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3. Liga 2008/09

Spielbericht

20. Spieltag - Sonntag, 21.12.2008 - 14:00

Eintr. Braunschweig - FC Erzgebirge Aue 1:1 (0:0)

Eintr. Braunschweig: Jasmin Fejzic, Ramazan Yildirim, Jan Schanda, Dennis Brinkmann, Deniz Dogan, Tim Danneberg, Jan Washausen, Dennis Kruppke, Marc Pfitzner, Marcel Schied, Kingsley Onuegbu; Trainer: Torsten Lieberknecht

Eingewechselt: 66. Fait-Florian Banser für Kingsley Onuegbu, 78. Kosta Rodrigues für Dennis Brinkmann

Kader: Nico Lauenstein, Ken Reichel, Matthias Henn, Maik Littmann, Justin Eilers

FC Erzgebirge Aue: Martin Männel - Jan Hochscheidt, Tomasz Kos, René Klingbeil, Arne Feick - Marc Hensel, Christian Siemund, Robin Lenk - Eric Agyemang, Skerdilaid Curri, Sebastian Glasner; Trainer: Heiko Weber

Eingewechselt: 51. Mohammed El Berkani für Eric Agyemang, 63. Andreas Lobsch für Christian Siemund, 73. Markus Müller für Sebastian Glasner

Kader: Stephan Flauder, Marco Wölfel, Pierre Le Beau

Tore: 1:0 Kingsley Onuegbu (Linksschuss, 55. / Marcel Schied); 1:1 Arne Feick (Linksschuss, 79.)

Schiedsrichter: Markus Kuhl (Köln)

Zuschauer: 12800

Gelbe Karte: Marcel Schied, Jan Washausen / Jan Hochscheidt (5., gesperrt), Eric Agyemang

Rote Karte: - / Robin Lenk (51., grobes Foulspiel)

 
 
     
   
     
     
     
     
     
     
     
 

Vorbericht - Hinrundenspiel - Fotos vom Spiel

Spielbericht: Zum letzten Spiel des Jahres machten sich über 500 tapfere lila-weiße Schlachtenbummler auf den Weg, die Veilchen im Kampf gegen die Eintracht aus Braunschweig zu unterstützen. Bei bescheidenen Wetterverhältnissen und den Nebelbänken von der Südtribüne gab es für beide Teams nur ein Ziel, die letzten ausstehenden Punkte zu ergattern. Für die Hausherren stand nach der 3:0-Heimpleite gegen Regensburg Wiedergutmachung auf den Plan, aber auch die Veilchen, bereits vier Auswärtsspiele infolge nicht gewonnen, wollten sich bei ihren treuen Anhängern mit einem Erfolg verabschieden und zudem die Hinspielschlappe vergessen machen.
Hierbei gab Teammanager Heiko Weber zwei Mittelfeldspieler aus der zweiten Reihe das Vertrauen: Christian Siemund, der zuletzt bei seinen Kurzeinsätzen positiv auffiel, und überraschenderweise Robin Lenk. "Robin ist eine echte Wühlmaus. Er hat im letzten halben Jahr eine gute Rolle bei den Amateuren gespielt. Mit seinen 24 Jahren ist er zudem kein heuriger Hase mehr, der nervös in das Spiel geht", begründete Heiko Weber seine Entscheidung. Hinzu kamen noch Abwehrspieler Andreas Lobsch und Stürmer Markus Müller, die den Altersschnitt noch einmal drückten. Auf Seiten der Blau-Gelben nahm Braunschweigs Trainer Torsten Lieberknecht drei Startelfänderungen vor: Schanda, Washausen und Pfitzner begannen für Fuchs, Henn und Rodrigues.
Nach dem ersten Abtasten übernahmen die Veilchen nach und nach die Initiative, machten offensiv aber gar nichts daraus und da die behäbig spielenden Gastgeber aus einer sicheren Abwehr herausspielten, wirkte das Spiel sehr statisch. Chancen blieben deshalb sehr überschaubar und obendrein noch erfolglos. So verpassten in der 'stärksten' Phase der ersten Halbzeit Schied (23.) für Eintracht, wie auf der anderen Seite Marc Hensel, der den Freistoß von Skerdilaid Curri per Kopf auf den langen rechten Winkel zirkelte und Keeper Fejzic gerade noch klären konnte (25.), für die jeweilige Führung zu sorgen. Mittenrein in die Drangperiode setzte Schiedsrichter Markus Kuhl aus Köln seine ersten Duftmarken. Jan Hochscheidt sah für ein Foul den gelben Karton, sein Fünfter in dieser Saison. Achja, auch ein Tor gab es zu vermelden. Nachdem Schied den Ball auf den vermeidlichen Torschützen Onuegbu spitzelte, meldete der Linienassistent Vollzug und hob sein Fähnchen aufgrund einer Abseitsentscheidung. Knappe Sache, das.
Ansonsten sah der gemeine Fan viel Mittelfeldgeplänkel ohne Ideen. Erst kurz vor der Pause, die mit Pfiffen von den Rängen schon sehnlichst herbeigerufen wurde, hätte Krupke eine Direktabnahme aus 25 Meter im Tor von Martin Männel versenken können, doch genau wie Sebastian Glasner im Gegenzug, als er nach einem Feick-Freistoß zum Kopfball ansetze, fehlte beide Spielern die Präzision, sodass die Geschoße allesamt am Tor vorbeiflogen.
Nach der Pause schien die Partie durch weihnachtliche Geschenke des DFB zu Eintrachts Gunsten zu kippen. Nach 51 Minuten war die Premiere von Robin Lenk nach einem fragwürdigen Foulspiel an Pfitzner beendet. Schiedsrichter Kuhl stellte den 'Übeltäter' mit glatt Rot vom Platz!? Dummerweise wäre der Debütant schon von alleine gegangen, da Mohamed El Berkani zum Wechsel bereit stand und so musste neben Robin Lenk auch der gelbbelastete Eric "Ackermann" Agyemang gezwungenermaßen runter. Keine vier Minuten waren seit dem Platzverweis vergangen, da hat's geklingelt. Schied schoss René Klingbeil in die Beine und der Abpraller gelangte zu Onuegbu. Sein Gegenspieler Jan Hochscheidt konnte ihm am Drehschuss nicht hindern und so überwand der Nigerianer auch Martin Männel eiskalt (55.).
Anschließend dominierte in erster Linie die Eintracht das Geschehen. Nach Kruppkes Vorarbeit tauchte erneut Onuegbu frei vor Martin Männel auf. Dieses Mal verhinderte der 20-jährige Schlussmann mit einem Klassereflex und schon am Boden liegend das 2:0 (62.). Als Kruppke (67.) und Danneberg (72.) auch noch zwei Großchancen für die Eintracht vergaben, witterten die Veilchen Morgenluft. Die Angst bei den Blau-Gelben, den Vorsprung noch zu verspielen, wuchs von Minute zu Minute. Schließlich nutze die Elf von Heiko Weber, der noch Andreas Lobsch sowie Markus Müller für Christian Siemund bzw. Sebastian Glasner ins Spiel schickte, die erste ernsthafte Chance im zweiten Abschnitt zum insgesamt verdienten Ausgleich. Nach einem katastrophaler Fehlpass von Washausen, schnappte sich der wiedererstärkte Arne Feick die Kugel und vollführte aus vollen Lauf das Unfassbare: mit einem brachialen Fernschuss glückte ihm der Ausgleich (78.). Sein mittlerweile sechstes Tor in dieser Saison, wohl eins der schönsten und wohl verdientesten überhaupt.
In Unterzahl zeigten die Veilchen Moral und gaben niemals auf. Dieser Punkt als Belohnung wäre schon das Maß aller Dinge, doch für einige Auer Akteure hieß es nun irgendwie drei Punkte in den Sack zu befördern. Hierbei zog es Kapitän Tomasz Kos immer wieder nach vorne, wodurch er in der 88. Minute fast noch zum Matchwinner avanciert wäre. Sein Kopfball strich nur um wenige Zentimeter am langen Pfosten vorbei. "Wir hätten eigentlich drei Punkte verdient gehabt", gab Tomasz Kos wehleidig zu, doch überwiegt der Stolz auf seine Kameraden. Besonders lobte er die jungen Spielern: "Robin Lenk, Andreas Lobsch, Christian Siemund und Markus Müller haben tapfer gekämpft und ihre Chance genutzt." Teammanager Heiko Weber würdigte ebenfalls die Moral seiner Truppe: "Wir haben immer an uns geglaubt und uns nie geschlagen gegeben. Wir werden uns die Punkte, die wir in dieser Saison liegen gelassen lassen, im neuen Jahr zurück erkämpfen", kündigte er für 2009 bereits große Taten an und hofft zugleich, dass die aktuelle Flaute im Sturm behoben wird.
Nur elf der 24 erzielten Hinrunden-Treffer gehen auf das Konto eines Stürmers: Maboula Ali Lukunku (3x), Skerdilaid Curri (2x), Sebastian Glasner (2x), Eric Agyemang (2x), Mohamed El Berkani (1x) und Kenny Schmidt (1x). Die interne Torjägerliste führen mit Arne Feick (6x) und Marc Hensel (4x) zwei Mittelfeldspieler an. Eigentlich enttäuschend was die Trefferquote angeht, genauso die Ausbeute am 20. Spieltag. Gerade einmal 9 Schützen, dabei traf der Offenbacher Morys doppelt, konnten sich in die Ahnenliste der Torjäger eintragen - Ligaminusrekord. (arn)