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Bayern München II: Thomas Kraft, Stefan Schürf, Christian Saba, Björn Kopplin, Tom Schütz, Holger Badstuber, Stephan Fürstner, Daniel Sikorski, Stefan Rieß, Deniz Yilmaz, Thomas Müller; Trainer: Hermann Gerland
Eingewechselt: 46. Viktor Bopp für Stefan Rieß, 60. Dominik Rohracker für Deniz Yilmaz, 82. Marco Höferth für Stefan Schürf
Kader: Maximilian Riedmüller, Timo Heinze, Alexander Benede
FC Erzgebirge Aue: Martin Männel - Pierre Le Beau, René Klingbeil, Thomas Paulus, Sven Schaffrath - Jan Hochscheidt, Marco Stark, Arne Feick, Skerdilaid Curri - Aziz Bouhaddouz, Marc Hensel; Trainer: Heiko Weber
Eingewechselt: 54. Sebastian Glasner für Aziz Bouhaddouz, 62. Robin Lenk für Pierre Le Beau, 88. Daniyel Cimen für Skerdilaid Curri
Kader: Russi Petkov, Marco Wölfel, Mohammed El Berkani
Tore: 0:1 Jan Hochscheidt (Rechtsschuss, 13.); 0:2 Skerdilaid Curri (Linksschuss, 28. / Aziz Bouhaddouz); 0:3 Arne Feick (Linksschuss, 45.); 1:3 Viktor Bopp (Rechtsschuss, 56.); 2:3 Holger Badstuber (Linksschuss, 72.)
Schiedsrichter: Robert Kampka (Mainz)
Zuschauer: 1330
Gelbe Karte: Holger Badstuber, Deniz Yilmaz / Sven Schaffrath (2.), Jan Hochscheidt (6.)
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Vorbericht - Hinrundenspiel - Fotos vom Spiel
Spielbericht: Im fünften Sonntagsspiel für die Veilchen in dieser Saison hat es gegen die Amateure von Bayern München das erste Mal zu einem Dreier gereicht. Zwar stand der fünfte Sieg aus den vergangenen sechs Spielen am Ende auf sehr wackligen Beinen, indem man eine 3:0-Führung fast noch aus der Hand gab, doch muss man in dieser Liga auch so ein Schweinespiel gewinnen und die damit verbunden drei Punkte auf das eigene Konto verbuchen. Mit 23 Zählern stehen die Veilchen in der Rückundentabelle nun auf Platz drei und haben bereits jetzt genauso viele Punkte wie in der gesamten Hinrunde eingefahren.
Zudem gab es mit dem Besuch des baufälligen, aber charmanten Grünwalder Stadion, dessen manuelle Anzeigetafel schon von weitem ins Auge sticht und an allen Ecken und Kanten die ruhmreichen Tage so langsam verblassen, wieder Erinnerungen ans damalige Zweitligaspiel gegen den TSV 1860 München, wo man zwar in eisiger Kälte eine 0:1-Niederlage serviert bekam, doch sich mit einer Schneeballschlacht gegen Becksteins Schergen souverän aus der Affäre zog. Nun weiter zur Giesinger Gegenwart.
Gegen den Tabellenfünften baute Teammanager Heiko Weber seine Startelf im Vergleich zum deutlichen 3:0-Heimsieg gegen Emden auf zwei Positionen um. Im Sturm agierte Aziz Bouhaddouz für Eric Agyemang, der kurzfristig wegen Rückenproblemen ausfiel, und Pierre le Beau rutschte für den gelbgesperrten Kapitän Tomasz Kos in die Viererabwehrkette. Auf Seiten des Gastgebers gab es ebenfalls zwei Veränderungen. Im Vergleich zum 2:1-Sieg in Regensburg eine Woche zuvor konnte Trainer Gerland wieder auf seinen Stammkeeper Kraft zurückgreifen, wie auch auf Stürmer Yilmaz, der wegen einer Oberschenkelverletzung zwei Wochen pausieren musste.
Für die erste gefährliche Aktion im Spiel, welche unter der Leitung von Schiedsrichter Robert Kampka pünktlich angepfiffen wurde, sorgte Sikorski bereits nach zwei gespielten Minuten. Der FCB-Angreifer kam gegen Martin Männel frei zum Abschluss, der zum Glück schon auf der Höhe des Geschehens war und großartig mit dem Fuß parierte. "Irgendwann muss Sikorski mal lernen, den Ball einfach in die lange Ecke zu schieben. Das üben wir mindestens drei Mal die Woche im Training.", trauerte Gerland der vergebenen Chance nach. Obendrein käme ein Torwarttraining ebenfalls in Frage. Denn nach einer Flanke von Arne Feick schien Bayerns-Keeper Kraft eigentlich alles unter Kontrolle zu haben, doch dann rutschte ihm der Ball vom Fuß, Jan Hochscheidt setzte nach und nahm das Geschenk zu seinem ersten Saisontor dankend an (13.). Selbst Trainer Rico Schmitt war des ungewöhnlichen Treffers angetan: "Der Torwartfehler, der zum 1:0 führte, war das erste Tor dieser Art, was wir in der gesamten Saison geschossen haben."
Nach der überaus glücklichen Führung dominierte Aue das Geschehen, kam im weiteren Spielverlauf jedoch nicht mehr groß zum Abschluss. Bayern wirkte zwar verunsichert, sorgte aber bald wieder für klare Verhältnisse. Mit schnellem Kurzpassspiel gelang den Hausherren die besseren Aktionen, doch mittenrein in die Angriffbemühungen folgte das 2:0 für die Veilchen. Pierre le Beau flankte von Rechtsaußen auf den im Fünfmeterraum lauernden Marc Hensel, der das Leder gegen Schütz mustergültig abschirmte und aus der Drehung Skerdilaid Curri bediente. Der Mittelfeldmotor ließ Bayerns Schlussmann keine Chance und verwandelte mit Vollspan sein fünftes Saisontor ganz trocken (28.).
Die Abstimmungsprobleme in der Münchner Defensive waren für die Talentschmiede des Rekordmeisters außergewöhnlich hoch. "Wenn einige denken, dass es in der dritten Liga auch ohne 100 Prozent Einsatz geht, sind sie heute eines besseren belehrt worden.", ging Gerland mit seinen hochtalentierten Nachwuchsspielern schonungslos, aber ehrlich ins Gericht. "Ich versuche, die Spieler nach vorne zu bringen.", sagte der 54 Jahre alte Fußballlehrer, der von seinen Schützlingen eine gewisse Besessenheit erwartet - so wie es der Trainer vorlebt. Die Besessenheit boten zum Ausklang der ersten Hälfte eindeutig die Veilchen dar. Nach einer Hochscheidt-Ecke lauerte Arne Feick an der Strafraumgrenze, fand im Anschluss die Lücke und der Ball schlug ins lange Eck zum 3:0-Pausenstand ein. Es war keine überragende erste Halbzeit der Veilchen, aber man zeigte sich im ersten Durchgang fast in allen Belangen cleverer. Hinten stand die Null und vorne brachte man die wenigen Torchancen, die man hatte, eiskalt im Tor unter.
Die deftige Pausenansprache von Bayerns Trainer Gerland, welche selbst in der Auer Kabine zu hören war, zeigte nach dem Seitenwechsel jedoch Wirkung. Fürstner scheiterte in der 47. Minute zunächst mit einem Schuss aus 14 Metern nur knapp, dann nahm sich der eingewechselte Bopp aus 25 Metern ein Herz und traf per Aufsetzer zum 1:3 (56.). Vorausgegangen war ein Ballverlust des aufgerückten Pierre Le Beau, der wie beim damaligen 1:3 in Dresden das Gegentor unfreiwillig einleitete. "In Dresden habe ich viel Lehrgeld bezahlt. Ich werde alles daran setzen, damit es in München besser wird", sagte der 23-Jährige noch vor der Partie. Nunja, es wäre nun vermessen, ihm diesen Treffer voll auf seine Kappe zu schreiben, denn dem frischgebackenen Torschützen wurde es einfach zu leicht gemacht: Ab der Mittellinie spazierte der Bayern Youngster, der in dieser Saison nur viermal auf dem Platz stand, seelenruhig durch die Auer Hälfte und bedankte sich eben auf seine Weise.
"Zur Halbzeit dachten dann wohl schon einige, dass das Spiel gelaufen war. Die Bayern legten ein Höllentempo vor und wir haben unser Spiel nach vorn praktisch eingestellt.", moserte Trainer Rico Schmitt, der hilflos zusehen musste, wie Müllers Kopfball auf dem Tornetz landete (57.) und zwei Minuten später Fürstners Schuss aus 13 Metern nur Zentimeter am Pfosten vorbei zischte. Die Überlegung mit Sebastian Glasner den Sturm aufzufrischen und so die Bayern in die Defensive zu drängen, fiel durchweg ins Wasser. Der für den immer stärker werdenden Aziz Bouhadoouz gekommene Stürmer glänzte mit Lustlosigkeit und individuellen Fehlern. Erst die Hereinnahme von Robin Lenk als Offensivkraft brachte wieder Entlastung. Zudem wurde die taktische Ausrichtung verändert. Marc Hensel spielte nun neben Marco Stark den zweiten Sechser und Jan Hochscheidt rückte auf die Position des ausgewechselten Pierre le Beau.
Aue stand nun sicherer in der Defensive und konnte die blutgeleckten Bayern ein ums andere Mal am Torschuss hindern. Jedoch blieben die Standards gefährlich.

Badstuber zirkelte so einen Freistoß aus 25 Metern zum 2:3 in die Maschen (72.). Nachdem der Ausgleich spürbar in der Luft lag, fing sich Aue wieder und kam dann noch zu Konterchancen. So hätten Thomas Paulus (79.), Robin Lenk (87. - Lattenknaller) und Jan Hochscheit (90.) in aussichtsreichen Positionen sogar beinahe das vierte Tor erzielt. Am Ende blieb es aber beim 3:2-Auswärtssieg der Veilchen und dem erstmaligen Erreichen eines einstelligen Tabellenplatzes in dieser Saison. (arn) |
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