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Jens Stopp im Gespräch

“Der Zusammenhalt in Aue ist riesig”, sagt FCE-Vizepräsident Jens Stopp - seit Mitte der Neunziger Mitglied im Förderkreis und seit 2009 im FCE-Vorstand ist. Der 49-Jährige spielte selbst 20 Jahre Fußball und führt nun alle Vertragsverhandlungen mit Spielern und deren Beratern.

FCE: 30 Spiele sind absolviert, vier stehen aus. Wie bewerten Sie die laufende Saison?
Jens Stopp: Auf eigenem Platz acht Siege, drei Unentschieden und nur vier Niederlagen; aus meiner Sicht ist das sehr gut. Auch die Ausbeute von zehn Auswärtspunkten finde ich o.k., aber in der Zukunft ausbaufähig. Die großen Fortschritte wurden im spielerischen Element erzielt. Negativ sind zu viele Gegentore, jedoch sollte man hier nicht vergessen, dass unsere Mannschaft durch verletzungsbedingte Ausfälle sehr oft nicht mit der gleichen Abwehrkette spielen konnte. Am meisten aber freue ich mich über die mannschaftliche Geschlossenheit.

FCE: Sie sind mit der Arbeit der Trainer zufrieden?
Jens Stopp: Unbedingt. Wir vom Vorstand sind sehr froh, dass sich unser Cheftrainer und seine Mitstreiter Hodul und Petkov bis jetzt für ihre sehr gute Arbeit belohnen konnten. Unser Präsident hat immer betont, dass er sich für die Cheftrainerposition eine gewisse Kontinuität wünscht. Dazu ist der sportliche Erfolg natürlich unabdingbar. Ich bin überzeugt, dass wir unser Ziel Klassenerhalt vor dem letzten Spieltag erreichen.

FCE: Man darf also schon an die neue Saison denken?
Jens Stopp: Man muss es. Es wurde bereits mit einigen Spielern über vertragsrelevante Dinge gesprochen. Wir hoffen, nach Ostern die eine oder andere Vertragsverlängerung bekanntgeben zu können. Sicherlich liegen uns Anfragen anderer Vereine zu einigen Spielern vor. Es ist aber aus meiner Sicht noch viel zu früh, um zu spekulieren. Es sind noch vier Spiele zu absolvieren. Da können Verletzungen auftreten und schon sprechen wir von anderen Fakten. Das heißt, erst diese Saison zu Ende spielen und danach in Ruhe und mit Verstand über eventuelle Wechsel von Spielern entscheiden.

FCE: Wie lautet die Zielstellung für 2014/2015?
Jens Stopp: An ihr ändert sich nichts: Vor dem letzten Spieltag 40 Punkte! Die Planungen für die Saison sind natürlich abhängig von den Abgängen. Fakt ist, dass in Zusammenarbeit mit unserem Cheftrainer eine Spielerliste erstellt wurde. Diese wird gegenwärtig abgearbeitet. Dabei steht außer Frage, dass wir versuchen, die besten und natürlich bezahlbaren Fußballer nach Aue zu lotsen. Wir glauben fest, auch im kommenden Spieljahr eine gute Truppe präsentieren zu können.

FCE: Der Etat dafür steht?
Jens Stopp: Wir freuen uns, dass sich der Etat des FCE erhöht hat. Jedoch machen die allgemeinen Preiserhöhungen um unseren Verein keinen Bogen. Darum muss Aue auch in der neuen Saison sehr sorgsam mit den vorhandenen Finanzen haushalten.

FCE: Was braucht ein Spieler, der zu Aue passt?
Jens Stopp: Einmal die sportliche Qualität für die 2. Bundesliga, die sieht der Trainer. Aber jeder Spieler muss auch die Situation in Aue akzeptieren, muss wissen, dass es für den FC Erzgebirge in jeder Saison vor allem ein Kampf um den Klassenerhalt sein wird. Er sollte Verständnis für die finanziellen Möglichkeiten unseres Vereins haben und für die Besonderheiten des Standortes Aue, wir sind eben keine Großstadt. Klar ist der Zustand des Stadions und damit der Infrastruktur und der Trainingsbedingungen unbefriedigend, so lange der Umbau nicht steht. Insofern muss auch ein Profi hier mehr als anderswo mit Herzblut bei der Arbeit sein. Wenn all’ das passt, verpflichten wir ihn.

FCE: Wie kommt der Umbau des Sparkassen-Erzgebirgsstadions voran?
Jens Stopp: Es steht außer Frage, dass der im Mai 2014 zu wählende Kreistag die Mittel für die Modernisierung freigeben muss. Bedauerlich findet der FCE-Vorstand, wenn der Wahlkampf mit unserem Stadion in Verbindung gebracht wird und sich einzelne Politiker damit profilieren wollen. Wir geben nochmals klar und deutlich zu verstehen: Der Verein FC Erzgebirge Aue ist nicht nur Profisport, sondern zu den Heimspielen die Heimstätte für durchschnittlich 10.000 Fans, die meisten davon aus unserem Landkreis. Außerdem werden in unserem Verein fast 250 Kinder und Jugendliche betreut. Das ist soziale Verantwortung und der stellen wir uns.

FCE: Die Fans in dieser Saison waren…?
Jens Stopp: … wieder riesig. Der zwölfte Mann! Ich glaube, dass gegen Union Berlin der Funke für dieses in jeder Hinsicht gute Derby von den Fans ausging und so unsere Mannschaft zu dieser Leistung getrieben wurde. Vielleicht kann das heute wiederholt werden, dies wäre mein größter Wunsch.

FCE: Im Sommer startet der FCE wahrscheinlich in die neue Profisaison. Was empfinden Sie dabei?
Jens Stopp: Stolz, Freude, Dankbarkeit. Es ist doch unvorstellbar, dass wir alle es unter den Gegebenheiten hier im Erzgebirge schaffen, in elf Jahren neun Jahre in der 2. Bundesliga dabei zu sein, oder! Und vielleicht binden wir heute gegen Dynamo den Sack zu und dürfen uns auf das zehnte Jahr freuen… Warum, wie, wieso das Aue gelingt? Irgendwie muss es an den Menschen hier liegen. An uns Erzgebirgern. Es gab immer gute Leute in den Gremien, schon zu DDR-Zeiten, in der BSG. Dafür bin ich, ist dieser Vorstand dankbar. Und ziemlich sicher, dass auch nach uns Erzgebirger kommen, um das alles weiterzuführen. Entscheidend ist, die 2. Bundesliga zu halten, darauf richten wir alles aus.


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