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Holstein Kiel - FC Erzgebirge Aue 'Das Funkeln in den Augen hat gefehlt'

Die gestrige siebenstündige Busfahrt steckte den Veilchen wohl noch in den Knochen. Anders kann man den Auftritt bei den Kieler Störchen nicht erklären. Mit zu wenig Schmackes kassierte man die fünfte Niederlage der Saison. Das heißt zugleich, die seit der 0:4-Klatsche am 23. Oktober 2015 bei den Amateuren des SV Werder Bremen bestehende Ungeschlagenen-Serie von 15 Partien (8S-7U-0N) ist an der rauen Ostseeluft irgendwie kaputtgegangen. Auch sein 250. Punktspiel im Dress des FCE hatte sich Keeper Martin Männel vermutlich schöner vorgestellt. Doch selbst das Prunkstück von Erzgebirge Aue, die Abwehrabteilung, die mit 16 Gegentreffern die beste der untersten bundesweiten Spielklasse Deutschlands ist, war mit personellen Änderungen neben der Spur. Den rund 350 mitgereisten Schlachtenbummlern ist das Lachen ebenfalls vergangen, wenn man an die längste Rückfahrt in dieser Spielzeit mit über 610 km denkt. Wohl das einzig Positive an dem Tag ist, dass die Verfolger auch Federn lassen mussten und so die Veilchen noch drei Zähler Vorsprung auf den mit dem Relegationsplatz bedachten Osnabrückern haben. Falls sich aber nun der gezeigte “Schlendrian” weiter fortsetzt, wird auch dieses Polster schmelzen.
Kiel trumpfte mit hoher Laufbereitschaft auf und ließ mit frühen Pressing die in grün spielenden Gäste kaum Platz zur Entfaltung, zwangen die Veilchen immer wieder zu Fehlern: Schmidt (8.) und Schäffler (11.) konnten daraus aber noch keinen Gewinn schlagen. Dies sollte sich schnell ändern: Die Flanke von Kohlmann versenkte Fetsch im Fünfmeterraum per Kopf zur Kieler Führung (17.). Der Torschütze leitete auch den zweiten Treffer ein. Nach Ballverlust im Mittelfeld und schnellem Umschaltspiel der Hausherren passte Fetsch auf Schäffler, der zu Janzer durchsteckte und dieser im zweiten Versuch das Leder am Schlussmann Martin Männel vorbei ins Netz drückte (35.). Allerdings stand der Torschütze im Abseits, doch der Treffer zählt und Aue war bis zur Pause sichtbar von der Rolle. Mit Wiederanpfiff stellte Veilchen-Coach Pavel Dotchev sein Teaum um, welches nun deutlich entschlossener agierte, aber die KSV hielt dagegen. 20 Minuten vor dem Ende hätte Fetsch um ein Haar erhöht: Im Duell Mann-gegen-Mann überwand er zwar Martin Männel, doch seinen Schuss kratzte Calogero Rizzuto von der Linie (69.). In der vorletzten Spielminute zappelte der Ball dann doch ein drittes Mal im Auer Netz. Heider traf, nachdem die Veilchen alles nach vorne geworfen hatten und mit zwei Fernschüssen von Cebio Soukou (77.) und Philipp Riese (79.) wenigstens noch paar Lebenszeichen setzten, zum 3:0 für Kiel. Die erste Rückrundenpleite war perfekt. “Wir haben die erste Halbzeit total verschlafen, daher war es auch eine verdiente Niederlage. Ich bin schwer enttäuscht, da ich schon in der Besprechung vor dem Spiel bemerkt habe, dass die Jungs nicht konzentriert genug waren. Das Funkeln in den Augen hat gefehlt”, gab Pavel Dotchev unumwunden zu.

Spielbericht


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