Torsten Wappler und Co-Trainer Enrico Kern im Gespräch
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“Nach den folgenden beiden Punktspielen wissen wir, wohin es geht”, motiviert Trainer Torsten Wappler sein A-Juniorenteam, die Partien am 18. und 25. April gegen Halberstadt hoch konzentriert anzugehen. Wie er und Co-Trainer Enrico Kern mit dem bisherigen Saisonverlauf in der Regionalliga Nordost zufrieden sind, erfuhr Olaf Seifert im Interview mit ihnen.
FCE: 18 Spiele von 26 sind absolviert*, wo steht unsere U 19?
Torsten Wappler: Auf Platz sechs, allerdings bei zwei Nachholspielen. Wenn wir die zwei Aufgaben gegen Halberstadt (Hinspiel 3:1 gewonnen, Heimspiel am 25.04. 12:00 Uhr *die Red.) meistern, sehe ich noch Chancen für Platz zwei, der zur Relegation um den Aufstieg in die Bundesliga berechtigt. Wir müssen jetzt Tritt fassen und an unsere starke Hinrunde anknüpfen. Nach Halberstadt wissen wir mehr.
FCE: Wie fällt das Fazit der bisherigen Leistung aus?
Torsten Wappler: Richtig gute Hinrunde, schlechte “Mittelrunde”. An den ersten zehn Spieltagen stehen neun Siege und ein Remis zu Buche, darunter daheim das 3:0 gegen Erstligaabsteiger Union Berlin und ein 4:0 über Magdeburg sowie auswärts 4:0- bzw. 4:2-Siege in Halle und beim Berliner AK. Knackpunkt war im November das 0:3 bei Tabellenführer Energie Cottbus.
Enrico: Es folgten eine Niederlage gegen Tennis Borussia Berlin und die durch den Spielplan bedingte sehr lange Winterpause. Seit 7.3. rollt der Ball wieder, aber je zwei Niederlagen und Unentschieden seither sind auch nicht unser Anspruch. Dass wir es viel besser können, beweist jedoch der 3:1-Erfolg im Sachsenpokal-Halbfinale gegen Erstligist RB Leipzig.
FCE: Worin seht Ihr Gründe für den bemerkenswerten Start und für den Abfall später?
Torsten Wappler: Wir haben im Herbst als Team hervorragend funktioniert, was durch die dichte Folge der Spiele erleichtert wurde. Die Mannschaft fand auf Anhieb ihren Rhythmus und verlor ihn zehn Spiele lang nicht. Mit der langen spielfreien Zeit kamen die Jungs dann nicht klar und verletzte Leistungsträger konnten nicht kompensiert werden. Und dann sind da noch die bekannten Infrastrukturprobleme beim FC Erzgebirge, namentlich unzureichende Trainingsplätze, sodass unserer U 19 erheblich weniger Trainingszeit zur Verfügung steht als vielen Wettbewerbern.
Enrico Kern: Bitte nicht vergessen, es sind alles junge Spieler, die aus Niederlagen lernen sollen. Zuletzt mussten wir viel rotieren, meistens stand ein stark veränderter Kader auf dem Platz. Das ist gut, um Flexibilität zu lernen, aber es fehlt dann halt oft die Sicherheit und du lässt Federn. Was Torsten und mir gefällt: Alle haben einen guten Charakter, sie werden ihren Weg gehen. Der Geist in der Truppe stimmt, deshalb bin ich sicher, dass sie jetzt noch mal angreifen. Und - Torsten hat die Defizite im Nachwuchsleistungszentrum angesprochen - es ist alles andere als selbstverständlich, dass die Auer U 19 seit drei Jahren um die Aufstiegsplätze mitspielt.
Torsten Wappler: Unbedingt. Cottbus, Magdeburg, Halle, der CFC und erst recht Dresden, Erfurt, RB und Jena können den Talenten bis jetzt teils deutlich mehr bieten als wir. Das wird beim FCE erkannt, daran wird gearbeitet. Siehe zum Beispiel das im Bau befindliche Internat. Entscheidend für das Zukunftskonzept ist aber , dass unsere Profis die 2. Bundesliga halten. Das hat absolute Priorität. Zumal die Perspektive 2. Liga Talente in anderen Teilen Deutschlands reizt, überhaupt nach Aue zu kommen. Es sind häufig Jungs aus unteren Ligen oder solche, denen in großen Vereinen der Sprung bisher nicht gelang. Wir Trainer müssen es schaffen, dass sie emotionale Bindungen an den Traditionsverein FC Erzgebirge entwickeln, für Aue an ihre Leistungsgrenzen gehen.
Enrico Kern: Wichtig ist dabei die Unterstützung von außen, durch Eltern und Partner aus der Wirtschaft. Im Sommer gab es ein hervorragendes Trainingslager in Rostock, ermöglicht durch FCE-Sponsoren. Dort ist die Mannschaft zusammengewachsen und hat sich mit einem hervorragenden Saisonstart bedankt. Jetzt hoffen wir, im kommenden Sommer wieder so eine Trainingswoche durchführen zu können. Wer helfen kann, bitte im Nachwuchsleistungszentrum melden!
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