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FC Energie Cottbus - FC Erzgebirge Aue 'Vorschau'

Nun soll Neu-Coach Karsten Baumann einen Neuanfang für das gallische Bundesligadorf einleiten, am besten schon beim Knaller im Stadion der Freundschaft von Cottbus. Dort wurde ein Trainerwechsel (Rudi Bommer für Pele Wollitz, der um die Auflösung seines Vertrages gebeten hatte) schon eher vollzogen. Gurken, äh Früchte getragen hat die Maßnahme aber kaum. Bommer fuhr in seinen drei Partien bisher gerade mal ein Pünktchen ein. Grob gesagt treffen am Samstag die schlechtesten Teams der 2. Bundesliga aufeinander, wenn man den derzeitigen Trend in Augenschein nimmt. Energie ist seit sieben Spielen sieglos (drei Remis, vier Niederlagen) und hat wie Erzgebirge Aue, die seit sechs Spielen auf einen Dreier warten (drei Remis, drei Niederlagen), nur eine der letzten elf Partien gewonnen und zwar beide Teams am 15. Spieltag. Zudem liegen die Lausitzer in der Heimtabelle (2S-4U-4N) mit dem etwas schlechteren Torverhältnis (10:19) als die Unsrigen (9:13) auf dem vorletzten Platz, in der Rückrundentabelle haben sie sogar die Rote Laterne inne.
Nur bei den geschossenen Toren hat das Team von Rudi Bommer die Nase vorn. 21-mal schlug es im gegnerischen Kasten ein. Acht davon steuerte der ehemalige Auer Dimitar Rangelov bei, gefolgt von Daniel Adlung, Leonardo Bittencourt sowie Rok Kronaveter mit jeweils zwei Treffern. Sieben weitere Knipser komplettieren die interne Torschützenliste, die summa summarum elf Spieler beinhaltet. Zwei treffsichere Akteure weniger haben die Veilchen vorzuweisen, die derzeit auch die wenigsten Tore aller Zweitligisten (18, wie Rostock) auf dem Konto haben - so selten hatte Aue in den ersten 21 Zweitligaspielen zuvor nie getroffen. Darüber hinaus gelang dem momentan Tabellen-Vierzehnten nur drei Mal mehr als ein Treffer - allen anderen Teams häufiger. Lila-Weiß holte 20 Punkte, das sind nur rund halb so viele wie in der letzten Saison nach 21 Spielen (damals 37 Zähler). Als Konsequenz daraus wurde Chef-Trainer Rico Schmitt beurlaubt, Baumann soll es richten bzw. das “Wir”-Gefühl bei allen Beteiligten wieder erwecken: "Wir müssen ordentlich Gas geben, vernünftig trainieren, die Köpfe wieder frei kriegen und dann werden wir auch im Mittelfeld landen. Die Truppe ist eigentlich sehr zweikampfstark. Ich hatte zuletzt aber das Gefühl, dass da viele Einzelkämpfer auf dem Platz standen und wir müssen es hinkriegen, dass da wieder ein Team auf dem Platz steht. Die Jungs sollen mit erhobener Brust spielen."
Wohl leichter gesagt als getan. Der Druck auf die Mannschaft ist groß. Jeder Spieler muss sich neu anbieten und beweisen. Kapitän René Klingbeil ist sich aber sicher, dass er und seine Mitspieler in die Erfolgspur zurückkehren werden: "Ich denke es wird knallhart zur Sache gehen. Wir haben nichts mehr zu verschenken und gehen mit voller Kraft ins Spiel." Am besten so robust wie in der 1. Halbzeit am Montag gegen Braunschweig. Dies hat auch Rudi Bommer erkannt und seine Elf mit zusammengeschnittenen Videosequenzen bombardiert. "Der FC Erzgebirge spielt robust und viel mit langen Schlägen, geht dann auf den zweiten Ball", fasst der Cottbuser Trainer seine Beobachtungen zusammen und glaubt nicht, dass die grundsätzliche Ausrichtung von Aue durch den Trainerwechsel innerhalb von vier Tagen zu ändern ist. Das wahrscheinlich nicht, aber mit dem gesperrten Kevin Schlitte (10. Gelbe), dem an der Mittelhand frisch operierten Halil Savran und dem durch eine Fußprellung mit dicken Fragezeichen ausgestatteten Jan Hochscheidt gibt es Handlungsbedarf auf gewissen Positionen. Überraschungen sind jedenfalls nicht ausgeschlossen.
Ebenfalls fast vollzählig wird die Mannschaft des FC Energie Cottbus antreten. Bis auf die beiden Langzeitverletzten Markus Brzenska und Christopher Schorch, den angeschlagenen Alexander Ludwig und den im Aufbautraining befindlichen Clemens Fandrich hat Bommer die Qual der Wahl das mangelhafte Zweikampfverhalten und die miserable Torausbeute zu verbessern: "In Karlsruhe hatten wir acht Szenen, in denen wir ein Tor erzielen können. Das ist viel, zumal auswärts. Nun gilt es, diese Möglichkeiten konzentriert und konsequent zu nutzen." Insgesamt kassierte Cottbus zehn Niederlagen, zuletzt in Karlsruhe (0:2) - so viele waren es nach 22 Runden noch nie für Energie in der 2. Liga. Mit 24 Punkten muss Cottbus langsam aber sicher den Blick nach unten richten. “Wenn wir jetzt nicht aufpassen, rutschen wir ganz unten rein”, warnt Mittelfeldspieler Daniel Adlung. Dabei hatte Energie mit vier Siegen aus den ersten fünf Spielen noch einen guten Saisonstart hingelegt - seitdem gab es nur noch zwölf Punkte aus 17 Partien. Also eine richtungweisende Partie für beide Teams.
Das Hinspiel am 29. August 2011 endete an einem Montagabend im Gegensatz zur Vorsaison, als Tabellenführer Aue mit der 0:6-Klatsche den Energetischen den höchsten Sieg im Profifußball bescherte, mit einem mageren 0:0 . Die anderen zwei Auswärtsspiele in der 2. Bundesliga gingen ebenfalls verloren (jeweils 1:0 2004/05 und 2005/06). Insgesamt begegneten sich beide Vereine in 27 Punktspielen, zwölf davon gewannen die Veilchen, acht Spiele gingen verloren und der Rest endete unentschieden.
Peter Sippel wird das hoffentlich faire und im Vorfeld mit umfangreichen Sicherheitsvorkehrungen geltende Match leiten. Der ehemalige FIFA-Schiedsrichter aus München stand in bisher drei Spielen mit Auer Beteiligung im Mittelpunkt: Beim Heimsieg gegen Kickers Offenbach am 06. November 2005 (1:0), das 2:2-Unentschieden vom 16. Mai 2004 in Lübeck sowie bei der Auswärtsniederlage in Duisburg (2:4) vom 27. August 2006. Walter Hofmann (Ansbach) und Stefan Trautmann (Hannover) stehen dem 42-jährigen Diplom-Betriebswirt an den Linien zur Seite. Den vierten Offiziellen mimt Rene Rohde (Rostock).


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