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FC Erzgebirge Aue: Martin Männel - Marco Stark, Tomasz Kos, Thomas Paulus, René Klingbeil - Skerdilaid Curri, Sven Müller, Jan Hochscheidt, Marc Hensel - Sebastian Glasner, Eric Agyemang; Trainer: Heiko Weber
Eingewechselt: 46. Benjamin Baltes für Sebastian Glasner, 71. Daniyel Cimen für Sven Müller, 79. Aziz Bouhaddouz für Jan Hochscheidt
Kader: Russi Petkov, Pierre Le Beau, Robin Lenk, Roy Blankenburg
SpVgg Unterhaching: Darius Kampa, Milan Susak, Ralf Bucher, Christian Hain, Thorsten Schulz, Oliver Fink, Roman Tyce, Ricardo Villar, Robert Zillner, Francisco Copado, Anton Fink; Trainer: Ralph Hasenhüttl
Eingewechselt: 16. Raphael Schaschko für Thorsten Schulz, 69. Thomas Rathgeber für Francisco Copado, 87. Orkan Balkan für Ricardo Villar
Kader: Christian Berchthold, Florian Hörnig, Timo Nagy, Tobias Schweinsteiger
Tore: 1:0 Eric Agyemang (Linksschuss, 7. / Skerdilaid Curri); 1:1 Oliver Fink (Rechtsschuss, 35. / Anton Fink)
Schiedsrichter: Daniel Siebert (Berlin)
Zuschauer: 6300
Gelbe Karte: Marc Hensel (8.), Thomas Paulus (6.) / Milan Susak, Oliver Fink, Robert Zillner, Francisco Copado, Timo Nagy
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Vorbericht - Hinrundenspiel - Fotos vom Spiel
Spielbericht: Nachdem unter der Woche der Befreiungsschlag im Abstiegskampf gegen Werder Brem en II nicht wirklich gelang, sollte zumindest gegen die Spielvereinigung aus Unterhaching etwas Zählbares herausspringen und obendrein die x-te Wiedergutmachung für die jüngsten Heimauftritte endlich gelingen. Am Ende hieß es 1:1-Unentschieden, was die Gefühlswelt des Bergvolkes nicht gerade wieder in sanfte Gefilde lenkte und so Heiko Weber auch weiterhin in der Schusslinie bleibt, obwohl diesmal bei seinen Schützlingen das Kämpferische wohlwollend sprießte. "Ich habe fast nichts von den Gästen gesehen, aber das Salz in der Suppe sind eben Tore", sagte der Teammanager nach dem Spiel.
Genau dieses wichtige Gewürz suchte man in den letzten vier Partien vergeblich - ein Treffer für die Veilchen - und gegen die Randmünchner zappelte der Ball schon nach sagenhaften sieben Minuten im Netz. Eric Agyemang nahm das feine Zuspiel von Skerdilaid Curri, der neben Thomas Paulus und Sven Müller erstmals seit seiner Rot-Sperre wieder in der Startelf stand, mit der Brust an und schoss nach einer einfachen Körperdrehung noch im Fallen das Leder unhaltbar für Unterhachings Schlussmann Kampa ins lange Eck. Für Eric Agyemang war dieser Treffer, sein Dritter in der laufenden Saison, die beste Antwort auf die zuletzt vorzeitige Auswechslung im Brem enspiel, als er nach 32 Minuten den Platz wegen Lustlosigkeit verlassen musste. 1:0 für die Guten, sollte heuer wirklich was gehen?!
Doch statt nachzusetzen schlichen sich Unsicherheiten und haarsträubende Fehler vor allem beim sonst souveränen Martin Männel ein. Erst landete ein missglückter Freistoß fast bei einem Hachinger, der nur noch ins leere Tor hätte zielen müssen, dann versuchte der 21-Jährige, statt mit der Hand den Ball sicher aufzunehmen, nun mit fußballerischen Einlagen den Gegner auszuspielen, welches von René Klingbeil im letzten Moment noch ausgewetzt wurde und zu guter Letzt landeten drei Abschläge direkt beim Gegner. Das Nervenkostüm ist eben bis zum Äußersten gespannt, die Angst des Versagens und dem, was danach kommen könnte, sorgte bei Einigen für Blackouts, zum Glück (noch) ohne Folgen.
Denn zwischenzeitlich war auf dem Rasen eigentlich nicht viel passiert. SpVgg-Coach Hasenhüttl brachte Schaschko für den überforderten Schulz nach 18 Minuten ins Spiel und Schiedsrichter Daniel Siebert aus Berlin zeigte dem Fallkünstler Copado sowie Zillner den gelben Karton. Ansonsten plätscherte die Begegnung ohne größere Höhepunkte vor sich hin. Der Torhunger bei den Veilchen war nach dem frühen Tr effer freilich weiterhin ungebremst, doch blieb der finale Pass meistens aus. So verpassten die Lila-Weißen nachzulegen und den schwachen Gegner aus München frühzeitig in die Knie zu zwingen.
Die Quittung für die nachlässige Chancenverwertung servierten uns die Gäste in der 34. Minute. Nach Marc Hensels Ballverlust am Mittelkreis ging es blitzschnell. Der Toptorjäger der Liga, Anton Fink, schickte Oliver Fink in die Spur, der mit einem Schuss ins linke Eck aus acht Metern Martin Männel überwand. Betröpfelt und mit den Händen vors Gesicht stand der Schuldige vor dem vermeidbaren Dilemma. "Es war in diesem Moment genau die falsche Entscheidung, den Ball anzunehmen. Es tut mir so verdammt leid", sagte Marc Hensel, der die erneute Führung zwei Minuten vor der Pause auf dem Kopf hatte, aber hier gleichermaßen glücklos blieb. Somit war die erste Hälfte vorüber, in der die Gäste mit dem einzigen Angriff überraschend zum 1:1-Ausgleich kamen.
Nach der Kabinenpredigt, die Heiko Weber vorzeitig beendete, wurde der Mittelfeldmotor und Ideengeber Skerdilaid Curri in den Angriff befördert, der frische Mann Benjamin Baltes, für Sebastian Glasner im Spiel, ging auf die rechte Außenbahn und Sven Müller in die zentrale Sechserposition. Die besseren Möglichkeiten hatten jedoch die Rot-Blauen. Zunächst scheiterte Zillner mit einem langen Freistoß an Martin Männel, dann schlenzte Anton Fink die Kugel aus 14 Metern freistehend knapp am rechten Pfosten vorbei. Hierbei blieb Marco Stark auf der anfälligen, rechten Abwehrseite vieles schuldig. Nach der kurzen Drangphase der Gäste übernahmen die Veilchen ganz im Sinne der 6.300 Zuschauer wieder das Spielgeschehen und augenscheinlich hatte Marc Hensel das Pech an diesem Tage gepachtet. Ein 20-Me ter-Hammer von ihm landete nicht im Tor sondern direkt in die Arme von Keeper Kampa (57.). Im Anschluss wurde der 32-jährige Schlussmann der Hachinger noch von seinem eigenen Mitspieler getestet: Susak köpfte eine Rückgabe knapp am Kasten vorbei (60.).
Beide Mannschaften spielten nun auf Sieg, wirklich gefährlich wurde es in beiden Strafräumen dagegen nicht mehr. Außer drei gelben Karten, Thomas Paulus und Marc Hensel sammeln fleißig weiter, war die Schlussphase geprägt von vielen Unterbrechungen. Erst als die Urkraft und Kapitän der Mannschaft, Tomasz Kos, den es immer wieder nach vorne zog, sich auf der linken Seite durchsetzte und den eingewechselten Bouhaddouz in Szene setzte (84.), war die Sensation zum Greifen nah, doch die Leihgabe vom Frankfurter FSV bekam in Rückenlage nicht genügend Druck hinter den Ball, womit das heimische Publikum weiterhin auf den fünften Sieg im 'Old Otto' warten muss. "Kein Vorwurf an die Mannschaft. Sie war diesmal bedeutend besser, als gegen Bremen.", bekräftigte Trainer Rico Schmitt die Leistung seiner Mannen, welche bis zum Schlußpfiff vollzählig auf dem Feld standen.
Mit dem zehnten Unentschieden der Saison änderte sich für Aue in der Tabelle jedoch nichts, Platz zwölf seit fünf Spieltagen, allerdings vermindert sich das Punktekonto zu den Abstiegsplätzen auffällig. Somit bleibt die Trainerdiskussion fester Bestandteil jeder Spieltagsanalyse. FCE-Präsident Uwe Leonhardt will hierbei nichts überstürzen: "Wir befinden uns in einer schwierigen Lage, die sich zugespitzt hat und das Umfeld auflädt. Ich treffe keine Personalentscheidung aus der Emotion heraus." (arn) |
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