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3. Liga 2008/09

Spielbericht

14. Spieltag - Sonntag, 09.11.2008 - 14:00

FC Erzgebirge Aue - Bayern München II 1:1 (0:1)

FC Erzgebirge Aue: Stephan Flauder - Jan Hochscheidt, Tomasz Kos, Thomas Paulus, René Klingbeil - Marc Hensel, Fabian Müller, Arne Feick, Skerdilaid Curri - Sebastian Glasner, Eric Agyemang; Trainer: Heiko Weber

Eingewechselt: 28. Mohammed El Berkani für Jan Hochscheidt, 46. Daniyel Cimen für Skerdilaid Curri, 62. Kenny Schmidt für Eric Agyemang

Kader: Martin Männel, Christian Siemund, Serdar Bayrak

Bayern München II: Thomas Kraft, Stephan Fürstner, Georg Niedermeier, Christian Saba, Timo Heinze, Holger Badstuber, Thomas Müller, Mehmet Ekici, Manuel Duhnke, Deniz Yilmaz, Daniel Sikorski; Trainer: Hermann Gerland

Eingewechselt: 46. Marco Stier für Mehmet Ekici, 79. Vitus Nargorny für Deniz Yilmaz, 88. Maximilian Haas für Manuel Duhnke

Kader: Max Grün, Alexander Benede, Viktor Bopp

Tore: 0:1 Thomas Müller (Linksschuss, 28. / Deniz Yilmaz); 1:1 Thomas Paulus (Rechtsschuss, 90.)

Schiedsrichter: Raphael Seiwert (Merzig-Merchingen)

Zuschauer: 9800

Gelbe Karte: Thomas Paulus (3.) / Alexander Benede, Daniel Sikorski, Stephan Fürstner

 
 
     
   
     
     
     
     
     
     
     
 

Vorbericht - Rückrundenspiel - Fotos vom Spiel

Spielbericht: Teammanager Heiko Weber hört auf seinen Vater und lässt den Rauschebart, wie für ein Zaubergehänge würdig, bis zu einer eventuellen Niederlage unberührt. Doch kurz nach der Partie klangen seine Worte sehr schroff und zeigte sich augenfällig enttäuscht von seinen Schützlingen: "Wir haben gedacht, wir sind eine Spitzenmannschaft und spielen gegen die Bayern-Amateure mit halber Kraft. Ich möchte mit meinen Spielern aus dem Mittelmaß raus, das ist unser Anspruch, dies wäre heute möglich gewesen." So gab es für die Veilchen gegen den Remiskönig der Liga, Bayern München II, nur eine Punkteteilung. Dessen ungeachtet bleiben die Lila-Weißen derzeit so etwas wie die Mannschaft der Stunde. Mit 13 Punkten aus sieben Spielen hat sich das Team von Heiko Weber von den Abstiegsrängen verabschiedet und rückt so langsam aber sicher in die obere Tabellenhälfte. Auf dem Weg dorthin mussten aber erstmal die Münchner Bubies geschlagen werden, die zwar die letzten fünf Spiele nicht verloren, allerdings auch nur fünf Unentschieden geholt hatten. Und nach diesem Spieltag stand fest, dass sich die zweite Mannschaft des Rekordmeisters zum achten Mal in dieser Saison die Punkte mit dem Gegner teilen musste.
Dabei hätten die in rot-weiß auflaufende Gerlach-Elf, die gleiche Formation wie in der Vorwoche beim 2:2 gegen Jahn Regensburg, mit etwas mehr Druck, die in den ersten 45 Minuten pomadig agierenden Auer, einfach überrennen können. Von Beginn an zeigten sich die Münchner nämlich sehr ballsicher und übernahmen ganz unverblümt schnell die Kontrolle. Ganz anders die Hausherren, die vor allem in der Offensive ohne Durchschlagskraft blieben. Aggressivität und Leidenschaft suchten die 9.800 Zuschauer vorerst vergebens. Zwar fehlte der Rot-Gesperrte Ali Maboula Lukunku augenscheinlich an allen Ecken, doch gab es für das Sturmduo Eric Agyemang und Sebastian Glasner einige gute Möglichkeiten ihr Aufgebot in der Startelf zu untermauern. Aber auch Fabian Müller, der acht Jahre lang bei den Bayern seine Töppen schnürte, wirkte irgendwie gehemmt. Dabei ist der 22-Jährige gerade auf einem steigenden Ast, trotzdem gelang ihm heuer so gut wie gar nichts. "Da haben einige völlig ohne Biss und Leidenschaft agiert. Ein Spiel geht 90 Minuten und nicht 45", monierte auch Trainer Rico Schmitt.
Ein schlechter Tag für fast alle. So hatte Bayerns Torhüter Kraft bei den ersten Schussversuchen durch Arne Feick (8.) und Eric Agyemang (12.) keine Mühe. Auch bei einem Eckball von Fabian Müller, den Tomasz Kos aufs lange Eck per Kopf verlängerte, musste der Schlussmann nicht wirklich eingreifen (20.). So richtig ins Spiel fanden die Veilchen in Hälfte eins eigentlich nie und machten sich zudem selbst das Leben schwer: in Minute 25 ein saublödes Foul mit Folgen. Jan Hochscheidt räumte seinen Gegenspieler aus dem Weg und verletzte sich dabei selbst...sah nicht so gut aus das Ganze. Ganz im Gegenteil: genau in der Behandlungsphase der Nummer 17 waren die Veilchen ohne Zuordnung in der vorübergehend dezimierten Hintermannschaft. Die Gäste tauchten zum ersten Mal gefährlich vors Tor von Stephan Flauder auf und machten kurzerhand die Bude. Der Bayern-Youngster Thomas Müller schoss dabei nach einem Doppelpass mit Yilmaz beherzt sowie präzise ins linke Eck und brachte somit den FCBII mit seinem siebten Saisontor in Führung (28.).
Erst jetzt konnte Ersatzmann Mohamed El Berkani in die Partie eingreifen, doch bis zur Pause fanden die Auer auf den Rückstand kaum eine Antwort. Von einer Gegenreaktion geschweige denn einer Drangphase war nichts zu sehen. Am Strafraum war die Weber-Elf mit ihrem Latein am Ende. Und wenn man mal ansatzweise vor das Münchner Tor kam, war Torhüter Kraft wie gegen Sebastian Glasner (36., 43.) zur Stelle. Auch gegen Skerdilaid Curri, der in der 44. Minute einem missglückten Doppelpass nachsetzte, jedoch um wenige Zentimeter zu spät kam, blieb Kraft Sieger. Die zugleich letzte Aktion im Spiel für den Albaner. Daniyel Cimen übernahm nach der Pause für den Kleinsten an Board, der ebenso wirkungslos blieb, wie einige Mitstreiter "Für so eine erste Hälfte gibt es keine Erklärung", meinte Mannschaftskapitän Tomasz Kos, der wie auch seine Mannschaftskameraden von Heiko Webers Kabinenpredigt ordentlich Ohrensausen bekommen hatte. "Es wurde schon richtig laut", berichtete Tomasz Kos.
Die Wirkung blieb zweifelsfrei nicht aus, denn Aue trat nun etwas feuriger auf und kam zu einigen guten Gelegenheiten, zunächst noch ohne Fortune. So brachte Angreifer Eric Agyemang, der mit einem 50-Meter-Pass vom nun in der Viererabwehrkette spielenden Fabian Müller gefüttert wurde, völlig freistehend den Ball nicht an Kraft vorbei (47.), dann stand dem Ghanaer der linke Pfosten bei einem Kopfball aus drei Metern im Weg. Flankengeber dieses Mal Mohamed El Berkani. Auch das Eckenverhältnis sagte so einiges über die mittlerweile herrschenden Kräfteverhältnisse aus: Sechs für Aue, noch keine für die Münchner.
Heiko Weber hatte trotzdem genug von den vergebenen Chancen und setzte auf Kenny Schmidt für den glücklosen Eric Agyemang. Leider ebbte danach der Angriffsschwung des FC Erzgebirge wieder etwas ab, die Münchner bekamen die Partie wieder in den Griff und hätten in der 63. Minute durch Duhnke für die Vorentscheidung sorgen können. Nur um ein Haar verpasste er die Hereingabe vom eingewechselten Stier. Auch Sikorski`s Kopfball, den Stephan Flauder hervorragend über die Latte lenkte, war nicht ohne. Nach dem kurzen Absacker rackerte sich Aue erneut auf und zeigte in den Schlussminuten Einbahnstrassenfußball vom Feinsten. Arne Feick's Eckball versuchte sich Tomasz Kos in akrobatische Kunststücke, doch sein Fallrückzieher ging knapp drüber. Danach bissen sich die wacker kämpfenden Veilchen zunehmend die Zähne an der Bayern-Abwehr aus. Die Ideen fehlten, um die Münchner in Gefahr zu bringen.
So musste kurzerhand die Brechstange ausgepackt werden. Nach einem Foul an Marc Hensel, versuchte Thomas Paulus mit Gewalt den fälligen Freistoß im Tor der Bayern reinzuknallen. Die Schusskraft war in Ordnung, nur fehlte seinem Fußgelenk die gewisse Feinjustierung. Im Anschluss parierte Keeper Kraft einen Querschläger von Niedermaier gerade noch zur Ecke. Die mittlerweile Zehnte für Aue stand auf dem Programm. Zunächst geklärt, baute Aue neu auf: Mohamed El Berkani mit einer hohen Hereingabe in den Strafraum, wo sich drei Münchner gegenseitig behindern und das Leder genau vor die Füße von Thomas Paulus köpften. Der Abwehrspieler nahm erneut Maß, dass nun Passende, und hämmerte aus 16 Metern die Kugel unhaltbar für den zuvor starken Bayern-Torwart Kraft ins rechte obere Ecke (90.).
In allerletzter Sekunde sicherte er mit seinem 2. Saisontreffer einen nicht unverdienten Punkt gegen die Zweite des FC Bayern. Zwar offenbarte Aue eklatante Schwächen im Offensivspiel und ließ die Zielstrebigkeit im Abschluss vermissen. Allerdings zeigten die Veilchen durchaus Moral und Willen, sodass trotz einiger Schwächephasen die Belohnung in Form eines Unentschiedens doch noch zum anschließenden Feiern einlud. (arn)