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Sachsen-Pokal 2025/26

Spielbericht

3. Hauptrunde - Samstag, 11.10.2025 - 14:00

SV Panitzsch/Borsdorf - FC Erzgebirge Aue 1:7 (0:3)


SV Panitzsch/Borsdorf: Leonhard Saewe - Julian Stelzner, Tim Fischer, Elia Gabriel Pohl, Oskar Werner - Karl Remler, Tristan Hanschmann, Tim Fröhlich, Collin Weber - Lucas Schilling, Ole Schäfer; Trainer: Thomas Wedemann

Eingewechselt: 46. Benjamin Uhlmann für Leonhard Saewe, 63. Moritz Mäde für Ole Schäfer, 63. Alexander Marzog für Lucas Schilling, 75. Paul Schäfer für Oskar Werner, 86. Robin Beckert für Tim Fröhlich

Kader: Lukas Dost, Tony Kaiser

FC Erzgebirge Aue: Louis Lord - Finn Hetzsch, Eric Uhlmann, Tristan Zobel, Paul Seidel - Luan Simnica, Erik Weinhauer, Borys Tashchy, Julian Günther-Schmidt, Jannic Ehlers - Ricky Bornschein; Trainer: Jens Härtel

Eingewechselt: 46. Erik Majetschak für Tristan Zobel, 66. Lukas Schimkus für Ricky Bornschein, 81. Pascal Fallmann für Finn Hetzsch

Kader: Martin Männel, Marvin Stefaniak, Mika Clausen, Maximilian Schmid

Tore: 0:1 Paul Seidel (Rechtsschuß, 11. / Jannic Ehlers); 0:2 Erik Weinhauer (Rechtsschuß, 14. / Julian Günther-Schmidt); 0:3 Ricky Bornschein (Linksschuß, 45+1. / Julian Günther-Schmidt); 0:4 Erik Weinhauer (Rechtsschuß, 61. / Ricky Bornschein); 0:5 Ricky Bornschein (Kopfball, 66. / Paul Seidel); 0:6 Erik Majetschak (Rechtsschuß, 72. / Luan Simnica); 1:6 Elia Gabriel Pohl (Rechtsschuß, 82.); 1:7 Luan Simnica (Linksschuß, 86.)

Schiedsrichter: John Bartsch (Zwickau)
Assistenten: Tim Haubenschild, Bürk Haubner

Zuschauer: 1500 auf dem Sportplatz Panitzsch

Spielberichte:
Ohne Mühe ins Achtelfinale - souveräner Pokalauftritt in Panitzsch/Borsdorf
Der FC Erzgebirge Aue steht nach einem seriösen Auftritt am Leipziger Stadtrand im Achtelfinale des Sachsenpokals. Beim Landesklassenvertreter SV Panitzsch/Borsdorf setzte sich der FCE am Samstagnachmittag mit einem ungefährdeten 7:1 (3:0)-Sieg souverän durch. Am Montag wird im Funkhaus des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) der Achtelfinalgegner ausgelost. Cheftrainer Jens Härtel schickte in Panitzsch/Borsdorf eine B-Elf auf den Rasen. Aus der Startelf des zurückliegenden Drittligaspiels gegen Rot-Weiss Essen (2:2) waren mit Eric Uhlmann und Tristan Zobel nur zwei Akteure verblieben. Beide bildeten an diesem Samstagnachmittag das Innenverteidiger-Duo. Ansonsten erhielten mit Ersatztorhüter Louis Lord, den Außenverteidigern Finn Hetzsch und Paul Seidel, Mittelfeldmann Luan Simnica und den Offensivakteuren Erik Weinhauer, Jannic Ehlers, Julian Günther-Schmidt, Boris Tashchy und Ricky Bornschein Spieler eine Chance, die zuletzt nur wenige oder gar keine Einsatzzeiten hatten - oder lange verletzungsbedingt fehlten. Die Mannschaft trat in Panitzsch/Borsdorf erwartungsgemäß dominant auf, kontrollierte das Geschehen und führte zur Pause bereits souverän mit 3:0. Eigengewächs Paul Seidel, der in den kommenden Wochen aufgrund der Verletzungsmisere seiner Linksverteidigerkollegen auch in der Liga zu Einsätzen kommen wird, eröffnete mit einem Distanzschusstor den Nachmittagskick (10.), ehe die Treffer von Erik Weinhauer (14.) und Ricky Bornschein (45.+1) folgten. Letzterer stand erstmals nach seiner Krebsdiagnose wieder in der Startelf. Vor fünf Wochen hatte er im Test gegen Magdeburg sein Comeback gegeben. Panitzsch/Borsdorf jedenfalls spielte munter mit, konnte Aue aber nicht vor Probleme stellen.
Nach der Pause erhöhten die Veilchen ihren Vorsprung. Weinhauer (59.) und Bornschein (65.) waren ebenso erfolgreich wie der eingewechselte Erik Majetschak (73.). Es war - bis auf die ersten Minuten nach dem Seitenwechsel - eine äußerst einseitige Partie. Dennoch kamen die Hausherren zum Ehrentreffer - und das, weil Keeper Louis Lord begann, am eigenen Strafraum überheblich den Ball zu jonglieren und schließlich für Gegenspieler Elia Gabriel Pohl servierte: 1:6 (80.). Luan Simnica sorgte anschließend mit einem sehenswerten Treffer für den Endstand (84.).
Bericht von Freie Presse.de

Pokalparty trotz des 1:7: Der SV Panitzsch/Borsdorf gegen Aue (fast) ohne Chance
In der 3. Runde des Sachsenpokals besiegte Drittligist Erzgebirge Aue den Landesligisten SV Panitz/Borsdorf mit 7:1. Als einige Zuschauer das "Lebt denn der alte Holzmichel hoch?" anstimmten, waren die Messen schon gelesen. Drittligist Erzgebirge Aue führte 6:0, der SV Panitzsch/Borsdorf ("PaBo") lebte - sportlich gesehen - längst nicht mehr. Und doch stand den 1500 Zuschauern auf dem ausverkauften Sportplatz in Panitzsch der absolute Höhepunkt des Pokalspiels noch bevor: der Ehrentreffer des eigenen Teams. Aues Ersatztorwart Louis Lord vertändelte den Ball, Elia Pohl hielt die Innenseite hin und traf zum 1:6. Das ganze Dorf bebte, alle Spieler warfen sich auf den Torschützen, der danach erstmal leicht benommen war. Der Linksverteidiger: "Ich schieße sonst eigentlich nie Tore, das war heute also doppelt spektakulär. Als unser Kapitän Tim Fröhlich den Torwart anlief, war ich an der richtigen Stelle und hab nur den Fuß hingehalten. Der Rest war der Wahnsinn...!" Doch von vorn. Die siebtklassigen Gastgeber hatten die ganze Woche hindurch gewirbelt, um das größte Spiel der Vereinsgeschichte vorzubereiten. Kassen, Toiletten, Absperrungen, Bierwagen, Gehölze verschneiden - es waren 1000 Dinge zu tun, um dieses Spiel zu ermöglichen. Obwohl das Interesse aus Aue wohl urlaubsbedingt unter den Erwartungen blieb, war der Platz letztlich ausverkauft. Schon lange vor Anpfiff tummelten sich hunderte Zuschauer dort, tranken Bierchen, fachsimpelten oder schauten am Souvenirstand vorbei, wo die rührigen Panitzscher etliche Spieltagsartikel anboten. Orga-Chef Lars Ziegenhorn hielt die Zügel in der Hand, dirigierte die vielen ehrenamtlichen Helfer und beantwortete alle anfallenden Fragen. Darunter auch skurrile wie die, ob die zwei älteren Damen zur Mannschaft vorgelassen werden dürften, die ihre selbstgebackenen Muffins eine Stunde vor Anpfiff an die Spieler verteilen wollten.
"PaBo"-Präsident Steffen Gläser machte sich über die sportlichen Chancen keine Illusionen, wünschte sich vor Spielbeginn aber, dass die Null so lange wie möglich stehen solle: "Man weiß ja nie, vielleicht werden die dann nervös..." Seine Hoffnung währte genau zehn Minuten, dann hatte Paul Seidel zum ersten Mal für Aue getroffen. Als drei Minuten später Erik Weinhauer zum zweiten Mal traf, fürchtete man ein wenig um die tapferen Panitzscher, doch bis kurz vor der Halbzeit hielt die Abwehr dann. Die Gastgeber warfen sich in jeden Ball, liefen sich gegen die überlegenen Auer einen Wolf. Und zwischendurch immer wieder echte Höhepunkte. Nach genau 19 Minuten und 20 Sekunden - eine Reminiszenz an das Gründungsjahr von "PaBo" - steigen blaue und gelbe Rauchschwaden auf. Schiedsrichter John Bartsch musste unterbrechen, die Polizei eilte herbei und nahm Personalien auf, der Sicherheitsbeauftragte des Sächsischen Fußballverbandes notierte sich die Anzahl der Rauchkörper. Nun ja. Das nächste Raunen verursachte der technisch beschlagene Panitzscher Collin Luca Weber, als er eine "Kerze" mit feinem Fuß annahm und noch schnell einen Auer Gegenspieler aussteigen ließ. Auch das gibts im Duell Drittligist gegen Siebtligist... Und noch ein Höhepunkt wurde geboten, als kurz vor dem Halbzeitpfiff Tristan Hanschmann die Chance zum Anschlusstreffer auf dem Fuß hatte, aber lediglich das Außennetz traf. So nah dran war der Außenseiter nie wieder am eigentlich Undenkbaren. Denn nur ein Tor Unterschied ließe ja alle denkbaren Möglichkeiten offen. So aber traf direkt im Gegenzug Ricky Bornschein zum 0:3 aus Nahdistanz - damit waren alle Messen gelesen. Doch Panitzsch/Borsdorf gab nicht auf und tatsächlich: In der 48. Minute gelang der vielversprechendste Angriff, aber Elia Pohl scheiterte mit tollem Schuss am Auer Hüter, der zur Ecke klärte. Der Rest ist schnell erzählt. Erik Weinhauer (60.), Ricky Bornschein (67.), Erik Majetschak (75.) und Jannic Ehlers (85.) trafen noch für Aue, das erwähnte Ehrentor sorgte für den Endstand von 1:7. Einer hatte das Ergebnis übrigens richtig geraten: Verbands-Funktionär Lutz Mende hatte vor dem Anpfiff genau dieses Resultat vorhergesagt. Der Mann kommt übrigens aus dem Nachbarort Taucha...
Aues Trainer Jens Härtel freute sich nach Abpfiff für die Gastgeber über ein gelungenes Fußballfest: "Das war Fußball pur, da habe ich Respekt davor. Es war nicht einfach für uns, weil sie tief hinten drin standen. Nach dem 3:0 wurden wir ein bisschen schlampig, aber am Ende haben wir das souverän gemacht." Panitzschs Torschütze Pohl schwärmte derweil: "Wir haben alle Vorgaben geschafft: unter zehn Gegentoren zu bleiben und selber eins zu machen. Was wollen wir mehr?" Sein Trainer Wedemann fand: "Wir haben uns belohnt, nicht nur wegen des Tores. Wie wir verteidigt und gepresst haben, war super. Wenn wir das wenigstens teilweise mit in die Liga nehmen können, haben wir viel gewonnen." Dort soll das Ergebnis vom Vorjahr, als man Tabellensechster wurde, bestätigt und nach Möglichkeit verbessert werden. Im Moment belegt "PaBo" Rang drei nach sieben Spielen. Lars Ziegenhorn zog ein erstes Resümee: "Der Rahmen war sensationell. Das ganze Dorf war da, es haben alle mitgemacht und wir sind alle stolz und glücklich." Und während er das erste Bierchen wegzischte, bekam er die Meldung, dass sämtliche Spieltagsschals verkauft wurden. "Jetzt müssen wir erst mal zusammenrechnen, das dauert sicher ein paar Tage." Sein Präsident Steffen Gläser hat schon Pläne für eventuelle Überschüsse, soll doch ein kleiner Kunstrasenplatz in Bälde entstehen, für den man entsprechende Eigenmittel benötige. Doch zunächst wolle man erst einmal feiern: "Wir sitzen nachher sicher noch und trinken ein paar Bierchen auf den schönen Tag". Die Kicker zog es nach Leipzig, wo sie in einem Club die Nacht zum Tag machen wollten. Lars Ziegenhorn dachte indes schon weiter: "Morgen früh um zehn treffen wir uns wieder alle hier. Schließlich müssen wir alles auch wieder abbauen..."
Bericht von LVZ.de