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Borussia Dortmund II - FC Erzgebirge Aue 'Vorschau'

Die Veilchen sind morgen zu Gast im alterwürdigen Stadion Rote Erde, wo man auf die U23 der Dortmunder Borussia trifft. Sucht man den Gegner in der Tabelle, stellt man überraschenderweise fest, dass die im Hinspiel doch recht überzeugende Reserve des Ballspielverein Borussia 09 immer noch um den Klassenerhalt kämpft. Mit 35 Punkten hängt der Aufsteiger aus der Regionalliga momentan auf den drittletzten Rang. “Wir sind überlegen, aber wir verlieren. Das ist frustrierend”, so Dortmunds Trainer Theo Schneider, seit fünf Jahren im Amt, nach der siebenten Niederlage aus den letzten neun Partien.
Und so richtig in Fahrt kamen die Schwarz-Gelben in dieser Saison bisweilen noch nicht. Am fünften Spieltag kletterte die Zweite Mannschaft des BVB auf einen aus ihrer Sicht bestplatzierten Rang 14, hielt aber am Schluss der Hinrunde die rote Laterne mit 19 Punkten und einem Torverhältnis von minus acht in den Händen. Deshalb wurde zur Winterpause der Kader mit der Abgabe von Selcuk Gülec, Fabian Götze und Martin Zakrzewski ausgedünnt und Abwehrspieler Cihan Kaptan sowie den defensiven Mittelfeldspieler Lukas Nottbeck verpflichtet. Mit einem Sieg und einem Remis startete man auch sehr schwungvoll ins neue Jahr, ehe mit dem 1:1-Unentschieden in Unterhaching die noch heute andauernde Seuche über die Dortmunder hereinbrach. Fünf Niederlagen und ein weiteres Unentschieden stehen einem Heim- (2:1 gegen Sandhausen) und einem Auswärtssieg (2:0 in Wuppertal) gegenüber. Zuletzt verlor die Schneider-Elf bei der Bayern-Reserve deutlich mit 0:3. Vergangene Rekorde sind im Spielbetrieb der dritten Liga eben nur noch Schall und Rauch.
Stärkster Trumpf der Dortmunder war in der abgelaufenen Spielzeit nämlich die fulminante Offensivabteilung, die stolze 86 Treffer erzielte. Goalgetter Christopher Kullmann, der auch im A-Kader zum Einsatz kam, schoss allein 19 Tore, während die Kollegen Daniel Ginczek und Yasin Öztekin je zehn Mal erfolgreich waren. Aktuell führt Sebastian Hille die interne Torschützenliste an. Mit jeweils vier Treffern folgend zeigten sich Marcus Piossek, Daniel Ginczek und Abwehrchef Uwe Hünemeier treffsicher. Gerade um den Einsatz des Letztgenannten bangt derzeit der BVBII-Coach. Die Verletzung, die sich der 24-Jährige Führungsspieler beim 0:3 in München zugezogen hatte, stellte sich bei einer Kernspin-Tomographie als Riss des Außenbandes im rechten Sprunggelenk heraus. Ein Ausfall von Hünemeier konnte womöglich die schon anfällige Abwehr mit 47 Gegentoren noch mehr strapazieren.
Dafür kann erstmals seit seiner verletzungsbedingten Pause Yasin Öztekin ein Kandidat für die Startelf werden. Auch mit Lukas Nottbeck (Kapselreizung im Sprunggelenk) und den zuletzt angeschlagenen Stürmer Daniel Ginczek und Christopher Kullmann (beide Leistenbeschwerden) kann gerechnet werden. Frisches Blut tut in der Not eben gut. Denn “dieses Spiel”, sagt Theo Schneider, der in den verbleibenden sechs Partien noch viermal Heimrecht genießt, “müssen wir unter allen Umständen gewinnen. Wir brauchen den Befreiungsschlag, ansonsten droht uns die Zeit davonzulaufen. Besonders vor eigenem Publikum müssen wir den Grundstein für den Klassenverbleib legen.” Um dieses Ziel zu erreichen, werden voraussichtlich auch einige Profis die junge Mannschaft verstärken. Zuletzt kamen Sebastian Kehl, Markus Feulner, Tamas Hajnal und auch Dimitar Rangelov zum Einsatz.
Die Partie hat für den Gastgeber somit bereits Endspiel-Charakter, wobei es für die Veilchen mit der Verteidigung des zweiten Ranges um höhere Ziele geht. “Das wird für uns aber ein sehr schweres Spiel”, warnte Trainer Rico Schmitt schon am Samstag nach dem 3:0 gegen den VfL Osnabrück und fügte hinzu: “Das ist eine spielstarke und noch junge Mannschaft, die sich deutlich unter Wert geschlagen hat. Mit viel Respekt für den Gegner, aber auch gleichzeitig mit dem Selbstvertrauen nach den letzten Tagen gehen wir in diese Partie.” Personell muss Rico Schmitt in Dortmund auf die gesperrten Alban Ramaj (Rote Karte) und Pierre le Beau (fünfte Gelbe Karte) verzichten. Nico Klotz ist bereits wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen, ein Einsatz für den rechten Flügelflitzer kommt aber noch zu früh. Auch bei Toptorjäger Najeh Braham (Flüssigkeit im Knie) ist weiterhin Geduld gefragt.
Doch mit dem ausgeglichenen Kader und mit dem nötigen Engagement sowie Geschlossenheit der Mannschaft wurden die Ausfälle bekanntermaßen mehr als wettgemacht. “Von der Breite her haben wir die vielleicht beste Mannschaft der Liga”, sagte Eric Agyemang, der dies zuletzt eindrucksvoll unter Beweis stellte. Sieben seiner acht Saisontore erzielte der Ghanaer im neuen Jahr und sprang für die verletzten Stürmer mehr als nur zufriedenstellend in die Bresche. “Es sind sechs Spiele noch zu spielen und damit 18 Punkte zu vergeben. Wir müssen auf uns schauen, nur auf uns. Das sind jetzt schwere vier Wochen, aber ich hoffe, dass wir bereits mit dem Spiel am Samstag gegen Kiel die 60 Punktemarke geknackt haben”, definierte Rico Schmitt seine kurzfristigen Ziele.
Das Hinspiel endete mit einem 2:2-Unentschieden im Erzgebirgsstadion. Der FC Erzgebirge gab dabei gleich zweimal eine Führung (1:0 Skerdilaid Curri und 2:1 Najah Braham) aus der Hand. Vor allem der Dortmunder Tyrala sorgte im zentralen Mittelfeld ständig für Gefahr. Damals agierte man wie das Kaninchen vor der Schlange und war viel zu passiv. Dies soll sich aber nach Aussage von Angreifer Sebastian Glasner geändert haben: “Wir werden kompakter spielen und mit dem Auswärtserfolg in Stuttgart sind wir nun in den Köpfen bissl frischer, wie bisher.” So denn, macht was draus!
Schiedsrichter der Partie wird Eduard Beitinger aus Regensburg sein, der bisher mit Auer Beteiligung nur das Heimspiel gegen Rot-Weiß Erfurt gepfiffen hatte - Endstand 2:0 für die Guten.


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