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FC Erzgebirge Aue - FC Ingolstadt 04 'Vorschau'

“Einen versöhnlicher Jahrsabschluss vor heimischen Publikum”, dass sind die vor der Winterpause meistgehörten Wünsche. Ingolstadt hat dies zumindest geschafft. Im letzten Heimspiel dieses Jahres gegen den FC St. Pauli sollte endlich der erste Heimsieg her und die Durststrecke von neun sieglosen Partien für Ingolstadt eine Ende haben. Und siehe da, Joker und 500.000-Euro-Einkauf Akaichi, erst in Minute 86 eingewechselt, drückte das Leder nach mehreren Anläufen aus kürzester Distanz doch noch über die Linie und ließ damit seinen neuen Trainer erstmals jubeln (89.). Vor knapp einem Monat hatten Thomas Linke als Sportdirektor und Tomas Oral als Trainer das Ruder in die Hand genommen. Nach drei Partien, aus denen nur ein Punkt als Gewinn zu verzeichnen ist, schaffte der Möhlmann-Nachfolger am vergangenen Wochenende die Sensation gegen den Aufstiegsanwärter. Mit nunmehr 13 Punkten gab man damit die rote Laterne an Hansa Rostock ab.
Allerdings ist in Bayern nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen. Die Defensivleistung in der bisherigen Spielzeit war eine bescheidene. Mit 38 Gegentreffern in 18 Partien stellt der FC Ingolstadt die zweitschlechteste Abwehr der Liga, nur der Karlsruher SC (40) erreicht einen höheren Wert. Auch die Auswärtsauftritte sind erschütternd. Nur ein einziger Zähler bei einem Torverhältnis von 7:26 wurde in fremden Gefilden eingefahren. Nach etlichen misslungenen Versuchen machten sich die Oral-Schützlinge am 27. November nach einem 0:0 bei Energie Cottbus erstmals mit einem Punktgewinn auf die Heimreise. Dafür stehen sie besser vor eigenem Publikum als die Unsrigen da. Drei Siege, drei Unentschieden und drei Niederlagen sorgen bei einem Torverhältnis von 13:12 für Rang 12 in der Heimtabelle, drei Plätze dahinter befinden sich die Veilchen (2S-2U-4N), die seit dem 1:0-Heimerfolg gegen Hansa Rostock am 10. Spieltag nicht mehr gewinnen konnten. Soll heißen, nur acht von 24 möglichen Punkten holten die Auer im Erzgebirgsstadion. Zudem stand seit dem Spiel gegen die Hanseaten das letzte Mal hinten die Null - kein anderes Team wartet aktuell so lange auf eine weiße Weste.
Dies muss genauso verbessert werden, wie die Effizienz im Torabschluss. 15 Treffer in 18 Partien sind ein Armutszeugnis. Selbst bei Ingolstadt stehen 20 Tore auf der Habenseite. Fast ein Drittel davon steuerte Angreifer Buddle (6) bei. Sturmkollege Hartmann (fällt mit Innenbandanriss bis zur Winterpause aus) traf fünf Mal, so dass allein dieses Duo mehr als die Hälfte aller Ingolstadt-Tore erzielt hat. Des Weiteren trafen Leitl (3), Buchner (2), Knasmüllner (1), Metzelder (1), Pissot (1) und der frische gebackene Torschütze Akaichi. Es wird ein Spiel auf Augenhöhe, Ingolstadt spielte gegen Pauli nicht wie ein Abstiegskandidat. So wird Tomas Oral, der am 10. November 2011 den FC Ingolstadt mit 9 Punkten auf dem letzten Tabellenplatz übernahm, die Mannschaft auch mit den ein oder anderen Verstärkungen zur Winterpause sicherlich zum Klassenerhalt führen. Die Defensive ist unter dem ehemaligen Trainer des FSV Frankfurt und von RB Leipzig schon mal stabilisiert wurden. Bei nur zwei Gegentoren in vier Begegnungen sind seine Jungs auf dem richtigen Weg. Auch letzte Saison spielten die Schanzer eine schwache Hinrunde (zwölf Punkte, diesmal zehn), retteten sich aber durch einen tollen Schlussspurt. Ein Auswärtsdreier wäre die Krönung.
Für Rico Schmitt und Co. steht morgen Abend ebenfalls viel auf dem Spiel. Das 2:1 im Sachsenderby in Dresden am 15. Spieltag war Aues einziger Sieg in den letzten acht Spielen - vier der vergangenen sechs Partien gingen verloren. Falls das Ding erneut den Baum läuft, überwintert der FCE zwar auf Rang 13, doch ist der Vorsprung zur Abstiegszone auf zwei Punkte geschrumpft. Der Trainer bittet dennoch um viel Geduld und Nervenstärke, auch wenn die Partie nicht so verlaufen sollte, wie gewünscht - “Das Ergebnis ist das schlagende Argument.” Wohl dem, ein Heimsieg und die Überschreitung der 20-Punkte-Marke wären für alle Beteiligten das beste Geschenk kurz vor Weihnachten. Alles andere kommt für das mürrische Bergvolk eh nicht in Frage. Doch nimmt man die letzten drei Begegnungen beider Teams unter die Lupe, so fallen drei Unentschieden ins Auge. Auch das Hinspiel in dieser Saison am 22. Juli fand mit 0:0 keinen Sieger. Dazu passend die Aussage von Rico Schmitt eines "51:49 Spiels". In der Drittliga-Bilanz siegte jeweils der gastgebende Verein. Und das ging nur mit Kampf und Leidenschaft, wie zuletzt beim 1:1 in Aachen. Aues Coach, der alle Stammspieler an Deck hat, ist demnach zuversichtlich: "Die Mannschaft, die entschlossen und geschlossen auftritt, wird am Saisonende über dem Strich stehen."
Schiedsrichter der Partie wird Martin Petersen aus Stuttgart sein. Bekannt ist der 26-jährige Immobilienkaufmann nur aus den Drittligapartien zu Hause gegen Offenbach, als man einen 0:2-Pausenrückstand in ein sensationelles 4:2 drehte, und auswärts durch die 2:1 Niederlage bei Jahn Regensburg. Der erst in diesem Jahr in die 2. Bundesliga aufgestiegene Referee (vier Spiele) wird an den Linien unterstützt von Markus Sinn und Thomas Münch sowie Sven Jablonski als vierter Offizieller.


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