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FC Carl Zeiss Jena - FC Erzgebirge Aue 'Vorschau'

Auf gehts nach Jena ins Ernst-Abbe-Sportfeld am Fuße der Kernberge. Dort erwartet die Veilchen den am 13. Mai 1903 gegründeten Fußball-Klub der Firma Carl Zeiß Jena, welchem anfangs ausschließlich Angestellte der Firma Carl Zeiss angehörten. Erst ein Jahr später wurde die Mitgliedschaft der Allgemeinheit zugänglich gemacht. Nach mehreren Namensänderungen von SV, über BSG bis hin zu SC Motor Jena wurde der Verein 1966 als FC Carl Zeiss Jena neu gegründet und erkämpfte sich drei Mal die DDR-Meisterschaft (1963/1968/1970). Nach der Wende startete Jena zunächst in der 2. Bundesliga, nach einigen Höhen und Tiefen in den vergangenen Jahren (2001 - 2005 Oberliga) gehörte man zuletzt bis zum Jahr 2008 der 2. Bundesliga an und spielt seitdem in der neugegründeten 3. Liga.
Nachdem der Jenaer Traditionsverein in der abgelaufenen Spielzeit nur knapp dem Abstieg entging, starteten die Thüringer sehr verheißungsvoll in die aktuelle Saison. Doch eine Durststrecke ließ die Optiker mit 27 Punkten auf Platz 12 abrutschen. Aber nicht nur das Sportliche stand im Laufe der Saison oftmals im Mittelpunkt. Im Oktober feuert der Club den Offensivspieler Salvatore Amirante wegen unsportlichen Verhaltens, zog die Kündigung zwar zurück, aber Amirante war diese Vorgehensweise suspekt und unterschrieb im Januar 2010 einen Vertrag beim TSV Germania Windeck. Schon im September gab es für Jenas Urgestein Torsten Ziegner wegen verbaler Entgleisungen und Stimmungsmache ebenfalls eine vorübergehende Suspendierung. Ob der neue Sportdirektor und Lautsprecher Heiko Weber sein Finger im Spiel hatte?wer weiß. Jedenfalls packten bereits vor der Saison einige Mitglieder im Aufsichtsrat ihre Koffer, im November folgte geschlossen das Präsidium.
Neuer Präsident ist nun Hartmut Beyer. “Wir haben es geschafft!”, waren sein Worte bei der Veröffentlichung des Sanierungskonzepts für seinen Verein. Eine Liquiditätslücke von 947.000 ? konnte mit neuen Sponsorenverträge (357.000), Gehaltsstundungen bei Spielern und Clubangestellten (100.000), dem Verkauf der Rasenheizung an den Stadioneigentümer Kommunale Immobilien (350.000) sowie Bürgschaften (150.000) geschlossen werden. Weiterhin wird ab der Rückrunde die Brust des Thüringer Traditionsvereins der Schriftzug der Sparkasse Jena-Saale-Holzland zieren. Doch allen Beteuerungen zum Trotz, sich in der Winterpause keine neuen Spieler leisten zu können, ist der FCC kurz vor Transferschluss aktiv geworden. Aber wie heißt es in Jena so schön: “Im Paradies ist noch Platz?”
Mit Michael Gardawski wechselt somit ein 19jähriger Offensivspieler aus dem Profikader des 1. FC Köln an die Saale. “Wir konnten den Wechsel zu Konditionen darstellen, die unserer finanziellen Situation Rechnung tragen und gleichzeitig gibt es dem Spieler die Chance, Spielpraxis zu sammeln und mit guten Leistungen auf sich aufmerksam zu machen”, so Geschäftsführer Michael Born. Michael Gardawski, der bereits für das Aue-Spiel spielberechtigt sein wird und die Rückennummer 9 bekommt, spielt seit der D2-Jugend für die Kölner, ist seit zwei Jahren dort Mitglied im Profikader und machte mehrere Spiele für die deutsche U16 und U17. “Ich freue mich über diese Chance und werde mich reinhängen, um für den Trainer eine echte Alternative zu sein”, rechnet sich der gebürtige Kölner Chancen auf einem Stammplatz aus.
Die Konkurrenz ist nicht all zu groß. Orlando Smeekes ist zwar mit sieben Treffern der beste Knipser in den Reihen der Thüringer, doch auf Platz zwei der internen Torschützenliste steht Sebastian Hähnge zusammen mit Marco Riemer und Assani Lukimya, die jeweils nur zweimal trafen. Die restlichen zehn erzielten Jenaer Treffer werden neben den fünf Buden vom abgewanderten Amirante gut bürgerlich geteilt. FCC-Trainer René van Eck könnte daher seinem Neuzugang Gardawski einen Platz in der Anfangself selbstredend anbieten, sodass Orlando gegebenenfalls auf eine andere Position rücken würde. Umstellungen wird es auch im Mittelfeld geben: Melvin Holwijn bekommt wegen Kniegelenksreizung eine Ruhepause und Torsten Ziegner sitzt seine fünfte Gelbe Karte ab.
Trainer Rico Schmitt hat ebenfalls mit einigen Ausfällen zu kämpfen. Neben den verletzten Daniyel Cimen und Sven Schaffrath droht nun Jan Hochscheidt auszufallen. Für ihn könnte Manuel Hiemer in die Breche springen. Aber auch Sven Müller oder Marco Stark bescheinigte Rico Schmitt sehr gute Leistungen in der Vorbereitung: “Sie alle sind näher an die Stammelf herangerückt.” Egal wer auf dem Platz steht, es muss im ersten Pflichtspiel nach der Pause und zuletzt vier Auswärtsniederlagen in Folge zweifelsohne ein Sieg her. Mit acht mageren Auswärtspunkten und satten 22 Gegentreffern hat man sich wahrlich nicht mit Ruhm bekleckert und die herbe 1:5-Niederlage in Ingolstadt ist bei vielen Schlachtenbummler noch nicht in Vergessenheit geraten. Aus diesem Grund könnte der Gästeblock wie auch das gesamte Ernst-Abbe-Sportfeld (5.000 Karten sind bisher verkauft worden) recht dünn besetzt sein.
Wichtig war aber erst einmal die Frage, ob überhaupt gespielt wird. Nach bereits drei Absagen für den 23. Spieltag der Dritten Liga vermeldeten die Thüringer jedoch grünes Licht für das Ostderby. Diesbezüglich noch ein Hinweis für die Auswärtsfahrer. Eine sofortige Abreise vom Gästeparkplatz ist nicht möglich - daher nach dem Spiel etwas mehr Zeit einplanen. Schiedsrichter der Partie wird Karl Valentin aus Taufkirchen sein. Unter seiner einzigsten Leitung verloren die Veilchen am 29. November 2008 beim ersten Meister der dritten Liga 1. FC Union Berlin mit 2:0.


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