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3. Liga 2008/09

Spielbericht

25. Spieltag - Samstag, 07.03.2009 - 14:00

FC Erzgebirge Aue - Stuttgarter Kickers 0:2 (0:0)

FC Erzgebirge Aue: Martin Männel - Jan Hochscheidt, Tomasz Kos, René Klingbeil, Sven Schaffrath, Marco Stark - Daniyel Cimen, Arne Feick, Skerdilaid Curri - Sebastian Glasner, Marc Hensel; Trainer: Heiko Weber

Eingewechselt: 42. Sven Müller für Sebastian Glasner, 59. Eric Agyemang für Jan Hochscheidt, 71. Benjamin Baltes für Daniyel Cimen

Kader: Russi Petkov, Thomas Paulus, Robin Lenk, Aziz Bouhaddouz

Stuttgarter Kickers: Manuel Salz, Moritz Steinle, Marcus Mann, Torsten Traub, Thomas Gentner, Sascha Traut, Markus Ortlieb, Benedikt Deigendesch, Bashiru Gambo, Josip Landeka, Sokol Kacani; Trainer: Edgar Schmitt

Eingewechselt: 46. Marco Tucci für Sokol Kacani, 59. Simon Köpf für Moritz Steinle, 72. Mustafa Parmak für Sascha Traut

Kader: Luis Miguel Rodriques, Jens Härter, Danny Galm, Ralf Kettemann

Tore: 0:1 Sascha Traut (Rechtsschuss, 56.); 0:2 Marco Tucci (Rechtsschuss, 78. / Josip Landeka)

Schiedsrichter: Markus Pflaum (Hallstadt)

Zuschauer: 6800

Gelbe Karte: Martin Männel (2.), Daniyel Cimen (4.) / Sascha Traut, Moritz Steinle, Sokol Kacani, Marco Tucci

Rote Karte: Skerdilaid Curri (18., grobes Foulspiel) / -

 
 
     
   
     
     
     
     
     
     
     
 

Vorbericht - Hinrundenspiel - Fotos vom Spiel

Spielbericht: Tja, kaum gewinnt man mal nicht 5:0, wird gleich wieder alles in Frage gestellt. Trainer Rico Schmitt kennt eben die Probleme in Aue und versuchte die Wogen schon vor der Blamage zu glätten: "Die Gefahr ist da, dass nach dem Sieg gegen Jena die Begehrlichkeiten des Umfeldes gewachsen sind" und er sollte Recht behalten. Kurioserweise gab es zwischen der Begegnung vom Mittwoch gegen Jena und dem jetzigen gegen die Stuttgarter Kickers kaum spielerische Unterschiede, nur dass es am Ende für die Veilchen nicht zum Sieg reichte.
Kickers-Coach Edgar Schmitt hatte eben seine Mannen, die seit vier Wochen spielfrei waren, auf diese Partie hervorragend eingestellt. "Drauf, Drauf, Drauf" hieß seine Parole, von Anfang an soll der Gegner unter Druck gesetzt werden, um so die ersten Punkte für den Klassenerhalt zu holen. Und so spielten die Gäste vor 6.800 Zuschauern auch auf. Von einer defensiven gegnerischen Haltung, die sich Heiko Weber vorher ausgemalt hatte, sah man in den Anfangsminuten nichts. Die 'Alles-oder-nichts-Devise' der Schwaben machte den Veilchen größere Sorgen und es lief über weite Strecken wenig zusammen. Dass man durch die personelle Änderung im Sturm, Allrounder Marc Hensel ersetzte den dreifachen Torschützen von Jena Maboula Ali Lukunku, nicht allzu viel sah, lag einfach an der mangelnden Laufbereitschaft und Aggressivität im Mittelfeld, mit angezogener Handbremse versuchte man den Tabellenletzten aus Stuttgart zu bezwingen. Doch daraus wurde bekanntlich nichts.
Der Platzverweis in Minute 18 tat sein Übriges und spielte den Blauen natürlich noch mehr in die Karten. Skerdilaid Curri war hierbei nur das letzte Glied in einer von vielen Fouls geprägten Phase, in der er eben vom Linienrichter angestachelten Unparteiischen Markus Pflaum aus Hallstadt den roten Karton zu Gesicht bekam. Der Übeltäter sagte zu seinem ersten Platzverweis im Auer Dress: "Es war ein ganz klares Tackling, aber sauber im Rahmen und wirklich, ich hab den Gegner nicht einmal berührt. Ich hab nur den Ball geblockt und er liegt da, schreit. Ich verstehe die Welt nicht mehr". Zu diesem Zeitpunkt jedenfalls, wäre es auch nicht verwunderlich gewesen, wenn am Ende noch 21 Akteure auf dem Feld ständen. Zerfahren ohne Ende, ein geordneter Spielaufbau fand auf beiden Seiten bis zur Pause nicht mehr statt.
Zwar blieben die Veilchen trotz Unterzahl die spielbestimmende Mannschaft, doch richtig aus sich raus ist keiner in den lila-weißen Trikots gegangen, der Part eines Skerdilaid Curri ist eben schwer zu ersetzen. "Das Hinspiel hat uns gezeigt, dass es gegen die Kickers nicht einfach ist", bemerkte Marc Hensel, der, wie sein Sturmpartner Sebastian Glasner, welcher noch vor der Pause durch Sven Müller ersetzt wurde, gegen eine gut formierte Gästeabwehr wenig ausrichten konnte.
Nach dem Seitenwechsel hielt das 0:0 genau noch zehn Minuten stand, ehe Traut die Führung für die Stuttgarter erzielte. Landeke setzte sich hierbei über links durch, die Hereingabe konnte René Klingbeil noch klären, doch genau vor die Füße des heranstürmenden Traut, der mit einem platzierten Schuss Keeper Martin Männel keine Chance lies. Rums, das saß. Endlich aufgewacht und mit frischer Unterstützung durch Eric Agyemang, Jan Hochscheidts Abwehrposition wurde aufgelöst, änderte sich schlagartig die kämpferische Einstellung der dezimierten Veilchen-Kicker. Selbst Kapitän Tomasz Kos hielt es phasenweise nicht mehr hinten aus.
Aber warum muss das Kind erst in den Brunnen fallen? Brauchts erst immer einen Grund, sich seiner Tugenden zu besinnen? Anscheinend schon, denn erst jetzt begann Aue den Fight anzunehmen. Sven Müller (59.) und Marco Schaffrath (69.) waren dem Ausgleichstreffer schon sehr nahe gekommen, doch so richtig auf dem Fuß hatte ihn Arne Feick (70.). Marc Hensel passte auf den zentral im Sechzehner stehenden Eric Agyemang, der wiederum uneigennützig auf den links wartenden Arne Feick durchsteckte.
Statt des Torjubels gab es, nach einer Riesenparade des Stuttgarter Schlussmanns Salz, leider nur Eckball und wenig später die Ernüchterung, die vierte Heimpleite kassiert zu haben. Denn mitten im Auer Sturmlauf passte Landeke nach einem Konter auf den in der Mitte verwaisten Tucci, der mit dem zweiten Treffer für Stuttgart den Überraschungssieg des Tabellenletzten perfekt machte. Zwar zeigte der Linienrichter Abseits an, nahm seine Entscheidung jedoch zurück und gab das Tor - zurecht, wie sich später in den Fernsehaufnahmen herausstellte. Keeper Martin Männel sichtlich empört, kassierte wegen Meckerns noch die gelbe Karte und das Schiedsrichtergespann stand in der letzten Aktion des Spiels nochmals im Mittelpunkt. Genter und der eingewechselte Benjamin Baltes kamen im 16er im Zweikampf zu Fall. Der Elfmeterpfiff blieb aus, was den schon strapazierten Auer Fans vollends die Zornesröte ins Gesicht trieb. Schluss, aus, vorbei.
Die Kickers kamen mit dem Dreier auf ihren insgesamt dritten Saisonerfolg. Aue konnte nicht an die starke Leistung vom 5:0 gegen Jena anknüpfen und half gewissermaßen einem Abstiegskandidaten zu neuer Luft. Nun bleibt zu hoffen, dass am Mittwoch in Aalen die entsprechende Reaktion gezeigt wird. Ansonsten ziehen wieder dunkel Wolken über das mürrische Bergvolk auf. (arn)