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3. Liga 2008/09

Spielbericht

26. Spieltag - Samstag, 14.03.2009 - 14:00

Fortuna Düsseldorf - FC Erzgebirge Aue 0:0 (0:0)

Fortuna Düsseldorf: Michael Melka, Ahmet Cebe, Robert Palikuca, Jens Langeneke, Fabian Hergesell, Stephan Sieger, Andreas Lambertz, Marco Christ, Olivier Caillas, Deniz Kadah, Ranisav Jovanovic; Trainer: Norbert Meier

Eingewechselt: 46. Hamza Cakir für Robert Palikuca, 69. Sebastian Heidinger für Deniz Kadah, 82. Simon Terodde für Stephan Sieger

Kader: Michael Ratajczak, Clement Halet, Claus Costa, Bekim Kastrati

FC Erzgebirge Aue: Martin Männel - René Klingbeil, Tomasz Kos, Thomas Paulus, Sven Schaffrath - Marc Hensel, Robin Lenk, Jan Hochscheidt, Benjamin Baltes, Arne Feick - Eric Agyemang; Trainer: Heiko Weber

Eingewechselt: 58. Daniyel Cimen für Robin Lenk, 69. Pierre Le Beau für Benjamin Baltes, 73. Sebastian Glasner für Eric Agyemang

Kader: Russi Petkov, Christian Siemund, Aziz Bouhaddouz, Roy Blankenburg

Tore: Fehlanzeige

Schiedsrichter: Tobias Stieler (Obertshausen)

Zuschauer: 12099

Gelbe Karte: Robert Palikuca, Hamza Cakir / Thomas Paulus (5., gesperrt), Eric Agyemang (3.), Sven Schaffrath

Rote Karte: - / Arne Feick (20., Tätlichkeit)

 
 
     
   
     
     
     
     
     
     
     
 

Vorbericht - Hinrundenspiel - Fotos vom Spiel

Spielbericht: Zehn Tage, sechs Punkte, fünf Tore, zwei Gegentore, so die Bilanz aus den vergangenen fünf Partien und wie sagt man so schön, das Beständige in Aue ist eben das Unbeständige, zum Beispiel die Torausbeute. So ist im Nachhinein gesehen, das 5:0 gegen Jena viel zu hoch ausgefallen und man hätte sich als gemeiner Auefan lieber die Tore in den anderen verbleibenden Partien gewünscht, denn da hieß es viermal ohne eigenen Treffer die Heimreise anzutreten. Auch in Düsseldorf bei der Fortuna reichte es letzten Endes nicht zum schmerzlichst vermissten Torjubel für die Veilchen.
Und da liegt eben das Hauptproblem, es fehlt ein richtiger Knipser und nicht erst seit gestern. "Mit Maboula Ali Lukunku, aktuell sechs Treffer, hatte einer angefangen zu treffen, aber der fällt nun mit Bandscheibenvorfall paar Wochen aus.", klagte Teammanager Heiko Weber, der eigentlich genügend Alternativen besaß: Markus Müller (Halle), Fatih Yigitusagi (Hannover) und Kenny Schmidt (Drebach) sind jetzt weg, Mohamed El Berkani (1) und Sebastian Glasner (2) enttäuschten bisher tortechnisch gesehen. Aus diesen Gründen reisten Roy Blankenburg und Aziz Bouhaddouz mit nach Düsseldorf. In der Startelf stand trotz alledem Eric Agyemang, der nach seiner Knöchelverletzung wieder einsatzfähig war. Doch der Ghanese hatte keinen all zu guten Tag in der LTU Arena und die Rolle des Ein-Mann-Sturms ist augenscheinlich nicht seine Stärke. "Wir wollten erst einmal hinten gut stehen, aber nicht mauern. Die Variante mit einem Angreifer hat sich auswärts schon bewährt", begründetet Weber seine Taktik, die mit Unterstützung von Jan Hochscheidt, Benjamin Baltes und Robin Lenk im Mittelfeld umgesetzt wurde.
Die 800 mitgereisten und vom Steigerlied empfangenen Schlachtenbummler sahen zunächst eine dominierende Auer Mannschaft, welche die erste Möglichkeit im Spiel für sich verbuchte. Nach einem Eckball verlängerte Eric Agyemang zu Benjamin Baltes, der jedoch am Elfmeterpunkt lauernd das Leder neben das Tor setzte (2.). Die Hausherren wollten dem in Nichts nachstehen und kamen in der 10. Minute erstmals gefährlich vor das Tor von Martin Männel, der beim Kopfball von Langeneke freilich keine Schwierigkeiten hatte. Diese bekam Arne Feick in der 19. Minute. Nach einem Zweikampf, den er gegen Cebe für sich gewann, sich dann aber provoziert fühlte und leicht nachtrat, zeigte der Unparteiische Tobias Stieler aus Obersthausen dem 20-jährigen Mittelfeldspieler glatt Rot. Es war der zweite Platzverweis für Arne Feick in dieser Saison, obendrein der wohl Überflüssigste.
Nun hieß es erst einmal Ruhe bewahren und Neuformieren. Jan Hochscheidt wechselte auf die linke, nun freie Seite und hinterließ einen sehr guten Eindruck, wie auch die bewährte Abwehr vom Aalenspiel um Kapitän Tomasz Kos, die sich nun für 70 Minuten auf einen Sturmlauf der Hausherren einstellte. Zum Glück für Aue blieb dieser aus, denn die personell fast topbesetzten Fortunen hatten große Probleme im Spielaufbau, Torchancen waren vorerst Mangelware. Ein Schuss von Kadah (22.) und ein Kopfball von Langeneke (37.) stellten deshalb keine Probleme für Torhüter Martin Männel dar, dafür hatte der nur 1,84 Meter große Keeper größere Mühe nach einem Schrägschuss von Christ den Ball im Nachfassen unter Kontrolle zu bringen (32.). Die Null stand ungeachtet dessen auch zur Pause und in beiden Fankurven herrschte weiterhin volle Euphorie, gemischt mit Bangen, was ihre Leute auf dem Grün nun veranstalten werden. Bei zehn gegen elf besteht diesbezüglich wenig Handlungsspielraum für eine 'Schrumpfelf'.
Daher gab es in Halbzeit zwei den mit herzinfarktbehafteten Einbahnstraßenfußball, die Partie lief nur noch in Richtung Auer Tor. Die Veilchen wehrten sich mit allen Mitteln, kämpften für den einen Punkt und die ansonsten heimstarke Fortuna glänzte nicht ganz uneigennützig für Aue mit einer schwachen Chancenauswertung. Ein guter Beton Marke 'Unkaputtbar' war im Einsatz. Aus diesem Grund bissen sich Jovanovic (48.), Sieger (51.) sowie die eingewechselten Heidinger (74.) und Terodde (84.) die Zähne reihenweise aus. Zusätzlich zum Fertigbeton machten sich einige Spieler aus dem gallischen Dorf doch tatsächlich auf den Weg zum gegnerischen Tor und versuchten den Spielverlauf auf den Kopf zu stellen. Eric Agyemang war jedoch der Würde nicht mächtig, bzw. versagte kurzerhand der Zaubertrank, und vergab zwei Möglichkeiten, den fast beschäftigungslosen F95-Keeper Melka vom Thron des zweitbesten Schlussmannes zu stürzen. Nach Vorarbeit von Jan Hochscheidt vergab er aus zehn Metern zu überhastet (61.) und sechs Minuten später suchte er den Abschluss eben zu spät, sodass Langeneke klären konnte.
Eine dritte Chance bekam Eric Agyemang indes nicht mehr, Sebastian Glasner sollte es nun richten. Wenig später verstärkte Heiko Weber in guter Voraussicht mit Pierre le Beau die Defensive, da F95-Coach Meier nun mit drei Stürmern alles auf eine Karte setzte und man das Hinspiel noch gut oder auch schlecht in Erinnerung hat. Aue verlor damals ebenfalls mit einem Mann weniger in der Schlussphase durch einen Treffer von Jovanovic noch 0:1. Ein Déjà-vu?
Nein, nicht heuer, nicht mit dieser kämpferischen Einstellung, Geschlossenheit ist Trumpf und selbst die vier Minuten Nachspielzeit, konnten daran nichts mehr ändern. Am Ende eine gerechte Punkteteilung, in der Aue wie ein gefühlter Sieger da stand und nach Luft ächzte. Sensationelles Auftreten mit Platz 11 zur Folge. Für Düsseldorf ist dies jedoch ein herber Dämpfer im Kampf um die Aufstiegsränge. "Optisch waren wir überlegen, aber wir hätten noch zehn Stunden spielen können und kein Tor gemacht", beklagte F95-Trainer Meier die mangelnde Präsenz seines Teams. Heiko Weber sichtlich erleichtert, doch mit leichtem Magengrollen der vielen roten Karten gegenüber: "Es kommt jetzt ein wenig rüber, dass wir mit den drei Platzverweisen in den letzten Tagen brutal aggressiv sind und ständig foulen." Zu allem Übel kassierte das Geburtstagskind Thomas Paulus in der Abwehrschlacht seine fünfte gelbe Karte und wird im Nachholespiel am kommenden Dienstag gegen die Amateure aus Bremen fehlen. Die Personaldecke wird somit dünner, doch mit derselben hohen Moral und Einsatzbereitschaft ist auch was gegen Bremen drin. (arn)