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3. Liga 2008/09

Spielbericht

30. Spieltag - Samstag, 04.04.2009 - 14:00

FC Erzgebirge Aue - Wacker Burghausen 2:0 (0:0)

FC Erzgebirge Aue: Martin Männel - René Klingbeil, Tomasz Kos, Thomas Paulus, Sven Schaffrath - Marc Hensel, Sven Müller, Skerdilaid Curri, Arne Feick - Eric Agyemang, Mohammed El Berkani; Trainer: Heiko Weber

Eingewechselt: 38. Marco Stark für Eric Agyemang, 46. Jan Hochscheidt für Skerdilaid Curri, 67. Aziz Bouhaddouz für Mohammed El Berkani

Kader: Russi Petkov, Pierre Le Beau, Christian Siemund, Sebastian Glasner

Wacker Burghausen: Manuel Riemann, Julian Matiasovits, Björn Hertl, Christoph Buchner, Josef Lastovka, Markus Grübl, Roland Bonimeier, David Solga, Uli Fries, Levente Schultz, Alessandro Belleri; Trainer: Günter Güttler

Eingewechselt: 46. Marco Calamita für Uli Fries, 76. Christian Cappek für Levente Schultz, 85. Martin Oslislo für Markus Grübl

Kader: Rainer Hausner, Sebastian Wolf, Sebastian Mitterhuber, Ronald Schmidt

Tore: 1:0 Marc Hensel (Rechtsschuss, 69. / Sven Müller); 2:0 Aziz Bouhaddouz (Kopfball, 73. / Marc Hensel)

Schiedsrichter: Markus Kuhl (Köln)

Zuschauer: 7400

Gelbe Karte: - / Uli Fries

 
 
     
   
     
     
     
     
     
     
     
 

Vorbericht - Hinrundenspiel - Fotos vom Spiel

Spielbericht: Bestes Fußballwetter, wie von den beiden Geburtstagskinder Tomasz Kos (35) und Sven Müller (29) bestellt, bescherten dem FC Erzgebirge nicht nur Frühlingsgefühle sondern auch drei wichtige Zähler, die das Ziel Klassenerhalt fast perfekt machten. Die 40-Punkte-Marke ist erklommen und es sollte ein Leichtes sein in den restlichen Spielen ein, zwei Punkte für den sicheren Verbleib in der dritten Liga zu sammeln. Allerdings bedarf es einer enormen Steigerung der besonders in der ersten Hälfte armselig versprühten Wismut-Tugenden. Die Doppel-Sechs-Taktik von Burghausen mit Bonimeier und Solga schien in der ersten Hälfte von Wacker-Trainer Güttler vollends aufzugehen.
Die Veilchen, mit Mohamed El Berkani für Marco Stark in der Startelf, kamen zwar hin und wieder in Strafraumnähe, aber kaum zu Chancen. Vier Ecken und vier Freistöße von der linken Seite brachte der Burghausener Abwehr in der Anfangsviertelstunde nur ein müdes Lächeln auf die Lippen. Viel zu ideenlos und auch etwas lauffaul bestritten die Lila-Weißen ihr Match. Der Zug zum Tor war in Ansetzen zu erkennen, doch das druckvolle Spiel aus dem Mittelfeld, das in den letzten beiden Spielen ausgezeichnet funktionierte, kam bisher nicht zur Entfaltung. Die Distanzschüsse von Sven Schaffrath (21.) und Arne Feick (23.) sowie Sven Müllers Volleyabnahme (31.) waren hierbei noch die besten Möglichkeiten.
Der 'Schuldige' für diese Misere war schnell gefunden. Skerdilaid Curri hatte nicht seinen besten Tag und blieb zur Pause gleich zum Duschen in den Katakomben des 'Old Otto'. "Ich habe bereits auf dem Weg in die Kabine mit Trainer Rico Schmitt gesprochen und ihn gebeten, mich auszuwechseln. Ich hatte das Gefühl, dass ich der Mannschaft nicht helfen kann. Dass es in der Kabine dann so viele verschiedene Reaktionen gab, habe ich nicht erwartet. Doch Emotionen gehören zum Fußball. Auch Diskussionen und Meinungsverschiedenheiten wird es immer geben.", so die einsichtigen Worte des ballverliebten Dribbelkünstlers, der vor allem von Kapitän Tomasz Kos Gegenwind bekam. Somit gab es zur Halbzeit nicht nur ein explosives Machtwort des Polen sondern auch den bereits zweiten Wechsel bei Aue. Zuvor hatte sich nämlich Eric Agyemang, der bis dato keine einzige gefährliche Aktion in diesem Spiel verzeichnen konnte, bei einem eher ungeschickten Foul selber am Knöchel verletzt und musste kurze zeit später für Marco Stark ausgewechselt werden.
Mit Marc Hensel im Sturm, Jan Hochscheidt im rechten und Sven Müller nun im zentralen Mittelfeld sollten neue positive Impulse gesetzt werden, welche dann auch sichtlich hervorstachen. Nur zwei Minuten nach Wiederanpfiff jubelten die 7.400 Zuschauer aufgrund der kurzzeitlichen Führung durch Mohamed El Berkani. Nachdem Thomas Paulus Freistoßhammer in der Mauer hängen blieb, schnappte sich Tomasz Kos das Leder und wuchtete es von der linken Strafraumseite aufs lange Eck, dort nagelte Mohamed El Berkani den Ball aus kürzester Entfernung in die Maschen. Allerdings stand er bei dem Zuspiel vom Kapitän deutlich im Abseits. Folglich blieb es beim 0:0.
Wenigstens waren jetzt die Bemühungen den sechsten Heimsieg einzufahren deutlich erkennbar und der Duck auf den Gegner wuchs stetig. Die Gäste aus Burghausen agierten sichtlich nervöser, sodass ein Rückpass von Matiasovits zu seinem Keeper, der den Ball im Wegrutschen mit der Hand berührte, den Veilchen einen indirekten Freistoß einbrachte. Arne Feick ließ sich nach gut einer Stunde die Gelegenheit auf den neunten Saisontreffer nicht nehmen und versuchte die Kugel aus sieben Metern mit seiner linken Klebe durch die 11-Mann-Mauer zu wuchten. Nur Hertl quasi als letzter Mann stand der Führung für Aue im Weg.
In der 68. Minute war der Ball dann aber drin. Nach einer Hochscheidt-Ecke und der Kopfballverlängerung von Sven Müller parierte SVW-Keeper Riemann zwar noch den ersten Versuch von Marc Hensel, doch gegen das energische Nachsetzen des 22-jährigen Allrounders war er machtlos und es stand 1:0 für die Guten. Aue setzte weiter nach. In der 70. Minute versuchte es Jan Hochscheidt mit einem frechen Heber aus 30 Metern, den zu weit herausgeeilten Torwart Riemann zu überlisten. Der Ball landete Zentimeter neben dem Pfosten. Der nächste Konter der Veilchen war dann aber wieder von Erfolg gekrönt. Zwei Auer zerlegten hier die Viererabwehrkette schulbuchmäßig. Marc Hensel wurde von Arne Feick klasse freigespielt. Der Torschütze des 1:0 tankte sich bis zur Grundlinie durch und flankte genau auf die Stirn des eben eingewechselten Aziz Bouhaddouz, der locker einnicken konnte (73.).

Teammanager Heiko Weber setzte mit seinen Einwechslungen alles auf eine Karte und erzielte den großen Jackpot. Denn von Burghausen kam bis auf dem Hammerschuß von Oslislo in der 88. Minute nicht mehr viel. "Wie sich die elf Mann auf dem Platz in der zweiten Halbzeit aufgeopfert haben, das war beeindruckend. Ich bin stolz auf dieses Team. So eine Mannschaft habe ich noch nie trainiert", lobte Heiko Weber den Charakter seiner Kicker, die sich über zwei freie Tage freuen durften. Mit vereinten Kräften hat sich Erzgebirge Aue innerhalb von nur einer Woche aus dem drohenden Abstiegssumpf herausgezogen. Mit neun Punkten aus den drei vergangenen Spielen wurde das optimale herausgeholt und am Ende hat der von Tom Eglinski aus Zschorlau original restaurierten Wismut-Hunt, der erstmals den ollen Holzmichl ersetzt, sichtlich Glück gebracht. (arn)