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Lothar Lässig: "Zwei Millionen in 20 Jahren"

53 Jahre im und für den Verein, das muss Lothar Lässig erst mal einer nachmachen. Dreiundfünfzig! Mit neun Lenzen begann der am 14. September 1953 geborene Bockauer bei der BSG Wismut Aue mit dem Ringen. Das Einmaleins und die Freude am Sport lernte er bei Klaus Schüler im Leistungsstützpunkt seines Heimatortes, später kämpfte er für die ASK Rostock und Frankfurt/ Oder sowie ab 1975 bis Anfang der achtziger Jahre unter Trainer Herbert Wende bei den Veilchen in der DDR-Oberliga. Ganze drei Jahre lang verlor der Freistilathlet im Weltergewicht keinen Kampf bei den DDR-Bestenermittlungen! Auch wenn seine aktive Zeit danach berufsbedingt enden musste, in der Freizeit blieb der Erzgebirger immer auf der Matte “am Ball”. Mit Begeisterung und auch Erfolg, wie Platz sieben bei der Senioren- WM 1997 im Schweizer Martigny beweist.

Am Ball ist der Geschäftsführer der Elektrowerkzeuge Eibenstock GmbH auch als Unternehmer für seinen Herzensverein. Seit Mitte der 1990er Jahre engagiert sich der mittelständische Betrieb als Premium- oder Hauptsponsor beim FC Erzgebirge, in der Saison 2007/08 sowie mit einem Dreijahresvertrag von 2012 bis 2015 zusätzlich als Trikotsponsor. Sehr viel Geld, rund zwei Millionen Euro, hat sein Betrieb in zwei Jahrzehnten in den Verein gesteckt. “Viele Mitarbeiter sind ja selbst Fußballer, aber auch Ringer oder in anderen Disziplinen unterm Dach des FCE aktiv. Das ‘EE’ auf der Brust unserer Spieler übersetzen sie mit ‘Erfolgreiches Erzgebirge’. Jetzt hoffen wir natürlich, dass das Motto auch in der kommenden Saison wieder gilt – wie in den letzten fünf Jahren in der 2. Bundesliga”, sagt das Vereins- Urgestein und drückt dazu beide Daumen. Doch gerade auch in bitteren Zeiten war stets Verlass auf den Bockauer. Beispiel 2008, als der FCE nach dem Abstieg eine neue Führung brauchte und Lothar sich für den Aufsichtsrat bereitfand. Oder 2012 bis 2014, als er in wirtschaftlich beinharten Zeiten als Präsident zur Stelle war. Weil sich vor drei Jahren kein Trikotpartner fand, ging ‘EE’ auf Bitten des FCE “auf die Brust”. Sein Name steht deshalb an ganz vorderer Stelle mit für den erfolgreichen Konsolidierungskurs unseres Vereins, die Basis für alle sportliche Arbeit in jüngster Vergangenenheit.
Lothar freilich mag das nicht so stehen lassen, er sei immer Teil des Teams gewesen, im Betrieb genauso wie bei den Veilchen. “Dass der Verein vor der Insolvenz gerettet wurde!” antwortet er darum auf die Frage, was denn das Wichtigste seiner 53 „lila Jahre” gewesen sei. “Dafür muss man unseren Sponsoren, namentlich der Erzgebirgssparkasse, der Nickelhütte Aue, dem Chemieanlagenbau Chemnitz und Elektrowerkzeuge Eibenstock, heute noch dankbar sein”, fügt er hinzu und fühlt sich treuen Weggefährten verbunden, auch wenn alle zu nennen ein Unding wäre. “Ich weiß, wie Aufsichtsratsvorsitzender Frank Vogel für die Abwendung der Insolvenz gekämpft hat und welche Überzeugungsarbeit er für den Stadionumbau leistet. Oder Jens Stopp, der mich besonders als Präsident enorm unterstützt und viel im Sportlichen bewegt hat. Er besitzt eine gehörige Aktie am Aufstieg 2010 und daran, dass wir seither die 2. Liga halten konnten.” Wer ihn kennt, weiß, dass Lothar Lässig auch in Zukunft zum Verein steht. In der Leitung “seiner” Abteilung Ringen genauso wie als Sponsor. “Mein Betrieb ist gut aufgestellt, wir exportieren in 60 Länder weltweit, hatten in den letzten Jahren stets zweistellige Wachstumsraten. Sicher trägt auch die Marketingpräsenz von ‘EE’ im deutschen Profifußball zum Erfolg bei. Jedenfalls wollen wir der Region über den Sport etwas zurückgeben”, begründet der Unternehmenschef. Und auch ihm habe der Sport in den über fünfzig Jahren eine Menge gegeben. Bis vor drei Jahren kickte er noch für Bockau, war mit 53 der älteste Spieler in der Kreisklasse. Klar, dass “Loth” in der Freizeit selbst am (Fuß-)Ball bleiben will, solange die Gesundheit mitspielt. Als Fan im Sparkassen-Erzgebirgsstadion sowieso. Wie einen wie ihn die Achterbahnsaison mitgenommen hat, versteht wohl jeder. Doch nach den letzten Auftritten der Stipic-Crew ist der 61-Jährige total überzeugt: “Wir packen das! Die Mannschaft hat es selbst in der Hand. Alle wissen, worum es geht und was sie können. Gegen Heidenheim noch mal so auftreten wie gegen Karlsruhe und bei Union und es heißt auch in der neuen Saison: 2. Liga, Aue ist dabei!”



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