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Fortuna Düsseldorf - FC Erzgebirge Aue 'Vorschau'

In der kommenden englischen Woche müssen sich die Veilchen an Spitzenmannschaften messen, beginnend mit dem Auswärtsspiel beim Tabellenvierten Fortuna Düsseldorf. Paradoxerweise gelang beiden Mannschaften am vergangenen Spieltag der berühmt berüchtigte Befreiungsschlag. Mit dem 4:3 gegen den FSV Frankfurt wurde die Durststrecke von sieben Spielen ohne dreifachen Punktgewinn bei Erzgebirge Aue beendet. Genauso spektakulär ist der Düsseldorfer 5:0-Kantersieg beim Karlsruher SC, zugleich der höchste Saisonsieg der Fortuna. Daher hörte man nach dem ersten Dreier im Jahr 2012 von beiden Trainern fast gleichlautende Worte: "Das war für das Selbstvertrauen der Jungs ganz wichtig. Endlich haben sie sich wieder selbst belohnt."
Hinten stabil, vorne eiskalt - das Team von Trainer Norbert Meier mit fünf verschiedenen Torschützen erinnerte an die ungeschlagene Hinserie (12S-5U-0N). Nach der Schwächeperiode, wie zu Beginn der Vorsaison, als Fortuna sechs Punktspiele lang nicht gewonnen hatte und in dieser Phase auch noch aus dem Pokal ausgeschieden war, soll nun nach zuvor vier Unentschieden und den ersten beiden Saison-Niederlagen - zu Hause gegen den SC Paderborn (2:3) und auswärts bei 1860 (1:2) - eine neue Serie des Herbstmeisters gestartet werden. Dies zu verhindern wird für die Veilchen sicherlich ein harter Brocken. In der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt hängen die Trauben verdammt hoch. Mit 13 Siegen spielt die Fortuna immer noch ihre beste Saison in der 2. Liga überhaupt. Die Favoritenrolle ist damit klar verteilt. Nichtsdestotrotz möchte die Baumann-Elf "Vollgas geben, defensiv einfach besser auftreten, wozu auch eine gewisse Ordnung im Spiel gehört."
Allerdings gab es in der Esprit-Arena für die Lila-Weißen so gut wie nichts zu holen: drei Niederlagen und ein Unentschieden waren die magere Ausbeute in den vergangenen Gastspielen. In der Hinrunde gewann Düsseldorf in Aue mit 4:2. Die Fortuna gab dabei erst eine 2:0-Halbzeitführung aus der Hand, ehe zwei späte Tore doch noch den 4:2-Sieg bedeuteten. Von insgesamt neun Aufeinandertreffen konnten die Rot-Weißen fünf Spiele für sich entscheiden. Zwei Mal siegten die Unsrigen, genauso oft teilten sich beide Teams die Punkte. "Wir sind mit Aue immer gut zurechtgekommen, das sollte uns auch am Samstag wieder gelingen", so F95-Mittelfeldspieler Fink, der sich auch noch gut an die Platzverweise letzte Saison beim 3:0 in Düsseldorf von Kevin Schlitte und Pierre Le Beau erinnern kann. Dies ist wohl gerade bei dieser Konstellation keine Seltenheit. In den letzten fünf Pflichtspielen gegen die Fortuna flogen vier Auer vom Platz, Sperren inklusive. Vor so einer Zwangspause stehen nun auch Fink (4 Gelbe Karten), Langeneke (4), Levels (4), Beister (4), Bodzek (9), Rösler (9) bei Düsseldorf sowie Guido Kocer (4) und Tobias Kempe (4), der sich im Sommer dem Aufstiegsaspiranten SC Paderborn anschließen wird, bei Aue.
Größere Gedanken müssen sich die Veilchen auf die spielerisch starke Offensive der Fortuna machen. Insgesamt schossen nur Frankfurt (53) und Fürth (55) mehr Tore als Düsseldorf (51). Rösler, der bereits über 350 Profieinsätze auf dem Buckel hat, führt mit zwölf Treffern die interne Torschützenliste an, gefolgt vom besten Scorer der 2. Bundesliga Beister. Die am 30. Juni 2012 endende Leihgabe vom Hamburger SV leistete bereits zwölf Mal die Vorlage zu einem Treffer und hat selbst schon zehn Tore erzielt. Bemerkenswert liest sich auch die Statistik von Abwehrchef und mit 24 Einsätzen Düsseldorfs Dauerbrenner Langeneke. Der Innenverteidiger traf bereits neun Mal, allesamt vom ominösen Punkt aus, ins Schwarze - wie auch bei uns im Hinspiel. Ein Augenmerk gilt zudem auf Fortuna-Kapitän Lambertz, der unumstrittene Kopf der Mannschaft zeigt sich mit fünf Buden ebenfalls treffsicher, doch im Vordergrund stehen hier seine Spielerqualitäten im zentralen Mittelfeld.
Auch im Verhindern von Toren besitzt der kommende Gastgeber eine gewisse Spitzenklasse, da die Flingeraner mit 24 Gegentreffer hinter Spitzenreiter Fürth (20) die zweitwenigstens in der Liga eingeschenkt bekamen. Nur beim 2:3 gegen Paderborn kassierte die Fortuna mehr als zwei Gegentreffer - allen anderen Teams passierte dies häufiger, auch den Veilchen, die seit 13 Partien auf ein Zu-Null-Spiel warten - das ist zugleich ein Vereinsnegativrekord. 39 Gegentore beweisen obendrein eine Schwäche in der Auer Hintermannschaft, die mit dem drittschlechtesten Angriff (22 Tore) kaum aufgewogen werden kann. Lediglich drei Mannschaften (FSV Frankfurt/-22; Karlsruher SC/-27; FC Hansa Rostock/-18) weisen ein noch miserableres Torverhältnis auf. Nur vier Mal gelang den Lila-Weißen mehr als ein Treffer - alle anderen Teams trafen häufiger. Demzufolge stehen gerade einmal vier Siege auf der Habenseite des FCE, zwei davon in der Fremde. Deswegen stellt Düsseldorfs Coach Norbert Meier klar, dass auch der FC Erzgebirge Aue kein Gegner ist, dem man mit gebremster Kampfkraft und halbem Engagement gegenübertreten könne, da eben einer dieser Auswärtsdreier beim Aufstiegsanwärter, dem FC St. Pauli (3:2) erkämpft wurde.
(Un)Passenderweise bekommen die Veilchen es am Samstag mit Schiedsrichter Peter Gagelmann zu tun. Der Berliner hat bereits neun Spiele mit Auer Beteiligung in seiner Vita stehen. Sechs davon gingen verloren, zuzüglich zwei Remis - nur eine Partie konnte unter seiner Leitung gewonnen werden: Zum Saisonauftakt am 16. Juli 2011 gegen Alemannia Aachen siegten die Veilchen 1:0. Der 43-jährige Veranstaltungsmanager wird unterstützt durch die Linienrichter Matthias Anklam und Tim Sönder. Vierter im Bunde ist Arne Aarnink.


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