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3. Liga 2008/09

Spielbericht

23. Spieltag - Dienstag, 17.03.2009 - 19:00

FC Erzgebirge Aue - Werder Bremen II 0:1 (0:0)

FC Erzgebirge Aue: Martin Männel - Jan Hochscheidt, Tomasz Kos, René Klingbeil, Sven Schaffrath - Benjamin Baltes, Daniyel Cimen, Marc Hensel, Marco Stark - Eric Agyemang, Aziz Bouhaddouz; Trainer: Heiko Weber

Eingewechselt: 32. Robin Lenk für Eric Agyemang, 59. Sebastian Glasner für Aziz Bouhaddouz, 65. Roy Blankenburg für Benjamin Baltes

Kader: Russi Petkov, Pierre Le Beau, Christian Siemund

Werder Bremen II: Nico Pellatz, Finn Holsing, Dominik Schmidt, Sandro Stallbaum, Niklas Andersen, Nicolas Feldhahn, José Ikeng, Timo Perthel, Max Kruse, Addy-Waku Menga, Torsten Oehrl; Trainer: Thomas Wolter

Eingewechselt: 66. Fabrice Begeorgi für Timo Perthel, 81. Onur Ayik für Torsten Oehrl

Kader: Hergen Gerdes, Tobias Kempe, Stefan Ronneburg, Andreas Granskov, Eleftherios Matsoukas

Tore: 0:1 Torsten Oehrl (Linksschuss, 50. / Nicolas Feldhahn)

Schiedsrichter: Marco Achmüller (Bad Füssing)

Zuschauer: 6700

Gelbe Karte: - / Finn Holsing (2.), Addy-Waku Menga

Gelb/Rote Karte: Sven Schaffrath (81., wiederholtes Foulspiel) / -

 
 
     
   
     
     
     
     
     
     
     
 

Vorbericht - Hinrundenspiel - Fotos vom Spiel

Spielbericht: Das vorerst letzte Nachholespiel der Veilchen wurde zum Trauerspiel für die 6.700 Zuschauer, unter denen auch einige Fans vom Dresdenspiel mit Freikarten weilten und sich wohl zum zweiten Male verarscht vorkommen müssen. Denn nachdem Aue mit zwei Unentschieden in Aalen und Düsseldorf nicht nur zwei wichtige Punkte im Abstiegskampf eingefahren, sondern auch jede Menge Selbstvertrauen für dieses Heimspiel gesammelt haben dürfte, belehrte dieser dürftige Auftritt vor heimischen Publikum wohl allen eines Besseren. Zweikampfstärke und Entschlossenheit gehörte heuer nicht zu den Stärken der Elf von Teammanager Heiko Weber, dessen Rauswurf von einigen Fans nach dem Spiel lautstark gefordert wurde.
Nur zwanzig Minuten waren vergangen, da übernahmen die deutlich technisch besser versierten Gäste aus Bremen das Spielgeschehen. Zwar hatte Aue die erste Chance im Spiel, als Benjamin Baltes nach einem langen Einwurf aus zwölf Metern rechts am Pfosten vorbeischoss (5.), doch sollte es nur bei dieser einen Möglichkeit in Hälfte eins bleiben, denn mit zunehmender Spieldauer fehlte es in der Auer Mannschaft an Qualität und Laufbereitschaft, vor allem im Mittelfeld. Die Rolle des gesperrten Spielgestalters Skerdilaid Curri wollte niemand übernehmen, Flankenläufe in Eins-zu-eins-Situationen wurden gar nicht erst angenommen, die Ballannahmen waren katastrophal und vom offensiv brachialen Feuerwerk gab es wie bei der Choreo zum Einlauf nur glimmende Wunderkerzen. Debütant Aziz Bouhaddouz glänzte hier ebenso wenig wie sein Sturmpartner Eric Agyemang, der nach einer halben Stunde für den defensiven Robin Lenk ausgewechselt wurde. Marc Hensel wurde kurzerhand in die Offensive gesteckt.
Doch die Umstellung brachte ebenfalls keinen sichtbaren Erfolg und manch ein Zuschauer fragte sich, warum Kreisligaspiele jetzt auch am Dienstag stattfinden. Aber nein, wir sind (noch) in der Dritten Liga und die Grün-Weißen merkten so langsam, das hier richtig was möglich ist. Der Werderaner Schmidt versuchte es daher aus 18 Metern (31.) und auch die zweite erwähnenswerte Möglichkeit ging auf das Konto des Bremer Innenverteidigers. Ein Freistoß rauschte kurz vor dem Halbzeitpfiff knapp am Auer Tor vorbei (43.). Ansonsten erwies sich die Abwehr um Tomasz Kos erneut als ausgesprochen sattelfest und der Ausfall des gesperrten Innenverteidigers Thomas Paulus konnte gut kompensiert werden.
Zumindest noch bis fünf Minuten nach dem Seitenwechsel, denn da spitzte sich das Dilemma zu. Ikeng passte auf den ehemaligen Auer Nicolas Feldhahn, der mit einem einfachen Lupfer in die Gasse Oehrl bediente. Der hatte aus sechs Metern wenig Probleme den Ball ins Tor zu schieben (50.). Wer jetzt dachte, es passiert aus Auer Sicht was auf dem Rasen, der wurde abermals enttäuscht. Den Veilchen fiel an diesem Tage wirklich nichts ein, besaßen nach wie vor kaum Möglichkeiten der Entfaltung und agierten in der Offensive zu harmlos, um den ersten Auswärtssieg der Hanseaten überhaupt im Ansatz einmal zu gefährden. Werder bestimmte deshalb weiterhin das Spiel und der Torschütze drehte richtig auf. Keeper Martin Männel war zum Glück in der 56. und 58. auf dem Posten und verhinderte so schlimmeres.
Nach einer gespielten Stunde war auch der Tag für Aziz Bouhaddouz und Benjamin Baltes vorbei. Sebastian Glasner sowie der Youngster aus der zweiten Mannschaft, Roy Blankenburg, kamen zu ihrem Einsatz. Die Gäste verstärkten die Defensive mit der Koblenzausleihe Begeorgi für Angreifer Perthel. Ein Klares Zeichen also von Werders Trainer Wolter an seine Mannschaft - der Sieg soll jetzt ermauert werden. Aber warum eigentlich? Von Aue ging bis dato überhaupt keine Gefahr aus, erschreckend schwach.
Doch plötzlich ein heller Schweif am dunklen Auer Horizont. Nach feinem Zuspiel von Robin Lenk tauchte Roy Blankenburg alleine vor Werders Schlussmann Pellatz auf, doch statt zu schießen, legte er sich den Ball zu weit vor und brachte aus spitzen Winkel zu wenig Kraft hinter den Schuss, den Pellatz nun locker runterpflücken konnte (74.) - es blieb somit dunkel. Die Tristesse ging weiter und der gewohnte Abgang eines Veilchenakteurs durfte ebenfalls nicht fehlen. Sven Schaffrath foulte Menga an der Strafraumlinie und da er schon verwarnt war, durfte er frühzeitig unter die Dusche. Der achte Auer Platzverweis in dieser Saison, drei davon in der Rückrunde.
Passiert ist danach toremässig nichts mehr und somit folgte zehn Tage nach der 0:2-Heimpleite gegen Schlusslicht Stuttgarter Kickers auch gegen den Vorletzten eine Niederlage. "Wir haben es fertig gebracht, einen zweiten Gegner, der in akuter Abstiegsgefahr ist, aufzubauen.", so ein enttäuschter Rico Schmitt. Werder Bremen II war über die gesamte Spielzeit das aktivere Team und kann sich wieder Hoffnung auf einen Verbleib in der Liga machen. Durch den ersten Auswärtssieg der Saison haben die Hanseaten nur noch einen Punkt Rückstand auf den rettenden 17. Tabellenplatz. Das Polster für den FC Erzgebirge wird auf die bedrohten Plätze in der Tabelle immer dünner, mit einer Leistung wie eben wird das noch eine ganz schwere Saison, weiß auch der Trainer: "Es war erneut ein herber Rückschlag für uns. Wir haben zu wenig über die Flügel gespielt und nach dem 0:1 die Durchschlagskraft nicht erhöht. Unter dem Strich war es für uns die schlechteste Heimleistung der Saison." Selbst Teammanager Heiko Weber blieb an diesem Abend sehr wortkarg: "Ich entschuldige mich für dieses Spiel bei den Zuschauern, denn eine Torchance ist einfach zu wenig." (arn)