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Wacker Burghausen: Jens Kern, Josef Lastovka, Sven Kresin, Sebastian Wolf, Thomas Mayer, Ronald Schmidt, Sebastian Mitterhuber, Uli Fries, David Solga, Florian Galuschka, Kiril Chokchev; Trainer: Günter Güttler
Eingewechselt: 59. Dilaver Satilmis für Thomas Mayer, 59. Marco Calamita für Florian Galuschka, 75. Martin Oslislo für David Solga
Kader: Manuel Riemann, Christoph Buchner, Christoph Böcher, Roland Bonimeier
FC Erzgebirge Aue: Stephan Flauder - Jan Hochscheidt, Tomasz Kos, Thomas Paulus, René Klingbeil - Marc Hensel, Fabian Müller, Arne Feick, Skerdilaid Curri - Mohammed El Berkani, Maboula Ali Lukunku; Trainer: Heiko Weber
Eingewechselt: 59. Sebastian Glasner für Mohammed El Berkani, 68. Eric Agyemang für Maboula Ali Lukunku, 77. Steve Müller für Fabian Müller
Kader: Michael Arnold, Ronny Liebold, Christian Siemund, Maik Georgi
Tore: 0:1 Maboula Ali Lukunku (Rechtsschuss, 50. / Fabian Müller); 0:2 Fabian Müller (Rechtsschuss, 55.); 0:3 Arne Feick (Linksschuss, 61. / Maboula Ali Lukunku); 0:4 Sebastian Glasner (Kopfball, 64. / Maboula Ali Lukunku)
Schiedsrichter: Thomas Gorniak (Bremen)
Zuschauer: 2400
Gelbe Karte: Sven Kresin, Kiril Chokchev, Ronald Schmidt / Arne Feick (3.), Marc Hensel (4.)
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Vorbericht - Rückrundenspiel - Fotos vom Spiel
Spielbericht: Der SV Wacker rutscht immer tiefer in die Krise. Der Fußball-Drittligist kassierte gegen Erzgebirge Aue bereits die fünfte Niederlage in Folge - und mit dem 0:4 fiel diese zum wiederholten Male in dieser Saison deftig aus. Der Burghauser Trainer Günter Güttler rang hinterher um Fassung und forderte für das morgige Spiel bei Carl Zeiss Jena eine Trotzreaktion: "Bisher habe ich mich immer vor die Mannschaft gestellt, aber jetzt ist die Schonzeit vorbei." Offenbar auch für den Coach selber. "Wir müssen jetzt Dinge intern knallhart ansprechen und die richtigen Schlüsse daraus ziehen", sagte Wacker-Sportdirektor Peter Assion, der Güttler keinen Freibrief mehr ausstellte: "Man kann nie irgendwas ausschließen." Der Zorn der SVW-Fans richtete sich jedenfalls nicht gegen den Trainer. Sie ließen ihre Wut vielmehr an den Spielern und den Funktionären aus. Unmittelbar nach dem 0:2 in der 55. Minute und auch nach dem Abpfiff forderten die Anhänger auf der Westtribüne: "Vorstand raus!" Geschäftsführer Dr. Wolfgang Grellner bekam von dem nichts mit, denn er war wegen seines 60. Geburtstages nicht im Stadion. Nach dem Desaster gingen einige Fans dann auch auf die Spieler verbal los: "Wir sind Burghauser und ihr nicht", skandierten sie. Die Gescholtenen verschwanden mit versteinerten Mienen in den Katakomben. Beim Gegner gab's nach dem zweiten Auswärtssieg bei einem bayerischen Abstiegskandidaten (zuvor 4:1 in Regensburg) hingegen nur zufriedene Gesichter. Teammanager Heiko Weber dämpfte allerdings die Erwartungen: "Wir bleiben auf dem Teppich." Aues Mittelfeldspieler Skerdilaid Curri war da schon ein wenig offensiver: "Wenn es so weitergeht, geht die Tendenz nach oben." Dabei sah's in der ersten Halbzeit gar nicht so schlecht für Wacker aus. Güttler schickte eine auf fünf Positionen veränderte Elf ins Rennen. David Solga, Thomas Mayer sowie die Startelf-Debütanten Florian Galuschka, Sven Kresin und Kiril Chokchev waren neu dabei. Wacker ließ in den ersten 45 Minuten nichts anbrennen, nach vorne lief allerdings auch wenig zusammen. Lediglich Schüsse von David Solga (11.), Sebastian Mitterhuber (23.) und Ronald Schmidt (33.), der sich die fünfte gelbe Karte einhandelte und somit morgen in Jena fehlen wird, brachten ein wenig Gefahr. Nach dem Wechsel ahnten es die Wacker-Fans wohl schon. Mit einem Transparent taten sie ihren Unmut kund, dass der Verein seit kurzem auf die Dienste von Torwarttrainer Kay Wehner verzichtet: "Schießbude der Liga - ohne Torwarttrainer immer wieder", war da zu lesen. Und sie sollten recht behalten. Mit vier Treffern binnen 14 Minuten entschied der Absteiger das Spiel - und Wackers Defensive begünstigte die Gegentore von Lukunku (50.), Fabian Müller (55.), Arne Feick (61.) und Sebastian Glasner (64.) durch zum Teil haarsträubende Patzer. "Da ist die Mannschaft momentan nicht stark genug, um die Ruhe zu bewahren", gestand Güttler. Bleibt zu hoffen, dass er sein Team bis morgen wieder aufrichten kann. Denn in Jena müssen dringend Punkte her, sonst wird Wacker wohl endgültig auf einen Abstiegsrang zurückfallen. (pnp)
Als er Mabula Lukunku in der 68. Minute auswechselte, umarmte Aues Teammanager Heiko Weber seinen neuen Stürmer, schüttelte ihn euphorisch und tätschelte dann den kahl rasierten Hinterkopf des Kongolesen. Auch wenn Lukunku noch kein Deutsch spricht was sein Chef ihm am Sonnabend sagen wollte, war sonnenklar: Toll gemacht! Mit seinem 1:0 in der 50. Minute und zwei Vorlagen hatte der wuchtige Angreifer gehörigen Anteil am 4:0-Kantersieg des Fußball-Drittligisten bei Wacker Burghausen - nachdem 4:1 in Regensburg der zweite klare Auswärts-Erfolg in wenigen Tagen. "Die Truppe hat gelernt, worum es geht", konstatierte Weber ruhig, aber sichtlich zufrieden. "Kämpfen, kämpfen, kämpfen und laufen, laufen, laufen! Dann kommen die Automatismen von selbst. Endlich haben die Spielzüge funktioniert, die wir seit Wochen üben!" "Das Spiel in Regensburg hat uns Selbstvertrauen gegeben", analysierte Fabian Müller, der nur etwa 80 Kilometer von Burghausen entfernt im Berchtesgadener Land aufgewachsen ist und seine Eltern im Publikum wusste. Bevor sie sich über den Erfolg ihres Juniors freuen konnten, mussten die Müllers erleben, wie er die größte Auer Chance in Halbzeit eins versiebte: Anstatt in der 25. Minute selbst abzuziehen, passte er auf El Berkani ein Verteidiger grätschte dazwischen. Bis auf Keeper Stephan Flauder, der den verletzten Martin Männel (Muskelfaserriss) ersetzte, vertraute Teamchef Weber auf die Sieger von Regensburg. Seine Truppe ging beherzt zu Werke und drückte den Gastgebern früh ihr Spiel auf. Bis auf Müllers Chance kam jedoch wenig echte Gefahr auf. Nach Wiederanpfiff aber kamen die Auer wie ein Schwarm wütender Wespen aus der Kabine, die sich entschlossen auf Ball und Gegenspieler stürzten und mit einem furiosen Viererpack in gerade einmal 14 Minuten alles klar machten. "Ich ringe um Worte", stammelte Burghausens Trainer Günter Güttler, befragt zu dieser Phase, in der seine Elf regelrecht zerlegt wurde. Dem 1:0 durch Lukunku waren ein stümperhafter Ballverlust bei eigenem Freistoß der Burghauser sowie eine präzise Hereingabe durch Fabian Müller vorangegangen. Fünf Minuten später war es Müller selbst, der sich einen Fehlpass in der Abwehr der Oberbayern schnappte und wuchtig in die Maschen drosch - sein Jubelschrei war so laut, dass auch seine Eltern auf der Tribüne ihn gehört haben dürften. Noch sehenswerter das 3:0 durch Arne Feick, den Lukunku schön auf halblinks Richtung Tor geschickt hatte. An der Strafraumkante angekommen, zog Feick ab und platzierte das Leder unhaltbar links oben im Kasten. Den Schlusspunkt setzte der eingewechselte Glasner, der eine erneute Vorarbeit von Lukunku völlig unbedrängt einköpfen durfte. Einige Beobachter rätselten eifrig, welche Motivationstricks Weber in der Halbzeitpause wohl aus der Kiste gezaubert hatte. "Keine", lautete die stoische Antwort. "Das ist gar nicht nötig. Wir haben so einen Konkurrenzkampf im Kader, dass jeder allestut, um möglichst lange auf dem Platz zu stehen." Ein dickes Extra- Lob gab es für die Angreifer: "Leider kann ich nur zwei aufstellen, aber Glasner und Agyemang drängen kräftig in die Mannschaft. Vorne haben wir ein echtes Luxusproblem", befand Weber. So schnell geht es im Fußball: Vor vier Wochen, nach dem 1:1 in Unterhaching, hatte er sich noch bitter über die Sturmflaute beklagt. Trotz der beiden hohen Siege zuletzt warnt der Teamchef vor Überschwang. "Wir waren nicht so schlecht, wie wir vorher gemacht wurden. Aber wir sind auch nicht so gut, wie wir jetzt von einigen gemacht werden", mahnt Weber mit Blick auf die schwere englische Woche. Morgen, 19.00 Uhr gastiert Erfurt in Aue, am Sonnabend geht es nach Emden. "Ich hoffe, dass wir jetzt endlich auch daheim befreit aufspielen und unseren Fans gegen Erfurt einen Sieg bieten können", betonte Weber, der mit seiner Elf aus den letzten vier Auswärtsspielen zehn Punkte holte, im Erzgebirgsstadion aber noch immer auf den ersten Saisonsieg wartet. (fp) |
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