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FC Rot-Weiß Erfurt: Dirk Orlishausen, Alexander Schnetzler, Martin Pohl, Norman Loose, Bastian Pinske, Fabian Stenzel, Samil Cinaz, Thiago Rockenbach da Silva, Martin Hauswald, Massimo Cannizzaro, Chhunly Pagenburg; Trainer: Karsten Baumann
Eingewechselt: 46. Tino Semmer für Chhunly Pagenburg, 62. Matthias Peßolat für Martin Hauswald, 86. Thomas Ströhl für Thiago Rockenbach da Silva
Kader: Michael Hinz, Christopher Handke, Thorsten Judt, Carsten Kammlott
FC Erzgebirge Aue: Martin Männel - René Klingbeil, Tomasz Kos, Thomas Paulus, Sven Schaffrath - Marco Stark, Marc Hensel, Jan Hochscheidt, Sven Müller, Arne Feick - Eric Agyemang; Trainer: Heiko Weber
Eingewechselt: 46. Skerdilaid Curri für Sven Schaffrath, 58. Aziz Bouhaddouz für Eric Agyemang
Kader: Russi Petkov, Marco Wölfel, Robin Lenk, Sebastian Glasner
Tore: 1:0 Samil Cinaz (Kopfball, 45+1. / Thiago Rockenbach da Silva); 2:0 Tino Semmer (Linksschuss, 90+3. / Samil Cinaz)
Schiedsrichter: Thomas Frank (Hannover)
Zuschauer: 7614
Gelbe Karte: Martin Pohl, Bastian Pinske, Chhunly Pagenburg / Marco Stark (3.), Arne Feick (6.)
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Vorbericht - Hinrundenspiel - Fotos vom Spiel
Spielbericht: Der 11. April bleibt wohl weiterhin ein Erfurter Feiertag. Exakt 55 Jahre nach dem 2:0-Sieg der BSG Turbine über Wismut Aue und dem damit verbundenen ersten DDR-Titelgewinn behielt nun auch d er FC Rot-Weiß die Oberhand - mit dem gleichen Ergebnis wie damals. Für Aue war es nach den drei gewonnen Spielen am Stück sicher ein Rückschlag bzw. ist man wieder auf dem Boden der Realität gelandet und aus der Sicht des Teammanager Heiko Weber war diese 0:2-Niederlage sogar für ihn was ganz Neues. Immerhin verlor der frühere Jenaer erstmals mit einem seiner Teams gegen den FC Rot-Weiß. "Ich kann meinen Jungs nicht einmal einen Vorwurf machen", sagte er und sprach auch vom "Glück, dass die Teams im Tabellenkeller ebenfalls verloren haben und sich somit unser Abstand zu den Abstiegsplätzen nicht verringert hat."
Dennoch muss man gegen einen so verunsicherten Gegner, bei dem nach drei sieglosen Spielen in Folge die Knie wackelten, vor allem offensiv die Sau rauslassen. Zwar nahmen die Veilchen in der ersten Halbzeit das Heft des Handelns deutlich in die Hand, gewannen nahezu jeden Zweikampf und jedes Kopfballduell, doch die einzigste mit Eric Agyemnag besetzte Sturmspitze fehlte an diesem Tag wie eben auch dem Mittelfeld das gewisse Etwas. Viel zu unkonzentriert und bieder agierte man vor dem Gehäuse des Erfurter Keeper Orlishausen. Da kam Eric Agyemang nach gutem Zuspiel von Jan Hochscheidt einen Schritt zu spät (22.), der anschließende Kopfball von Marc Hensel blieb zu harmlos und Sven Schaffrath köpfte nach Flanke von Sven Müller knapp über den Erfurter Kasten (43.). Obendrein versuchte man es mit stümperhaften Showeinlagen. Arne Feick, der sich in der 14. Minute auf der linken Strafraumseite durchsetzte und sich fallen lies, bekam von Schiedsrichter Thomas Frank aus Hannover wegen einer Schwalbe den gelben Karton zu Gesicht. Dennoch werden sich die gut 2.500 l ila-weißen Schlachtenbummler immer noch fragen, was dem 21-jährigen Mittelfeldspieler am Abschluss in das verwaiste Tor hinderte.
Sei's drum. Zu diesem Zeitpunkt sah es nicht so aus, als ob der Gastgeber hier was reißen würde, bis auf den 30-Meter-Freistoß von Thiago Rockenbach da Silva (28.) blieb es bei den Thüringern lange Zeit das einzig Nennenswerte. Allerdings zeigte der von einigen Bundesligavereinen umworbene Brasilianer dann sein Können und zum wiederholten Mal brachte ein Standard von ihm die Rot-Weißen in Front, als Cinaz nach Rockenbachs Freistoß urplötzlich einköpfte (45.). Quasi aus dem Nichts heraus hatten die Erfurter den Führungstreffer erzielt und durch dieses Tor den Eindruck einer insgesamt schwachen ersten Hälfte getilgt.
Nach dem Wiederanpfiff bekamen die heimischen Fans im Steigerwaldstadion an diesem Osterwochenende dann ihre Show geboten. Weil die Veilchen nun auf machen mussten und die Viererabwehrkette durch die Herausnahme von Sven Schaffrath komplett umgestellt wurde, gab es zunehmend mehr Räume für die Rot-Weißen, die mit direkten, schnellen Ballstafetten die bis dahin sicher stehenden Auer Defensive ordentlich durchwirbelte und das ein oder andere Mal eiskalt aushebelte. So traf Stenzel in der 49. Minute zwölf Meter vor dem Tor den Außenpfosten. "Wir mussten nach dem 0:1 offensiver agieren. Da ist es völlig normal, dass der Gegner mehr Räume bekommt", meinte Innenverteidiger Thomas Paulus, der genau wie Arne Feick in langärmligen Trikots den Rasen beackerte.
Das 2:0 schien also nur eine Frage der Zeit zu sein, doch es fiel zunächst nicht, weil die Chancenauswertung zu wünschen übrig ließ. Einen rabenschwarzen Tag in dieser Hinsicht hatte der Erfurter Top-Stürmer Cannizzaro. Er vergab gleich vier Hunderprozentige (59., 63., 75., 87.), stand kurz v or der Verzweiflung und hielt durch sein Unvermögen die Unsrigen im Spiel. Und solange die Vorentscheidung ausblieb, drängten die Veilchen auf den Ausgleich, den Arne Feick in der 87. Minute am nächsten kam. Nach einer Flanke des aufgerückten Kapitäns Tomasz Kos traf er leider nur das Außennetz. Auch der zur Pause eingewechselte Skerdilaid Curri zerrte immer wieder an den Ketten und bereitete einige verheißungsvolle Gelegenheiten vor, doch waren seine geschlagenen Standards allenfalls Rückgaben für den 1,96m großen Schlussmann im Erfurter Tor. Einen guten Eindruck hinterließ ohne Frage Aziz Bouhaddouz, der seit der 60. Spielminute die Dienste von Eric Agyemang übernahm und eine Minute vor Ultimo nur knapp an der Hereingabe von Sven Müller vorbeirrutschte.
Denoch gelang auf Seiten der Auer zum vierten Mal in dieser Saison kein eigener Treffer, im Gegenteil, Semmer machte in der vierten Minute der Nachspielzeit mit einem trockenen Schuss aus 18 Metern alles klar. Letztlich geht der Erfurter Sieg auf Grund der überzeugenden zweiten Halbzeit in Ordnung. Ein enttäuschter Trainer Rico Schmidt sieht dies jedoch anders: "Ein Remis wäre verdient gewesen. Die Mannschaft hat alles gegeben. Ab der 15. Minute hatten wir das Spiel im Griff, aber wir haben versäumt, die Verunsicherung der Erfurter zu nutzen. Mit dem Tor vor dem Halbzeitpfiff kippte das Spiel." (arn) |
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