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FC Erzgebirge Aue: Martin Männel - René Klingbeil, Tomasz Kos, Thomas Paulus, Sven Schaffrath - Marco Stark, Jan Hochscheidt, Arne Feick, Skerdilaid Curri - Eric Agyemang, Marc Hensel; Trainer: Heiko Weber
Eingewechselt: 66. Aziz Bouhaddouz für Eric Agyemang, 73. Robin Lenk für Marco Stark, 80. Pierre Le Beau für Tomasz Kos
Kader: Russi Petkov, Marco Wölfel, Mohammed El Berkani, Sebastian Glasner
Kickers Emden: Daniel Masuch, Jan-André Sievers, Rudolf Zedi, Bernd Rauw, Rachid El Hammouchi, Thorsten Nehrbauer, Giovanni Cannata, Nils Pfingsten-Reddig, Tom Moosmayer, Lawrence Aidoo, Andreas Mayer; Trainer: Thomas Richter
Eingewechselt: 54. Alban Ramaj für Giovanni Cannata, 79. Kevin Nennhuber für Tom Moosmayer, 84. Manuel Menzel für Nils Pfingsten-Reddig
Kader: Jonas Toboll, Tobias Gensler
Tore: 1:0 Eric Agyemang (Rechtsschuss, 43. / Marc Hensel); 2:0 Marco Stark (Linksschuss, 59.); 3:0 Skerdilaid Curri (Rechtsschuss, 72.)
Schiedsrichter: Florian Steinberg (Korntal-Münchingen)
Zuschauer: 6600
Gelbe Karte: Tomasz Kos (5., gesperrt), Marco Stark (4.) / Daniel Masuch, Lawrence Aidoo, Tom Moosmayer (2.)
Rote Karte: - / Andreas Mayer (87., grobes Foulspiel)
Besondere Vorkommnisse: Aues Trainer Heiko Weber wurde wegen Reklamierens auf die Tribüne verwiesen (41.).
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Vorbericht - Hinrundenspiel - Fotos vom Spiel
Spielbericht: Mit zuletzt zehn Punkten aus vier Spielen konnten die Veilchen aus dem Erzgebirge von sich reden machen und sich endgültig aus dem Tabellenkeller befreien. Doch beim Auswärtsspiel in Erfurt vergangene Woche gab es dann wieder einmal eine Niederlage. Doch diese sollte schnellstens vergessen gemacht werden: Gesagt, getan. Die regnerischen und auch stürmischen Tage vor dem Spiel wurden mit einem 3:0-Sieg gegen Emden nun wieder etwas freundlicher und die Schmach von Erfurt vorerst vergessen.
Anderes als bei den Ostfriesen, wo das Debüt für Thomas Richter als Chef auf der Bank von Kickers Emden keine Veränderung brachte: Bereits seit acht Partien ohne dreifachen Punktgewinn. Doch kein Vorwurf an den bisherigen Co-Trainer Richter, der nämlich erst am Donnerstag die Verantwortung für die Kickers-Mannschaft übernommen hatte, nachdem Stefan Emmerling seinen eigentlich erst nach Saisonende geplanten Wechsel zum Zweitligisten Rot-Weiß Ahlen vorgezogen hatte. Dabei begannen die Gäste, welche durch Mayer die erste Chance im Spiel hatten, sehr forsch und überzeugten zunächst mit den besseren Ideen im Spielaufbau. Doch nachdem Rauw (7.), kam völlig freistehend zum Kopfball und selbst vom Ausbleiben des Abseitspfiffes überrascht, und Cannata (9.) zwei weitere Möglichkeiten vergaben, setzte sich so langsam die Nervosität in den Reihen der Emder fest.
Für Aue war der Zeitpunkt gekommen, selbst die Initiative zu ergreifen und die Offensive mit Marc Hensel und Eric Agyemang auf den Plan zu rufen. Dessen ungeachtet besaß schließlich Abwehrspieler Sven Schaffrath die erste dicke Möglichkeit für Aue. Nach einem genialen Pass von Eric Agyemang genau in die Nahtstelle der Kickers-Abwehr stand der 24-jährige Winterneuzugang völlig frei vor BSV-Torwart Masuch, der mit dem unplatzierten Schuss von Sven Schaffrath keine allzu großen Probleme hatte (17.). Da war eindeutig mehr drin, so auch beim Knaller von Arne Feick, der die Hensel-Hereingabe direkt aufs Tor zirkelte und der Schlussmann der Ostfriesen erneut die Oberhand behielt. Zu diesem Zeitpunkt waren bereits 30 Minuten vorüber und die Hausherren bestimmten souverän das Geschehen. Vor allem Skerdilaid Curri verrichtet hinter den Spitzen seine Arbeit wie gewohnt stark und es scheint so, dass eine kurze Denkpause manchmal doch hilft, den Kopf frei zu bekommen. So wirbelte der kleine Albaner drei komplett in rot gekleidete Gegenspieler schwindelig und passte im Anschluss der Karussellfahrt a uf den über die linke Seite durchgebrochenen Sven Schaffrath, der mit einem satten Schuss die Statik des Aluminiumgehäuse testete (31.).
Im Mittelfeld, welches ohne den verletzten Sven Müller (Muskelfaserriss) auskommen musste, wurde jeder Entlastungsversuch von Emden mit starkem Pressing unterbunden. Schiedsrichter Florian Steinberg aus Korntal hatte jedoch bei dem Einsatz von Kapitän Tomasz Kos gegen Mayer wohl zuviel Engagement gesehen und zeigte für dieses eher harmlose Foul dem Abwehrchef die gelbe Karte, seine Fünfte in der Saison. Bis zum neunten Spieltag kassierte der Pole vier gelbe Karten und blieb bis zur 32. Minute im Spiel gegen Emden ohne weiteren Zwischenfall, das spricht ohnegleichen für Fairness pur.
Ganz anders anscheinend die von Kickers Emden. Vier Minuten vor der Pause krümmte sich Jan Hochscheidt nach einem Zusammenprall mit Rauw vor Schmerzen auf dem Rasen. Die Unparteiischen (und auch die Fernsehbilder) konnten jedoch keinen 'Übeltäter' feststellen, was Teammanager Heiko Weber so in Rage brachte, dass er wegen zu viel Heißblut auf die Tribüne verwiesen wurde. Zwei Minuten später erzielte sein Team den ersehnten Führungstreffer: Eric Agyemang nutzte die Unkonzentriertheit der Emder Abwehr und netzte eine Hereingabe von Marc Hensel, der nach einem schnellausgeführten Feick-Einwurf die Sahne-Vorbereitung lieferte, zur 1:0-Führung ein. "Endlich habe ich mal gegen Emden getroffen, das freut mich riesig.", stänkerte der nun fünffache FCE-Torschütze in Richtung seines Ex-Vereins.
In der zweiten Hälfte blieb Aue weiterhin überlegen und Kickers Emden stellte das Fußballspielen schon größtenteils ein. Dementsprechend war das 2:0 durch Marco Stark in der 59. Minute nicht unverdient und bedeutet die Vorentscheidung, sogar eine der schönsten: Der Auer Sechser war gegen Pfingsten schneller am Ball, ließ im Anschluss Zedi mit einem Haken schlecht aussehen und schob überlegt mit links ein. So etwas kannte man vom 27-jährigen Ex-Sandhausener noch gar nicht und der gemeine Fan ist gespannt, was er demnächst noch für technische Raffinessen ausspucken würde. Das Spiel selbst ist fast zum Stillstand gekommen. Die Veilchen mit souveräner Kontrolle, die Norddeutschen ohne Angriffsbemühungen. Den Sack zu machte wenig später Skerdilaid Curri mit einem verwandelten Strafstoß, den Masuch nach Foulspiel an Arne Feick verursachte (72.).
Die gelbverwarnten Marco Stark und Tomasz Kos kamen bei ihren Auswechslungen noch zum Szenenapplaus und für den 35-jährigen Kapitän war es eher ein seltsames Gefühl, da er eigentlich die vollen 90 Minuten auf dem Platz kämpft und selten vorher das Spielfeld verlässt. Doch die Heraus- bzw. die Hereinnahme von Robin Lenk und Pierre le Beau war unter weiser Voraussicht auf das nächste Spiel bei den Amateuren von Bayern München getätigt. René Klingbeil rückte in die Innenverteidigung und auf die nun linke freie Abwehrseite sollte sich Pierre le Beau schon mal eingewöhnen. Nach anfänglichen Nervenflattern fasste sich das Auer Eigengewächs aus rund 25 Metern ein Herz und hämmerte den Ball nur knapp über die Querlatte (85.). Was für ein sattes Pfund vom eher schmächtigen Blondschopf.
In der Schlussphase glitt den Emdern die Partie völlig aus der Hand. Nachdem kurz zuvor Moosmayer schon seine fünfte Gelbe gesehen hatte, kassierte Mayer für ein Frustfoul an Arne Feick in der 87. Minute dann auch noch eine Rote Karte. Danach war Schluss im Erzgebirge. Die Veilchen setzten sich verdient und absolut ungefährdet mit 3:0 gegen die Kickers aus Emden durch. Dabei hatte der FCE die Norddeutschen in nahezu jedem Moment unter Kontrolle und hätte durchaus höher gewinnen können - auch wenn nach der klaren Führung meist nur das Nötigste getan wurde. "Die Mannschaft hat von der ersten Minute an das umgesetzt, was wir gefordert hatten. Insgesamt gesehen war das heute sicherlich unsere beste Saisonleistung. Wir haben den Ball laufen lassen, uns Chancen erarbeitet und die nötigen Tore gemacht. Das 1:0 vor der Pause war enorm wichtig. Was die Jungs in der zweiten Halbzeit geboten haben, war sehr gut, das müssen wir gar nicht großartig auswerten. Ich muss der Mannschaft dafür ein Riesenkompliment machen.", so ein mit stolzüberfluteter Trainer Rico Schmitt.
Emden hingegen befindet sich weiter im freien Fall. Auch der Trainerwechsel gab keine neuen Impulse und es geht bei den Ostfriesen nunmehr nur noch darum, die Saison mit Anstand zu Ende zu bringen. Doch das Gezeigte sprach deutlich andere Bände und so war Kickers-Kapitän Zedi zurecht sauer auf seine Mitspieler: "Jeder Spieler hat einen Vertrag bis Ende Juni und wir müssen uns einfach anders präsentieren. Ich bin auch im nächsten Jahr bei Kickers und habe schon allein deswegen keine Lust, die Saison so auslaufen zu lassen. Dann kann keiner von uns den Fans noch in die Augen sehen." (arn) |
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