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FC Erzgebirge Aue - Karlsruher SC 'Vorschau'

Ein besonderes Spiel steht den Kempe-Brüdern bevor. Der Auer Tobias Kempe trifft auf seinen älteren Bruder Dennis Kempe. Der vom Drittligisten VfR Aalen verpflichtete Defensivspieler soll die nicht immer sattelfeste KSC-Abwehr stabilisieren. Letzte Saison stellten die Badener die Schießbude der Liga, kassierten 72 Gegentore und beschäftigten sich dadurch sehr lange mit dem Abstiegskampf. Erst mit dem 3:2-Sieg gegen Union Berlin am letzten Spieltag entkam der Karlsruher SC mit 33 Zählern (8S-9U-17N) noch einmal knapp der Relegation und dem Abstieg in die Dritte Liga. So endet die Saison, die vor allem geprägt war von eklatanten Abwehrschwächen, doch noch mit einem Happy End. Um aber eine ähnlich deprimierende Spielzeit möglichst zu vermeiden, stand der Sportlichen Leitung viel Arbeit bevor und wird dies dem Anschein nach auch weiterhin. Denn in der aktuellen Saison stehen bereits nach zwei Spieltagen erneut vier erzielten Treffern (Iashvili (2), Lavric, Staffeldt) vier Gegentore gegenüber, macht ein Heimsieg und eine Auswärtsniederlage: Karlsruhes Startbilanz ist identisch mit der von vor einem Jahr - am Ende eine Maßnahme ohne Erfolg?!
Nicht weniger als 17 Spieler verließen den Traditionsverein, elf Neue kamen bislang. Unter den Spielern, die dem Wildpark den Rücken kehrten, sind langjährige Profis wie Marco Engelhardt, Godfried Aduobe (der als einziger seine Karriere beendete), Massimilian Porcello oder Michael Mutzel, aber auch Talente wie Matthias Zimmermann oder Lukas Rupp, die nach Mönchengladbach gingen. Von den Zugängen haben allerdings auch einige klangvolle Namen: Florian Lechner, der vom FC St. Pauli kam oder Klemen Lavric, der einst für den MSV Duisburg und Dynamo Dresden in 60 Zweitligapartien beachtliche 29 Mal traf. In vier dieser genannten Zweitligaspiele erzielte der aus St. Gallen gekommene Stürmer gegen Erzgebirge Aue schon mal drei Tore (zwei für Dresden und eins für Duisburg). Auch für das Verhindern von Treffern hat der Karlsruher SC mit dem designierten Stammkeeper Dirk Orlishausen (FC Rot-Weiß Erfurt) einen guten Fang gemacht. Ein weiterer erfahrener Neuzugang ist den Badenern mit der Verpflichtung des Ex-Auers Patrick Milchraum gelungen. Beim FC Erzgebirge absolvierte er in sechs Einsätzen lediglich 214 Spielminuten. Momentan hat der 27-jährige Mittelfeldspieler beim KSC auch nur 76 Minuten Pokalluft schnuppern dürfen und muss sich im internen Duell gegen Thorben Stadler behaupten. Mit seinem Ausgleichstreffer gegen die Alemannia hat er beim Trainer des Karlsruher SC, Rainer Scharinger, definitiv Pluspunkte sammeln können. So sieht der 44-jährige Fußballlehrer für die Partie am Sonntag auch keinen Grund, seine Startelf zu ändern und wird die Mannschaft, wohl inklusive Patrick Milchraum, aus dem Heimspiel im Pokal gegen Aachen auf den Platz schicken.
An der Bilanz beider Teams gibt es nicht viel zu rütteln. Aue hat hier eindeutig die Nase vorn. In den zehn Begegnungen ließen sich die Veilchen nur einmal die Butter vom Brot nehmen. Im Februar 2006 gab es beim KSC eine 2:5-Niederlage - das Hinspiel endete 0:0 und war die bis dato einzige Partie, in der Aue nicht getroffen hat. In den letzten drei Pflichtspiel-Duellen spielte man jeweils remis (erst 2:2, letzte Saison zweimal 1:1). Siegreich für die Lila-Weißen ging es in zwei Heim- und in drei Auswärtsspielen zu. Nun soll am Sonntag gegen den seit sechs Auswärtsspielen erfolglosen KSC ein weiterer Dreier für die Veilchen dazu kommen. In der Auswärtstabelle belegte der KSC in der letzten Saison mit mageren 8 Punkten den 16. Tabellenplatz, lediglich Oberhausen und Bielefeld waren noch schlechter. Demnach könnte man annehmen, die Rollen wären klar verteilt. “Wir sind leicht favorisiert und die Punkte bleiben zu Hause”, gibt sich selbst Rico Schmitt zuversichtlich.
Am Sonntag wissen wir mehr, nicht nur wer das Vertrauen für die Startelf gewonnen hat, sondern auch, ob die Weiße Weste von Martin Männel nach den dritten 90 Minuten weiter Bestand hat. Das dürfte angesichts der Gelb-Rot-Sperre vom bis dato einzigen Auer Torschützen im Ligabetrieb Fabian Müller und dem angeschlagenen Innenverteidiger Adli Lachheb gewiss nicht einfach werden. “Bange machen gilt überhaupt nicht”, meint Schmitt. So wird voraussichtlich Kapitän René Klingbeil zusammen mit Thomas Paulus die Abwehrzentrale bilden, flankiert von Kevin Schlitte links und Pierre Le Beau rechts. Auf den Sechser-Positionen gibt es wenig Handlungsbedarf, was bei den zahlreichen Alternativen des offensiven Mittelfelds schon anders aussehen wird. Enrico Kern (Angina) stieg zusammen mit Jan Hochscheidt (Muskelprellung in der Wade) am Donnerstag wieder ins Mannschaftstraining ein und auch Alban Ramaj ist nach seiner Seitenbanddehnung im Knie wieder fit. Egal wer aufläuft, “die Jungs sollen an die Leidenschaft und die Lauffreudigkeit aus den letzten Partien anknüpfen”, fordert der Coach, der bisher wenig Anlass für Kritik sieht: “Wir haben vier Punkte aus den ersten beiden Partien geholt und stehen in der nächsten Pokalrunde. Das ist für uns das Optimum.”
Schiedsrichter der Partie wird Harm Osmers aus Hannover sein. Anfang des Jahres wurde der 26-Jährige vom DFB in die 2. Bundesliga berufen, absolvierte bis zur Sommerpause vier Einsätze. Seine Premiere feierte er in Düsseldorf bei einem Heimspiel der Fortuna. Assistiert wird der Investitionscontroller von Rene Rohde (Rostock) und Lothar Ostheimer (Petersthal). Der Ansbacher Walter Hofmann Hofmann mimt den vierten Offiziellen.

Fotos vom Abschlusstraining


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