Wehen Wiesbaden: Florian Stritzel - Sascha Mockenhaupt, Florian Carstens, Felix Luckeneder - Thijmen Goppel, Tarik Gözüsirin, Gino Fechner, Justin Janitzek - Nikolas Agrafiotis, Fatih Kaya, Moritz Flotho; Trainer: Nils Döring
Eingewechselt: 46. Bjarke Jacobsen für Gino Fechner, 46. Ivan-Leon Franjic für Nikolas Agrafiotis, 66. Ryan Johansson für Justin Janitzek, 84. Ole Wohlers für Tarik Gözüsirin
Kader: Arthur Lyska, Nassim El Ouarti, Fabian Greilinger, Ben Nink, Emanuel Taffertshofer
Spielbericht: Clausen trifft und legt vor: Aue feiert den ersten Auswärtssieg unter Härtel
Erzgebirge Aue gewinnt mit 2:0 gegen Wehen Wiesbaden und verschafft sich Luft Richtung Abstiegsplätze. Zum entscheidenden Akteur avancierte Torschütze und Vorbereiter Clausen. Ein Duell zweier Tabellennachbarn erwartete SVWW-Coach Nils Döring, der dieselbe Startelf wie beim 1:0 in Sandhausen ins Spiel schickte, und seine Schützlinge am 26. Spieltag gegen Erzgebirge Aue. Dabei einte beide Mannschaft etwas: Die Veilchen laufen in der aktuellen Saison genauso wie die Mannschaft aus der Landeshauptstadt Hessens den eigenen Ansprüchen hinterher. Etwas Hoffnung gab es für die Sachsen jedoch zuletzt: Beim 1:0 gegen Unterhaching durfte der erste Sieg unter Trainer Jens Härtel gefeiert werden. In Wiesbaden sollte es dennoch drei Wechsel geben: Nkansah, Fabisch und Jakob durften sich beweisen, dafür nahmen Hoffmann, Pepic sowie Tashchy auf der Bank Platz.
Von Selbstvertrauen nach den Siegen zuletzt war in Wiesbaden aber auf beiden Seiten wenig zu sehen. Viele Ballverluste und wenig Spielfluss waren an der Tagesordnung, Distanzschüsse avancierten zum Mittel der Wahl - gefährlich wurde es dabei jedoch nicht. So dachte sich wohl Veilchen-Innenverteidiger Nkansah nach einer halben Stunde, dass das Spiel ein bisschen Action gebrauchen könnte und lud Kaya mit einem zu kurzen Rückpass ein. Männel verhinderte allerdings den Rückstand (31.). Ein Wendepunkt in der ersten Hälfte? Nein, auch in der Folge dümpelte das Spiel weiter vor sich hin - bis Bär einen Geistesblitz hatte: Mit einem feinen Heber schickt der Routinier Clausen auf die Reise. Alleine vor dem Tor blieb der 22-Jährige eiskalt und verwandelte zur Führung (43.). Nur drei Zeigerumdrehungen später hätte der Torschütze sogar den Blitz-Doppelpack auf dem Fuß, verzog allerdings frei aus acht Metern, sodass es nur mit einer 1:0-Führung für die Veilchen in die Pause ging.
Nach Wiederanpfiff sollte das Spiel dann endlich Tempo aufnehmen: Der SVWW kam mit Wut im Bauch aus der Kabine, nach knapp 40 Sekunden zwang Kaya Männel bereits zur ersten Parade. Und auch der folgende Eckstoß hatte Diskussionspotenzial: Stefaniak bekam aus kurzer Distanz den Ball an die abgespreizte Hand, Schiedsrichter Patrick Schwengers wurde allerdings die Sicht versperrt - Glück für die Veilchen. Auf der Gegenseite öffneten sich dafür den Gästen Räume, doch Bär agierte noch zu überhastet (56.). Besser machte es kurze Zeit später Stefaniak - aus wohl abseitsverdächtiger Position. Aus kurzer Distanz überwand der 30-Jährige Strinzel im kurzen Eck (62.) - die 2:0-Führung und der nächste Nackenschlag für die Hausherren, denen fortan die Verunsicherung in jeder Aktion anzumerken war. Zwar war man bemüht, jedoch erschreckend harmlos - exemplarisch Franjic, der frei aus 15 Metern nur das Fangnetz prüfte (77.). So waren vielmehr die Veilchen dem dritten Treffer näher, als die Hausherren dem Anschluss, doch Stefaniak und Bär machten es zu kompliziert (85.). Auswirkungen sollte dies jedoch nicht mehr haben, schließlich passierte danach nichts mehr. Mit dem 2:0-Sieg folgte auf den ersten Sieg unter Jens Härtel auch der erste Auswärtssieg des 55-Jährigen als Veilchen-Trainer. Die Wiesbadener sind am Freitagabend (19 Uhr) in Osnabrück wieder gefordert, die Gäste aus dem Erzgebirge sind dann erst wieder am Sonntag (16.30 Uhr) gegen Viktoria Köln im Einsatz. (kicker)