SSV Ulm: Max Schmitt - Jonathan Meier, Lukas Mazagg, Marcel Seegert, Niklas Kölle - Dennis Dressel, Max Brandt, Dennis Chessa, Mirnes Pepic, Abu-Bekir Ömer El-Zein - Lucas Röser; Trainer: Pavel Dotchev
Eingewechselt: 77. Elias Löder für Lucas Röser, 77. Niko Vukancic für Marcel Seegert, 77. André Becker für Abu-Bekir Ömer El-Zein, 87. Ben Westermeier für Mirnes Pepic, 90+2. Ensar Aksakal für Dennis Chessa
Kader: Christian Ortag, Max Scholze, Streli Mamba
Tore: 0:1 Marcel Seegert (Linksschuß, 48. / Mirnes Pepic); 0:2 Mirnes Pepic (Rechtsschuß, 54. / Abu-Bekir Ömer El-Zein); 0:3 Elias Löder (Kopfball, 90. / Elias Löder)
Schiedsrichter: Florian Lechner (Hornstorf) Assistenten: Julius Martenstein (Marburg), Oliver Lossius (Sondershausen) Vierter Offizieller: Johannes Drößler (Gotha)
Zuschauer: 6838 im Erzgebirgsstadion
Gelbe Karte: Erik Weinhauer (2.) / Marcel Seegert (2.), Niklas Kölle, Christian Ortag, Max Brandt, Lukas Mazagg
Rote Karte: Ryan Malone (65., grobes Foulspiel) / -
Spielbericht: Rote Karte und Blitz-Doppelschlag im Kellerduell - Dotchevs erfolgreiche Rückkehr nach Aue
Im Kellerduell knackten die Ulmer den FCE in der entscheidenden Phase kurz nach Wiederanpfiff - auch weil sich Aue in Person von Malone durch ein hartes Foul an Pepic selbst schwächte. So feierte Dotchev eine erfolgreiche Rückkehr ins Erzgebirge und sammelte wichtige Zähler im Abstiegskampf. Im Vergleich zur 1:2-Niederlage bei Hansa Rostock änderte FCE-Coach Jens Härtel seine Startelf auf zwei Positionen: Für Barylla und Majetschak begannen Fallmann und Fabisch. Sein Gegenüber Pavel Dotchev, mit zwei Amtszeiten an der Seitenlinie von Erzgebirge Aue, baute nach der späten 0:1-Niederlage in Wiesbaden auf drei Positionen um: Mazagg, Seegert und El-Zein ersetzen Vukancic, Bazzoli und Dajaku. Damit gibt der Neuzugang vom 1. FC Magdeburg El-Zein, sein Startelfdebüt für die Ulmer Spatzen.
Von Minute eins zeichnete sich ein intensives Fußballspiel ab, in dem Aue aber klare Feldvorteile hatte. Nach nicht einmal sieben Minuten brannte es lichterloh in der Ulmer-Defensive, weil Keeper Schmitt einen langen Ball weit vor dem eigenen Sechzehner vor Günther-Schmidt klären wollte, die Kugel aber nicht traf. Seegert klärte in höchster Not mit einem harten, aber fairen Tackling. Günther-Schmidt erwischte es dabei am Sprunggelenk. Der Auer musste ausgewechselt werden und wurde durch Tashchy ersetzt (12.). Im Laufe des ersten Abschnitts entwickelte sich zwar keine hochklassige, aber dafür eine spannende erste Halbzeit. Torraumszenen entstanden meist nach Umschaltaktionen. Gerade die Spatzen agierten im Aufbauspiel häufig zu ungenau und luden die Gastgeber das ein oder andere Mal ein. Wie in der 13. Minute, als Fallmann für Bär servierte und Seegert den flachen Abschluss im letzten Moment per Grätsche blockte. Den nächsten Hochkaräter ließ der SSV in Person von Kölle liegen, der nach einem präzisen Steilpass von Pepic frei vor Lord auftauchte und die Kugel vorbeisetzte (34). Eine Zeigerumdrehung später verhinderte Malone mit einem beherzten Block gegen Chessas Abschluss den Auer Rückstand, doch die wilde Sequenz war noch nicht zu Ende: Direkt im Anschluss ließ Clausen, der sich alleine auf den Weg Richtung SSV-Kasten machte, die Führung liegen und zielte knapp am rechten Pfosten vorbei. Die dickste Chance des ersten Durchgangs, bei dem Aue insgesamt das gefährlichere, griffigere Team war.
Deutlich besser kamen aber die Ulmer aus der Pause und schlugen auch kurz nach Wiederanpfiff zu, weil Lord eine Flanke von Pepic durch die Hände rutschte. Seegert war der Nutznießer und staubte aus kurzer Distanz ab. Dass die Veilchen nach dem schnellen Rückschlag taumelten, bestraften die Gäste gnadenlos. El-Zein legte die Kugel überlegt ab für Pepic, der das Spielgerät aus gut 18 Metern stark in den linken Winkel setzte (54.). Die Gäste hingen dann in den Seilen. Der Frust machte sich dabei nicht nur auf den Rängen bemerkbar, auch Malone schien den Rückstand schlecht verdaut zu haben. Der Innenverteidiger rauschte mit beiden Beinen, offener Sohle und ohne Rücksicht auf eine mögliche Verletzung in Pepic hinein. Der Auer sah vollkommen zu Recht die Rote Karte. In Unterzahl war die Messe dann gelesen. Die Ulmer schauten sich die Angriffsbemühungen der Gastgeber in aller Ruhe an und setzten immer wieder eigene Nadelstiche. Pepic (85.) und Löder (83.) ließen die endgültige Vorentscheidung zunächst noch fahrlässig liegen, bevor der eingewechselte Löder nach einer Chessa-Ecke unbedrängt einnickte (90.). Der Schlusspunkt einer erfolgreichen Rückkehr an die alte Wirkungsstätte für Pavel Dotchev, die zudem drei wichtige Zähler im Abstiegskampf bedeuten. Am Freitag geht der Kampf um den Klassenerhalt für Aue beim TSV Havelse weiter. Zwei Tage später trifft der SSV Ulm 1846 Fußball auf den MSV Duisburg. (kicker)