Spielbericht: Boyds umstrittener Lucky Punch sichert Mannheims vierten Heimsieg in Folge
Waldhof Mannheim gewinnt durch den späten und umstrittenen Treffer von Boyd mit 2:1 gegen Erzgebirge Aue, das dem Abstieg ungebremst entgegenschlittert. Nach einer starken ersten Hälfte der Veilchen und der verdienten Führung wachte der Waldhof auf und erkämpfte sich einen glücklichen Sieg. Vor der Länderspielpause gastierte ein stark abstiegsgefährdetes Erzgebirge Aue bei Waldhof Mannheim. Nach drei Heimsiegen in Folge und dem 1:4 beim VfL Osnabrück am vergangenen Wochenende nahm Waldhof-Coach Luc Holtz vier Änderungen in seiner Startformation vor: Boyd nach Rotsperre und Sietan nach Krankheit kehrten für Bierschenk und Rieckmann in die Startelf zurück. Außerdem begannen Thill und Asallari für Kryeziu und Ogbemudia, der mit einer Entzündung am Fuß für das Verbandspokal-Halbfinale geschont wurde. Aues Trainer Christoph Dabrowski auf der anderen Seite, dessen Team in der Rückrunde erst magere zwei Pünktchen sammelte und in dieser Spielzeit lediglich einmal in der Fremde jubeln konnte, veränderte sein Team nach dem 2:4 bei Rot-Weiss Essen auf drei Positionen: Für Clausen und Weinhauer (beide Bank) und den gelbgesperrten Collins starteten Uhlmann, Stefaniak und Seiffert.
Im Carl-Benz-Stadion entwickelte sich eine zweikampfintensive Partie, die sich zunächst viel im Mittelfeld abspielte. Malone per Kopf (6.) und Boyd, der nicht entscheidend an eine Asallari-Flanke kam (10.), verzeichneten die ersten Torannäherungen. Dann aber wurden mutig auftretende Sachsen stärker und hatten durch drei Chancen von Bär innerhalb von fünf Minuten die Möglichkeit, in Führung zu gehen. Nach einem Doppelpass von Seiffert und Stefaniak setzte Bär eine Direktabnahme aus zwölf Metern über den Kasten (19.), ehe er eine Minute später frei vor Nijhuis auftauchte, den Keeper umkurvte, aber dadurch zu weit herausgetragen wurde und seinen Abschluss per Hacke nicht mit Erfolg krönen konnte. Die dritte Chance des Stürmers in der 23. Minute war ein Flugkopfball aus sieben Metern, der knapp am linken Pfosten vorbeistrich. Die Kurpfälzer agierten offensiv zu harmlos und leisteten sich defensiv Nachlässigkeiten. Ba konnte eine Flanke im Strafraum nicht klären, der sichtlich überraschte Günther-Schmidt setzte das Spielgerät aus acht Metern aber am Gehäuse vorbei (31.). Vor der Halbzeit näherten sich die Buwe durch Asallaris Schuss aus 20 Metern (38.) und Bas Mischung aus Flanke und Schuss (42.) zwar an, doch die Gäste stachen zu. Boyd klärte einen langen Einwurf von Malone in die Füße des umtriebigen Stefaniak, der aus 17 Metern platziert ins linke Eck zum 1:0-Pausenstand traf (44.).
Nach dem Seitenwechsel zeigte der Waldhof ein völlig anderes Gesicht und agierte druckvoll und bissig. Boyd aus der Drehung (46.) und Lohkemper aus sechs Metern nach einer unfreiwilligen Ablage von Zobel (49.) setzten den Ball aber über den Querbalken. Folgerichtig fiel dann der Ausgleich. Michel tanzte auf der linken Seite Uhlmann aus. Seine Hereingabe versenkte der eingewechselte Bierschenk traumhaft aus 13 Metern im Winkel (50.). Die Sachsen stabilisierten sich in der Folge. Mehr als ein Abseitstor durch Bär nach Ablage von Ehlers an den zweiten Pfosten sprang dabei aber zunächst nicht heraus (64.). Auf der anderen Seite brannte es lichterloh im Gäste-Strafraum. Boyd schlenzte aus 14 Metern vorbei (67.) und Männel wischte Lohkempers Kopfball gerade noch zur Seite weg (68.). Bis auf einen Distanzschuss von Simnica, der Nijhuis aus gut 25 Metern prüfte (72.), blieben die Veilchen offensiv zu harmlos und die Gastgeber waren der späten Führung näher, ohne ihrerseits richtig zwingend zu werden. Als alles nach einem leistungsgerechten Remis aussah, markierte Boyd, der in der 88. Minute noch über das Tor schoss, den Lucky Punch. Der Stürmer nahm einen langen Ball von Hoffmann rechts im Strafraum mit der Brust mit und wuchtete den Ball an die Unterkante der Latte. Von da aus ging der Ball jedoch nur zum größten Teil ins Tor, ein Stück landete auf der Torlinie, ehe die Kugel wieder gegen den Querbalken prallte (90.). Nach kurzem Zögern gab Schiedsrichter Timon Schulz das 2:1-Siegtor jedoch trotzdem. Damit festigten die Buwe den neunten Platz, während die Sachsen weiter ungebremst dem Abstieg entgegenschlittern. Am kommenden Samstag ist Mannheim im Halbfinale des Landespokals Baden beim 1. FC Bruchsal gefordert. Tags darauf trifft Aue im Viertelfinale des Landespokals Sachsen auf den SSV Fortschritt Lichtenstein. (kicker)