FC Hansa Rostock: Benjamin Uphoff - Jan Mejdr, Ahmet Gürleyen, Florian Carstens, Viktor Bergh - Marco Schuster, Jonas Dirkner, Kenan Fatkic, Benno Dietze - Andreas Voglsammer, Ryan Naderi; Trainer: Daniel Brinkmann
Eingewechselt: 65. Nico Neidhart für Jan Mejdr, 65. Emil Holten für Andreas Voglsammer, 81. Cedric Harenbrock für Benno Dietze, 88. Maximilian Krauß für Jonas Dirkner
Kader: Max Hagemoser, Franz Pfanne, Christian Kinsombi, Adrien Lebeau, David Hummel
Spielbericht: Bär trifft nach zehn Monaten wieder, doch Naderi schockt Aue in allerletzter Sekunde
Alles sah nach einer Punkteteilung aus, da schlug Hansa Rostock in letzter Sekunde zu. Dank Ryan Naderis Siegtreffer zum 2:1 feiert die Kogge einen gelungenen Einstand in die Rückrunde gegen Erzgebirge Aue und untermauerte seine Ambitionen nach oben. Ohne jeden Winterneuzugang ging Rostock in das erste Pflichtspiel des Jahres, in dem die Kogge ihren 60. Geburtstag nachfeierte. Trainer Daniel Brinkmann setzte beim Tabellenfünften folglich auf altbewährte Kräfte, im Vergleich zum 1:1 gegen Saarbrücken vor Weihnachten begann lediglich Eigengewächs Dietze für Lebeau (Bank). Auch in Aue gab es noch keine Transfers zu vermelden, dennoch musste Veilchen-Trainer Jens Härtel mehrfach umbauen. Unter anderem Fallmann, Guttau (beide angeschlagen) und Stefaniak (gelbgesperrt) fehlten beim Gastspiel an der Ostsee, dafür feierten Collins sein Startelfdebüt und Bär sein abermaliges Comeback nach langer Leidenszeit. Zwischen den Pfosten bot sich dagegen das gleiche Bild wie vor der Winterpause: Lord verdrängte Vereinsikone Männel erneut auf die Bank. Aufstiegstraum gegen Abstiegsangst, so war das Duell vor Anpfiff überschrieben worden.
Den besseren Start erwischten die abstiegsbedrohten Veilchen, die immer wieder hohe Ballverluste provozierten und zu ersten Chancen kamen. Doch Clausens Warnschuss war kein Problem für Hansa-Keeper Uphoff (13.), der zwei Minuten später auch gegen Günther-Schmidt stark zur Stelle war (15.). Zuvor hatte Aue bereits Kapitän Majetschak verloren, der 25-Jährige musste nach 13 Minuten verletzungsbedingt von Fabisch ersetzt werden. Die Partie verflachte zunehmend, Spielfluss mochte wegen vieler Ballverluste und Fouls nicht zustande kommen. Erst nach einer guten halben Stunde fanden bis dahin unkreative Rostocker besser in die Partie. Die erste Chance der Kogge hatte aber ein Auer: Ehlers köpfte den Ball aus kurzer Distanz völlig unbedrängt nur knapp über das eigene Tor (35.). Mit der ersten eigenen Möglichkeit schlug der FCH dann eiskalt zu: Bergh leitete einen Ball direkt zu Dirkner weiter, der die Kugel alleine vor Lord ins Tor spitzelte (44.). Doch das letzte Wort vor dem Pausenpfiff hatte Aue: Clausen bediente Bär am langen Pfosten, wo der Stürmer zum verdienten 1:1 ausglich (45.+4) - es war sein erstes Tor nach seinem Comeback just an dem Ort, an dem er sich im März des vergangenen Jahres die Achillessehne gerissen hatte.
Nach dem Seitenwechsel war die Kogge dann deutlich besser im Spiel und drückte Aue tief in dessen eigene Hälfte. Doch Kapital konnten die Hausherren daraus nicht schlagen, zu selten kamen sie zu Chancen. Ein Schuss von Voglsammer wurde geblockt (48.), Naderi jagte den Ball aus der Distanz rechts vorbei (51.). So fand auch der FC Erzgebirge zurück in die Partie, die nun wieder auf überschaubarem Niveau ausgeglichen war. Vor den Toren passierte weiterhin wenig, nur einmal musste sich Uphoff auszeichnen - und wie! Bär legte Clausen den Ball am Elfmeterpunkt vor, doch seinen Abschluss lenkte der Hansa-Keeper noch mit einem herausragenden Reflex zur Ecke (60.). Auf der Gegenseite spitzelte Collins den Ball gerade noch vor Naderi weg, der sonst aus kurzer Distanz nur noch hätte einschieben müssen (70.). In der Schlussphase intensivierte Rostock nochmal seine Offensivbemühungen, doch die Veilchen standen defensiv sehr stabil. Lediglich ein Schuss des eingewechselten Harenbrock knapp am rechten Winkel vorbei sorgte noch einmal für Gefahr (83.), ansonsten trudelte die Partie ihrem Ende entgegen. Bis in der 90. Minute Rostock aufdrehte: Neidhart jagte den Ball noch knapp über die Latte (90.), legte vier Minuten später aber vor für Naderi, der die Kugel nicht perfekt traf und gerade deshalb unhaltbar ins linke Eck streichelte. Es war der Lucky Punch in allerletzter Sekunde. Während sich Aue nicht für eine gute Leistung belohnen und im Tabellenkeller nicht punkten konnte, blieb Rostock auch im elften Ligaspiel nacheinander ohne Niederlage und untermauerte seine Ambitionen nach oben. Die Serie kann die Kogge am kommenden Sonntag in Mannheim fortsetzen. Aue erwartet bereits am Samstag zuhause das Kellerduell gegen Ulm. (kicker)