann: "Es handelt sich um einen kleineren Bandscheibenvorfall. Nach jetzigem Stand ist bei 'Ali' keine Operation notwendig. Er wird voraussichtlich 6 Wochen ausfallen.") Ein Schock für Aue. Doch während sich Jena um den Anschluss bemühte und die Veilchenanhänger aufgrund der 3:0-Führung die Laola durchs weite Rund schickten, köpfte Marc Hensel einen Currri-Freistoß aus fünf Metern zum 4:0 in die Maschen (69.). Der Vorbereiter legte schließlich aus 12 Metern noch einen drauf und verwandelte die Hereingabe von Sven Müller zum Endstand von 5:0 (86.).
Der nun langsam verwaiste Gästeblock und der Jenaer Schembri hatten dies jedoch nicht mehr mitbekommen, in der 82. Minute hatte kurz zuvor eingewechslete Malteser wegen Schiedsrichter-Beleidigung die Rote Karte gesehen und musste so vorzeitig unter die Dusche. Ende gut, alles gut. Aue hat sich durch den deutlichen Heimerfolg vom 13. auf den 11. Platz verbessert. "Wir sind heute sehr zufrieden. Es war ein großer Tag auch für Skerdilaid Curri. Es war eine schöne Einzelleistung von ihm bevor der Schiedsrichter auf Elfmeter entschied. Dann hatte er noch ein Tor vorbereitet und selbst eines gemacht. Am Ende ist der Sieg etwas zu hoch ausgefallen. Wir konnten aber damit den Abstand zu den hinteren Tabellenplätzen vergrößern.", so des Resümee von Trainer Rico Schmitt. Carl Zeiss Jena bleibt eben ein gern gesehener Gast im Erzgebirge, die letzten drei Aufeinandertreffen gewannen die Veilchen mit 15:1 Toren, welch eine Bilanz. (arn) |
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