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1. FC Lok Leipzig - FC Erzgebirge Aue 'Die Loksche machts'

Nach der verpassten Chance bleibt nur Trauer, Wut und Verachtung - all das muss ausgehalten werden!?
Nach der verpassten Chance bleibt nur Trauer, Wut und Verachtung - all das muss ausgehalten werden!?
Für die vielen mitgereisten Fans und für die Mannschaft von Jens Härtel endet die Saison 2024/25 mit einer herben Enttäuschung. 120 Spielminuten und ein Elfmeterschießen lang hatten alle Aue-Sympathisanten gehofft und gebangt, hier im mit 12.154 ausverkauften Bruno-Blache-Stadion endlich den Pokal des sächsischen Verbands beim zweiten Finalanlauf in Folge in die Höhe zu stemmen. Leider tat dies dann wieder der Gegner, der als Regionalligameister nun auch noch den Titel Sachsen-Pokalsieger 2025 sein Eigen nennen durfte. Den entscheidenden Elfmeter zum 6:5 verwandelte Kireski für die Mannen aus der Messestadt.
 
2016 stand der FC Erzgebirge Aue letztmalig auf dem Pott und muss sich nun wieder ein Jahr gedulden.
2016 stand der FC Erzgebirge Aue letztmalig auf dem Pott und muss sich nun wieder ein Jahr gedulden.

Die zuvor ausgelassene Stimmung im Gästeblock war dahin. Pfiffe, Beleidigungen, aggressive Drohgebärden hielten die Mannschaft davon ab, in die Kurve zu kommen. “Wir wollten unbedingt den Pokal nach Aue holen, das ist uns nicht gelungen. Wir wollten die Saison versöhnlich abschließen, das ist uns auch nicht gelungen”, sagte ein sichtlich enttäuschter Erik Majetschak, der damit selbst den Grund für die hitzige Gemütslage im Gästeblock nannte. Zu oft hatte man versucht, immer das Beste in der schon ergebnisschwachen Saison zu sehen. Doch nun war das Maß voll, übervoll. “Ich habe es nicht verstanden, dass die Fans uns weggeschickt haben. Das hat die Mannschaft nicht verdient”, konnte oder wollte Jens Härtel das eben Erlebte nicht richtig einordnen. Vielleicht weiß es der Coach jetzt oder fragt mal bei seinem Vorgesetzten Matthias Heidrich nach: “Dass die Fans sauer sind und ihren Emotionen freien Lauf lassen, das ist total normal. Wenn wir jetzt alle nach Hause fahren und nichts machen würden, würde es mich auch wundern. Insofern gilt es das jetzt auszuhalten.”
 
Perfekter Rahmen für ein spannendes Pokalfinale.
Perfekter Rahmen für ein spannendes Pokalfinale.

Fußball ist und bleibt Ergebnissport. Und wären die lila-weißen Akteure die 120 Minuten zuvor mit der nötigen Entschlossenheit angegangen und hätten sich mehr als nur eine Handvoll Torchancen herausgespielt und diese auch genutzt, dann würde man freudestrahlend sich in den Armen liegen, sich begießen und alles und jeden feiern. Doch es entwickelte sich ein Spiel mit wenigen Möglichkeiten, trotz hoher Intensität. Gegenhalten war angesagt, niemand wollte zu viel riskieren und in Rückstand geraten. Vor der Pause hatten beide Mannschaften dann je eine gute Gelegenheit: Sean Seitz (31.) vergab nach einem Abwehrfehler der Hausherren und gutem Zuspiel von Omar Sijaric nur knapp. Auf der Gegenseite wurde ein Abschluss von Lok-Kapitän Ziane (33.) in letzter Minute geblockt.
 
70 Jahre her: FDGB-Pokalsieger von 1955.
70 Jahre her: FDGB-Pokalsieger von 1955.

Auch nach dem Pausentee blieb die Partie intensiv, aber zu keiner Zeit hochklassig. Zwar prüfte Kang 39 Sekunden nach dem Seitenwechsel Aues Torhüter Martin Männel mit einem Distanzschuss, doch zündende Ideen kamen meist nur aus den beiden Fanlagern, die hier und da Pyro in den jeweiligen Vereinsfarben abbrannten. Dann vielleicht doch was Zielführendes über Standards. In der 67. Minute rettete Lok-Torhüter Müller mit einem starken Reflex nach Eckball und anschließendem Kopfball von Niko Vukancic den Einschlag. Linus Rosenlöcher, der bereits in der 25. Minute für den verletzten Kilian Jacob eingewechselt wurde, probierte es noch mit einem Fernschuss (85.), doch auch er konnte die Verlängerung nicht verhindern.
 
Intensivgeführte Zweikämpfe standen vermehrt auf der Tagesordnung als gezielte Abschlüsse.
Intensivgeführte Zweikämpfe standen vermehrt auf der Tagesordnung als gezielte Abschlüsse.

In dieser probierten beide Teams tatsächlich den Bock noch umzustoßen. Gefühlt gab es bereits in der ersten Hälfte des Nachsitzens mehr Torraumszenen als in der gesamten regulären Spielzeit. Allerdings fehlten immer noch klare Abschlussmöglichkeiten. Das änderte sich auch bis zur 120. Minute nicht, so dass das Elfmeterschießen entscheiden musste und vor den Fans des Regionalligisten auch noch Torhüter Müller und Kireski zu Helden wurden. Der Keeper parierte den sechsten Auer Versuch von Tim Hoffmann, Kireski versenkte den letzten Schuss zum umjubelten Pokalsieg. Die Lok-Fans fluteten das Spielfeld, während die Auer Spieler konsterniert herunterschlichen und noch ihren ‘Lohn’ vorm Gästeblock abholten.
 
Das wars. Aue verliert dramatisch im Elfmeterschießen und verpasst zum zweiten Mal nacheinander den Pokalerfolg.
Das wars. Aue verliert dramatisch im Elfmeterschießen und verpasst zum zweiten Mal nacheinander den Pokalerfolg.

Sportlich war das alles nicht berauschend, finanziell erst recht nicht. Dem Kumpelverein fehlt nun ein ordentlicher Batzen Geld aus der verpassten DFB-Pokalteilnahme, die bekanntlich mit dem Heimrecht auch eine volle Hütte mit sich bringt. Zu ändern ist dies jetzt alles nicht mehr oder mit den Worten von Aues Sportgeschäftsführer: “Der letzte Eindruck bleibt, den können wir erst in der Vorbereitung beziehungsweise am ersten Spieltag der neuen Saison geraderücken. Solang bleibt dieses Spiel als Letztes stehen. Klar, der erste Eindruck ist entscheidend, aber der letzte bleibt - und der bleibt negativ.”
 
Matthias Heidrich: "Der letzte Eindruck bleibt - und der bleibt negativ."
Matthias Heidrich: “Der letzte Eindruck bleibt - und der bleibt negativ.”

Spielbericht
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