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3. Liga 2008/09

Spielbericht

37. Spieltag - Samstag, 16.05.2009 - 13:30

Wuppertaler SV - FC Erzgebirge Aue 1:0 (1:0)

Wuppertaler SV: Christian Maly, Marco Neppe, Mitja Schäfer, Nils Fischer, Michael Lejan, Michael Stuckmann, Steve Müller, Sven Lintjens, Tim Jerat, Tobias Damm, Marcel Reichwein; Trainer: Uwe Fuchs

Eingewechselt: 63. Jan Hammes für Sven Lintjens, 78. Dirk Heinzmann für Tobias Damm, 83. Björn Weikl für Tim Jerat

Kader: Sascha Samulewicz, Benjamin Barg, Mike Rietpietsch, Christopher Mahrt

FC Erzgebirge Aue: Martin Männel - René Klingbeil, Tomasz Kos, Thomas Paulus, Sven Schaffrath - Jan Hochscheidt, Daniyel Cimen, Arne Feick, Sven Müller - Mohammed El Berkani, Marc Hensel; Trainer: Heiko Weber

Eingewechselt: 53. Sebastian Glasner für Daniyel Cimen, 72. Benjamin Baltes für Mohammed El Berkani

Kader: Russi Petkov, Marco Wölfel, Pierre Le Beau, Aziz Bouhaddouz

Tore: 1:0 Sven Lintjens (Rechtsschuss, 26. / Tobias Damm)

Schiedsrichter: Thomas Gorniak (Bremen)

Zuschauer: 4065

Gelbe Karte: Tim Jerat, Mitja Schäfer / Mohammed El Berkani (2.), Sven Schaffrath (3.)

 
 
     
   
     
     
     
     
     
     
     
 

Vorbericht - Hinrundenspiel - Fotos vom Spiel

Spielbericht: Wieder einmal gab es für Fußballenthusiasten an diesem sonnigen Samstagnachmittag nichts, was einen hätte ein Lächeln auf die Lippen zaubern können. Nach dem geschafften Klassenerhalt versprach die Mannschaft zwar den Druck aufrecht zu erhalten, aber in den letzten vier Spielen sahen die Auer Fans wenig Überzeugendes. Mit keinem Tor ihrer Mannschaft und nur einen Punkt mussten sich die Anhänger in diesen Spielen zufrieden geben. "Es ist eben schwierig, die Spannung aufrecht zu erhalten, wenn die Saison gelaufen ist. Jeder einzelne Spieler muss sich aber hinterfragen, ob er die richtige Einstellung zeigt", sagte Teammanager Heiko Weber. Der angepriesene einstellige Tabellenplatz ist nach dieser Schmach ohne Hilfe anderer ebenfalls nicht mehr zu schaffen. Dass diese noch größer werden kann, könnte sich am letzten Spieltag im Sachsenderby bewahrheiten, wenn man ebenfalls so lust- und konzeptlos sein Trikot über den Rasen spazieren trägt, wie gegen Wuppertal. "Natürlich ist das Spiel gegen Dynamo auch wichtig für uns. Wir müssen uns gehörig steigern und eine Reaktion zeigen. Ansonsten geht es nach hinten los", erklärte Keeper Martin Männel.
Dabei begann die Elf, die durch rund 160 unerschrockene Schlachtenbummler unterstützt wurde, recht ordentlich und machte einen frischeren Eindruck, als die in blau-roten Jerseys spielenden Wuppertaler, die noch um den Klassenerhalt bangen. Zwingende Torchancen sprangen jedoch nicht heraus und in der Folge flachte die Partie mächtig ab. Schiedsrichter Thomas Gornik ließ zudem keinen Spielfluss aufkommen und pfiff fast jeden Zweikampf ab. Die erste Gelbe bekam Jerat nach acht Minuten, eine weitere Sven Schaffrath (15.) und schließlich hatte sich Mohamed El Berkani, der neben Marc Hensel in der Offensive wohl seine letzte Chance bekam, den gelben Karton nach einem Allerweltsfoul abgeholt (24.).
Genau in dieser zerfahrenen Phase machte der WSV das Tor. Lintjes kam, nach einem Einwurf und der Hand von Damm, völlig frei an den Ball und drosch das Leder aus gut 20 Metern durch die Auer Abwehrkette flach in die Maschen (26.). Martin Männel hatte beim ersten Torschuss der Hausherren keine Abwehrchance. Die Veilchen spielten unbeeindruckt weiter, ließen aber den unbedingten Willen vermissen, den Rückstand noch umzubiegen. So waren der Kopfball von Marc Hensel (31.), ein Schüsschen von Arne Feick (37.), der erneut im Langarmshirt auflief, und die Freistoß-Hereingabe von Jan Hochscheidt (42.) die einzig nennenswerten Offensivaktionen. Doch entweder rettete WSV-Keeper Maly ohn Mühe oder der Abschluss war zu ungenau. Da diese Möglichkeiten keinen zählbaren Erfolg einbrachten, ging es mit der Wuppertaler Führung in die Pause, in der das Maskottchen - Löwe Pröppi - per Tandem-Fallschirm auf dem Rasen landete. Der Sinn erschließt sich nicht ganz, aber hey, warum nicht?!?
Nachdem die zweite Halbzeit angepfiffen wurde, hatten die 4.000 WSV-Fans fast den zweiten Torschrei auf den Lippen. Martin Männel, zunächst mit Problemen den Ball vom völlig allein gelassenen Stuckmann zu parieren, konnte sich dann aber gerade noch rechtzeitig auf die durchgerutschte Kugel werfen (52.). Sebastian Glasner, für Daniyel Cimen ins Spiel gekommen, sollte es nun richten und so versuchten die Veilchen den Druck gegen die auf Konter lauernden Hausherren zu erhöhen. Doch wusste sich keiner der Auer Akteure den sich bietenden Raum zu nutzen. Ein weiteres Manko waren die Hereingaben von Außen, fühlbare 80 Prozent gingen hinter das Tor. So bot sich in der Folgezeit dasselbe Bild wie in Halbzeit eins: fehlendes Durchsetzungsvermögen im Wuppertaler Strafraum mit leidenschaftslosem Gekicke.
Erst in den letzten 15 Minuten gab es ein leichtes Aufbäumen der komplett in weiß spielenden Auer, in dessen Reihen sich Benjamin Baltes wieder zurück meldete und für Mohamed El Berkani etwas mehr Schwung in den lahmen Haufen brachte. Der Belagerungszustand des Wuppertaler Strafraums war Bestandteil des Schlussakkords. Die Hausherren versuchten nur noch das Ergebnis über die Zeit zu bringen und hatten zudem das Glück auf ihrer Seite. Zuerst prüfte Arne Feick Torhüter Maly mit einem eher harmlosen Schuss, den der Schlussmann aber durchrutschen ließ und so der Ball wenige Zentimeter neben dem Kasten ins Aus rollte (81.). Beim nächsten Versuch des besten FCE-Torschützen warf sich der Ex-Auer Steve Müller in den Freistoß und lenkte so die Kugel zur Ecke und beim dritten Anlauf hatte Arne Feick viel Platz, jedoch kein Zielwasser mehr, sodass sein Linksschuss erneut nicht den Weg ins Tor fand und knapp am Pfosten vorbei strich (87.).
Mehr sollte an diesem Tag nicht gelingen. Die Talfahrt geht weiter und die dunklen Wolken über Teammanager Heiko Weber verdichten sich immer mehr. Zudem stellt sich der gemeine Fan die Frage, warum er Pierre le Beau über 80 Minuten warmlaufen lassen hat, um dann doch nur zwei Wechsel vorzunehmen. Nun bleibt zu hoffen, dass im letzten Heimspiel gegen Dynamo Dresden die Wismut-Tugenden wie Kampfgeist, Leidenschaft und spielerischen Willen zum Aufblühen kommen, sonst Verwelken die Veilchen zum Saisonende komplett. (arn)