|
Werder Bremen II: Sebastian Mielitz, Finn Holsing, Alexander Hessel, Sandro Stallbaum, Niklas Andersen, Nicolas Feldhahn, Philipp Bargfrede, Timo Perthel, Max Kruse, Martin Harnik, Torsten Oehrl; Trainer: Thomas Wolter
Eingewechselt: 46. Kevin Artmann für Niklas Andersen, 72. Dominik Schmidt für Alexander Hessel, 76. Marc Heider für Philipp Bargfrede
Kader: Hergen Gerdes, Toni Gänge, Tobias Kempe, Andreas Granskov
FC Erzgebirge Aue: Martin Männel - Marc Hensel, Tomasz Kos, Thomas Paulus, Fabian Müller - Daniyel Cimen, Jan Hochscheidt, Benjamin Baltes, Arne Feick - Sebastian Glasner, Mohammed El Berkani; Trainer: Heiko Weber
Eingewechselt: 58. Fatih Yigitusagi für Benjamin Baltes, 80. Steve Müller für Jan Hochscheidt
Kader: Stephan Flauder, Pierre Le Beau, Maik Georgi, Felix Dojahn, Markus Müller
Tore: 0:1 Marc Hensel (Rechtsschuss, 22. / Daniyel Cimen); 1:1 Torsten Oehrl (Rechtsschuss, 43.); 2:1 Martin Harnik (Linksschuss, 56. / Max Kruse); 2:2 Arne Feick (Linksschuss, 58.); 3:2 Max Kruse (Rechtsschuss, 82. / Torsten Oehrl); 4:2 Max Kruse (Linksschuss, 89. / Marc Heider)
Schiedsrichter: Thorsten Schriever (Dorum)
Zuschauer: 800
Gelbe Karte: Philipp Bargfrede, Finn Holsing / Fabian Müller
|
|
Vorbericht - Rückrundenspiel - Fotos vom Spiel
Spielbericht: Trotz zweier Tore für die Veilchen wartet der FC Erzgebirge weiter auf den ersten Saisonsieg. Spielerisch wieder überlegen und angesichts gut heraus gespielter Möglichkeiten glänzend, aber eher pechschwarz der Abschluss durch eine desolate Chancenverwertung. So sind bis jetzt die gesamten Auftritte der Mannen von Heiko Weber zu beschreiben. Unfassbar die Zahl der liegen gelassenen Möglichkeiten des Oberligastürmers. Sebastian Glasner hätte im Alleingang die zweite Mannschaft von Bremen abschießen können, nein müssen. Aber in Eins-zu-eins-Situationen behält der 23-Jährige (noch) nicht die Coolness und ließ den Traum vom ersten Dreier wie eine Seifenblase zerplatzen.
Dass natürlich vier Angriffe der Werderaner zu ihrem zweiten Saisonsieg reichten, ist schon fast pervers, auch wenn Österreichs Nationalspieler Harnik die Rolle des 'bösen' Profis übernahm. Nichtsdestotrotz kann ein Einzelner nicht der Grund für die dritte schmerzende Niederlage sein, auch weil er für das Unvermögen der Veilchenoffensive nun gar nichts kann. Aufstellungstaktisch könnte ein 'ordentliches' Stürmerduo auf dem Papier her mehr bringen, obgleich eine Garantie für den Torhagel gibt diese Variante auch nicht. Selbst das Grundgerüst der Abwehr, sogar der Mannschaft, um Kapitän Tomasz Kos und Thomas Paulus ist anscheinend zu wenig, um ein gewisse Stabilität in die junge Horde zu bringen.
Nur dass die Mannschaft Fußball spielen kann, beweist jedoch die Tatsache, dass man zu so vielen aber schlussendlich vergebenen Tormöglichkeiten kommt. Bestes und auch mal erfolgreichstes Beispiel war das super heraus gespielte 1:0. Nach einem sehenswerten Angriff über Fabian Müller, Mohamed El Berkani und Daniyel Cimen gelangte der Ball zu Marc Hensel, der mit Vollspan von der rechten Strafraumgrenze ins lange Eck eiskalt verwandelte. Die torlosen Minuten hatte der 22-jährige Angreifer, der seit Beginn der Saison in die Viererabwehrkette integriert wurde, bei exakt 254 gestoppt und die Veilchen zugleich nach 23 gespielten Minuten in Führung gebracht.
Ab diesem Zeitpunkt drehten die von gut 200 Schlachtenbummlern unterstützten Auer wahrlich auf. Da fiel dem gemeinen Fan auch kaum auf, das Skerdilaid Curri verletzungsbedingt den Platz für Benjamin Baltes, der später durch Fatih Yigitusagi ersetzt wurde, räumen musste, ohne dass der Spielfluss jäh ins Stocken geraten schien. Es gab nur eine Losung auf 'Platz 11', die hieß Attacke, gepaart mit kämpferischen Leistungen. Die besten Chancen vergaben hierbei Sebastian Glasner (26.) und Mohamed El Berkani (30.) jeweils allein stehend vor Werders-Keeper Mielitz. Doch statt des verdienten 2:0 für Aue fiel der Ausgleich, hervorgerufen durch einen blöden Bock von Fabian Müller, der Harnik an der rechten Strafraumgrenze foulte. "Ich habe ihn berührt. Er hat das clever gemacht", sagte Fabian Müller zu diesem ärgerlichen Faupax. Schiedsrichter Thorsten Schriever entschied auf Elfmeter, den Oehrl sicher zum 1:1 Pausenstand verwandelte.
Der Gastgeber kam aus der Kabine irgendwie frischer und hatte beim Führungstreffer leichtes Spiel die Auer Abwehr ins Wanken zu bringen. Harnik nutzte die Schlafmützigkeit eiskalt aus, düpierte Tomasz Kos ehe er aus zehn Metern zur Führung der Grün-Weißen einnetzte (56.). Die Reaktionen auf den Rückstand hatte Arne Feick nur zwei Minuten später passend parat. Nach einem mit voller Wut geschossenen Freistoß, den Mielitz nur noch wegfausten konnte, fackelte der Blondschopf nicht lange und hämmerte im zweiten Versuch das Leder unhaltbar unter die Latte. So abgezockt der Ausgleich war, so kläglich die Bemühungen von Sebastian Glasner sein erstes Saisontor zu erzielen. In der 68. Minute hatte er wieder so eine Eins-zu-eins-Situation gegen Werder-Schlussmann Mielitz zu meistern, was ihm erneut nicht gelang. Daniyel Cimen hatte den Ex-Darmstädter glänzend freigespielt, der schießt jedoch nur den Torwart an. Da bleibt einem fast die Spucke weg.
Und als man sich schon mit der Punkteteilung abgefunden hatte, kam in der Schlussphase der Knockout durch zwei grobe Fehler in der Auer Innenverteidigung. Bremens Angreifer Kruse, der in der zweiten Hälfte der beste Mann auf dem Platz war, machte mit seinen beiden Toren im Alleingang die Partie klar. Marc Hensel ließ den Doppeltorschützen bei seinem ersten Treffer im Rücken freien Lauf, sodass Tomasz Kos gegen den wendigen 20-Jährigen einfach zu langsam war und nur die Statistenrolle einnehmen konnte (82.). Ein weiteres Aufbäumen bei den Veilchen blieb leider erfolglos, schlimmer noch, Kruse setzte seine Vollstreckerqualitäten in der 89. Minute nach einem Konter unter Beweis und jagte die Kugel in die Maschen. Das vierte Spiel ohne Sieg für den FC Erzgebirge war nun Gewissheit.
Die Grün-Weißen wussten heuer selbst nicht, wie sie zu diesem Dreier gekommen sind. "Das einzig Positive an diesem Spiel sind für uns die drei Punkte. Sie sind auch das Einzige, mit dem ich heute zufrieden bin. Wir haben uns noch nie so durch ein Spiel gelogen wie heute. Meine Mannschaft spielte ohne Aggressivität", resümierte Werders U23-Trainer Thomas Wolter. Sowohl der FC Erzgebirge als auch die Kickers aus Stuttgart bleiben damit sieglos und auf den Tabellenplätzen 19 und 20. Lange ist's her - seit dem vierten Spieltag der vergangenen Saison!!! wartet Aue nun schon auf einen Auswärtssieg. Wir können im Prinzip wirklich nicht mehr machen, als darauf zu warten, dass die Glasners, El Berkanis usw. einfach auch mal wieder treffen. Alles andere (z.B. Trainerdiskussion) wäre purer Aktionismus und völlig kontraproduktiv. Vier Spiele, kein Sieg, Abstiegsplatz.
"Wir sind nicht in der Lage, im entscheidenden Moment das Richtige zu machen. Wir müssen in der ersten Hälfte höher führen oder dann wenigstens ein 2:2 über die Zeit bringen. Zwei Tore auswärts sollten doch für einen Punkt reichen, oder?" ließ Heiko Weber zögerlich über seine sonst nicht so wortkargen Lippen verlauten. Selbst den aufgebrachten Veilchen-Fans nach dem Abpfiff am Zaun gegenüber wirkte der Teammanger fast schon hoffnungslos. "Wir sind tief enttäuscht, weil wir heute eigentlich einen Sieg mit nach Hause nehmen wollten. Besser als in der ersten Halbzeit kann es für ein Auswärtsteam eigentlich auch nicht laufen. Wir hatten viele Möglichkeiten und konnten nur eine davon nutzen. Dies war sicherlich schon der erste Knackpunkt im Spiel. In der zweiten Halbzeit sind wir nach dem Rückstand gut zurückgekommen, nutzen aber die Riesenchance zur Führung durch Glasner nicht. Am Ende war der Sieg für Bremen glücklich", sagte ebenfalls ein ratlos dreinblickender Rico Schmitt. (arn) |
|