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1. FC Magdeburg - FC Erzgebirge Aue 'Erlebt man auch selten'

Noch abgezockter kann man solche Spiele eigentlich nicht gewinnen - doch, wenn man oben steht. Vier Schüsse aufs Gehäuse von FCM-Keeper Glinker bedeuteten am Ende für die Veilchen einen 3:0-Auswärtssieg. Die trotz in Rückstand geratenen Magdeburger Jungs machten in ihrer MDCC-Arena weiter Stimmung, als gäbe es keine Morgen mehr. Das muss man wohl auch neidlos anerkennen, denn es war für die Blau-Weißen bereits die dritte Niederlage in Folge und die höchste Heimniederlage der Saison. Zudem blieben die Bördestädter zum dritten Mal hintereinander ohne eigenen Torerfolg. Das ganze Gegenteil läuft derzeit bei den Veilchen ab. Bis zum 30. Spieltag wurde Aue der Minimalistenrolle gerecht und nun folgten zusammen mit dem Sachsenpokal drei Partien in denen mindesten drei Treffer auf Auer Seite zu bejubeln waren. Und immer wieder taucht der Name Pascal Köpke in der Torschützenliste auf. In seinen 304 Drittliga- sowie 76 Pokalminuten hämmerte der Jungspund sieben Buden in des Gegners Maschen. Auch am gestrigen Freitagabend eröffnete der 20-jährige Stürmer den Auer Torreigen mit der ersten offensiven Aktion der Veilchen überhaupt. Nachdem bei Magdeburg Löhmannsröben die Statik der Latte prüfte (11.) und Hammann seinen Meister in Torhüter Martin Männel fand (16.), kam Pascal Köpke kurz nach dem Mittelkreis an den Ball, legte ab auf Mario Kvesic, der das Spielgerät auf die rechten Außenbahn zu Simon Skarlatidis weiterleitete. Ohne viel Schnörkel schlug er den Ball an den Fünfmeterraum, wo Pascal Köpke die Nerven behielt und Glinker durch die Hosenträger zur 1:0-Führung überwand.
Die Hausherren waren keineswegs geschockt, bestürmten weiterhin das Tor von Martin Männel, der aber trotz erhöhtem Arbeitseinsatzes nicht hinter sich greifen musste. Und so überstanden die Mannen von Pavel Dotchev diese zum teils unkontrollierten Bemühungen des Sechstplatzierten und schlugen in der 38. Minute erneut eiskalt zu: Ernst und Altiparmak behinderten sich nach der vierten Magdeburger Ecke gegenseitig, Simon Skarlatidis war plötzlich frei durch, passte auf den mitgelaufenen Pascal Köpke, der seinen Doppelpack souverän abschloss. Kurz vor der Halbzeitpause war dann alles entschieden. Der Passgeber selbst sorgte nach einem Fehler von Glinker für die 3:0-Vorentscheidung per rechten Vollspann. Nach Wiederbeginn war die Partie zunächst wegen lila-weißer Rauchentwicklung aus dem Block der rund 1.900 mitgereisten Auer Fans unterbrochen. Allerdings verdeckten die Nebelschwaden nichts, was einem vom Hocker reißen würde. Zu abgeklärt spulten die Veilchen ihr Programm runter und hatten die etwas kopflos, dafür unentwegt anrennende Härtel-Elf gut im Griff. Einzig in der 70. Minute wurde es im Auer Strafraum brenzlig, sodass Philipp Riese Puttkammers Kopfball von der Linie kratzen musste (70.). Zwei Minuten zuvor setzte auf der Gegenseite Mario Kvesic einen Freistoß aus gut 25 Metern an den Pfosten. Es wäre die vierte Möglichkeit und das vierte Tor für Aue gewesen. Doch wohl auch zu viel des Guten. Spielerisch gab es somit keine Höhepunkte mehr, was aber der Stimmung in der gesamten Arena keinen Abbruch tat. Erlebt man auch selten.

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