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FSV Frankfurt - FC Erzgebirge Aue 'Vorschau'

"Wir haben die Aufgabe, die Verpflichtung, dass wir die sehr gute Runde positiv abschließen", sagte Rico Schmitt auf der Pressekonferenz vor dem Debütspiel beim FSV Frankfurt. Demnach muss das letzte Punktspiel der Saison gewonnen werden, auch weil "die 53 Punkte eine schöne Sache sind, aber dies nicht alles gewesen sein kann." Zurzeit stehen die Veilchen auf Rang fünf und hätten mit dieser Endplatzierung zugleich eine wichtige Grundlage auch in Hinsicht auf die Fernsehgelder betrieben. Allerdings kann der FCE bei einer Niederlage und siegreicher Konkurrenten auch auf Rang neun stürzen. Damit wäre man nicht nur tabellarisch schlechter als in den ersten drei Zweitliga-Saisons (8. / 7. / 7.), sondern hätte die gute Hinrunde vollends weggeschmissen.
Beim momentan mit 38 Punkten Zwölfplatzierten FSV Frankfurt wird auf alle Fälle die beste Zweitligaplatzierung seit Einführung der eingleisigen 2. Bundesliga in den Geschichtsbüchern stehen (mindestens Rang 14, zuvor bestenfalls Platz 15). Doch auch hier schmälert eine schwache Rückrunde die sehr gute Hinrunde. Stolze 28 Punkte sammelte der FSV im ersten Teil der Saison und stellte frühzeitig die Weichen Richtung Klassenerhalt. Doch dann kam der Frankfurt-Express ins Stocken. Nach einer deftigen 0:6-Klatsche bei Fortuna Düsseldorf folgte das Gastspiel in Aue. Das verlegte Hinrundenspiel am 1. Februar 2011 war das erste Aufeinandertreffen der beiden Teams in einem Pflichtspiel. Die Lila-Weißen sicherten sich mit dem 3:1-Erfolg nachträglich die Herbstmeisterschaft in der 2. Bundesliga - die Erste für einen Verein aus dem Osten - und das Team von Hans-Jürgen Boysen geriet immer mehr in den Abwärtsstrudel. Nur Eines der letzten 15 Liga-Partien konnte gewonnen werden (drei Remis, elf Niederlagen). Zudem kassierte der FSV insgesamt sieben Heimniederlagen, so viele wie Aue auswärts.
Plötzlich gab es nicht nur sportlich viele Baustellen. Auch der Standort Bornheim sorgte für viel Kopfzerbrechen im Verein. Im Moment hat das dort gelegene Frankfurter Volksbank Stadion ein Fassungsvermögen von 10.500 Zuschauern, die alte Haupttribüne bietet derzeit 2400 Besuchern Platz. Nach dem Umbau, der nur mit einer Verlängerung der Ausnahmegenehmigung vollzogen werden kann, soll das Stadion 12.500 Zuschauern Platz bieten. "Wir freuen uns natürlich über diese Entscheidung. Wir konnten der DFL nachweisen, dass der Spielbetrieb auch während der Umbauphase gewährleistet ist", erklärte Clemens Krüger, der Geschäftsführer Finanzen des FSV Frankfurt, sichtlich erleichtert nach der Befürwortung dieser Ausnahmegenehmigung von der DFL. So wird zum Beispiel mit Hilfe von vorgezogenen Baumaßnahmen vor allem an der Nord- und Südtribüne das Fassungsvermögen des Stadions auch während der Rekonstruktion der Haupttribüne immer knapp 10.000 Zuschauer betragen. Für die Heimspiele des FSV in der kommenden Saison eine eigentlich ausreichende Zahl, die Verantwortlichen des Zweitligisten planen in der neuen Spielzeit mit durchschnittlich 4.670 Zuschauern. Aktuell liegt der Schnitt bei 4.150 Zuschauern und selbst beim Spitzenspiel gegen Hertha BSC verirrten sich nur 7.477 Besucher im Stadion am Bornheimer Hang. Seit dem stetigen Aufwärtstrend, als man 2006/07 aus der viertklassigen Hessenliga empor stieg, steht man zuschauertechnisch weiterhin im Schatten des noch Erstligisten Eintracht Frankfurt und muss sich auch noch gegen den Drittligisten Kickers Offenbach behaupten.
Hinzu kommen eben die schlechten Auftritte mit nur einem Sieg (2:1 gegen 1860 München) aus den letzten sechs Heimspielen (ein Remis, vier Niederlagen). Obendrein spielte der FSV seit zwölf Spielen nicht mehr zu Null, verlor jedoch elfmal mit nur einem Tor Differenz denkbar knapp. 42 Tore stehen auf der Habenseite der Frankfurter, damit haben sie vier Buden mehr geschossen als Aue. FSV-Toptorjäger und mit 33 Einsätzen der Dauerbrenner bei Frankfurt, Sascha Mölders, versenkte den Ball dabei 15 Mal im Kasten des Gegners und wird für finanzkräftige Ligakonkurrenten und höherklassige Vereine immer interessanter. Als der gebürtige Essener 2006/07 für die U23 des MSV Duisburg auflief, wurde er mit 24 Treffern bereits Torschützenkönig der Oberliga Nordrhein. Zwei Jahre später erzielte er für Rot-Weiß Essen sagenhafte 28 Tore in 34 Spielen und krönte sich diesmal zum Torschützenkönig der Regionalliga West.
So einen Knipser kann Aue gut gebrauchen. Seit 180 Minuten wartet man bei den Veilchen auf einen Torerfolg. Auch steht man mit der mageren Torausbeute (38) auf den fünftletzten Rang. Wenn dann noch der mit neun Toren und zwei Vorlagen torgefährlichste Auer, Marc Hensel, die Lila-Weißen verlassen sollte, besteht definitiv Handlungsbedarf in der Offensive - kommt Zeit, kommt Rat!?! Nun heißt es erstmal am Sonntag die sechste Zweitliga-Saison in der Geschichte des FC Erzgebirge würdevoll zu beenden. 75 Siege, 52 Unentschieden und 76 Niederlagen stehen hierbei zu Buche. Ein Grund mehr die finale Partie erfolgreich zu gestalten. Routinier und Topvorbereiter (8) Skerdilaid Curri hat jedoch so seine Befürchtungen: "Im letzten Spiel fehlt bei uns immer was, das haben wir in den letzten Jahren nie gewonnen."
Schiedsrichter der Partie wird Georg Schalk aus Augsburg sein. Ein nicht ganz Unbekannter, wenn die Veilchen auf dem Platz standen. In neun Zweitliga-Partien ging der FC Erzgebirge dreimal als Sieger vom Platz. Des Weiteren stehen drei Unentschieden und vier Niederlagen in der Statistik des schwarzen Mannes. Martin Petersen (Leinfelden-Echterdingen) und Thomas Färber (Augsburg) werden dem 44-Jährigen stellvertretenden Redaktionsleiter bei der Günzburger Zeitung an der Seite assistieren. Als vierter Offizieller ist Markus Pflaum (Hallstadt) gesetzt.


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