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FC Erzgebirge Aue - Chemnitzer FC 'Eier gezeigt'

Ist denn das Dankesschreiben aus Chemnitz in der Auer Geschäftsstelle schon angekommen, dass sie endlich wieder in ihren Vereinsfarben auflaufen und die neongrünen Trikots, in denen der Köhler-Elf fünf Siege am Stück gelangen, wieder waschen dürfen? Man munkelt, bestätigen wollte es jedoch keiner. Aber auch egal, denn zwei Mal den Club aus der grauen Vorstadt in einer Spielzeit zu schlagen und damit obendrein einen großen Schritt in Richtung direkten Wiederaufstieg zu machen, ist definitiv ein weiteres Sahnehäubchen auf der schon jetzt endgeilen Saison von Wismut Aue. Nach der Niederlage zuletzt gegen den SV Wehen Wiesbaden ließen sich die Veilchen auch nicht von dem ganzen Zinnober aus der Klatschpresse anstecken, begannen offensiv und führten bereits in der 8. Minute mit 1:0. Der von Christian Tiffert getretene erste Eckball des Spiels landete punktgenau auf Pascal Köpkes Schädel, der mit viel Raum und Wucht die Kugel aufs linke obere Toreck zirkelte. Die Rettungsversuche des auf der Linie und damit auch unter der Querlatte stehenden Türpitz waren demnach nicht nur gedanklich begrenzt, sodass sein Rettungsversuch nicht in einem “Cincotta” endete und so die Pille fairerweise ins Tor rutschte.
Mit dem siebenten Saisontreffer vom nun besten Auer Torschützen im Rücken war die auf einer Position veränderte Dotchev-Elf - Adam Susac musste mit einer Bänderdehnung am Sprungelenk durch Julian Riedel ersetzt werden - fortan tonangebend, Chemnitz lief dem Ball meist nur hinterher, versuchte es vornehmend mit frühem Pressing, was den Hausherren Räume in der Offensive verschafften. Allerdings wurden diese Freiheiten bis zur Pause nicht in Tore umgemünzt. Pascal Köpke (27.) scheiterte doppelt am Chemnitzer Schlussmann Kunz. Nach dem Seitenwechsel musste die Partie zweimal kurz unterbrochen werden, da der Gästemob sich mit Pyrotechnik und Böller in den Mittelpunkt stellen musste. Es sei ihnen ausnahmsweise gegönnt, hatten ja sonst nichts zu feiern. Auf dem Grün zündeten ihre Lieblinge zwar dann den Turbo und wurden immer mutiger - nach einem Schuss von Türpitz musste sich Aues Keeper Martin Männel schon mächtig strecken, um den Einschlag zu verhindern (56.) - doch zur Revanche für die 1:2-Niederlage aus der Hinrunde, reichte dies keineswegs. Vielmehr kam Aue zu den torgefährlicheren Einschussgelegenheiten. Eine davon hatte Nicky Adler, der nach Rizzutos-Freistoß völlig blank stand und die Kugel nicht am CFC-Schlussmann vorbeibrachte (65.). In der Schlussphase wurde die Partie zwischen Sonnenschein und Schneegestöber dann doch deutlich hitziger und offener, was wiederum den Veilchen zu Gute kam: Acht Minuten vor dem Schlussakkord eroberte sich Simon Skarlatidis im Mittelfeld sensationell den Ball, rannte Richtung gegnerischen Strafraum und schob aus kurzer Distanz zum 2:0-Endstand ein - das mit 10.000 Zuschauern ausverkaufte Erzgebirgsstadion bebte. Dank der laut Martin Männel gezeigten Eier hat Aue nun sechs Punkte Vorsprung auf die drittplatzierten Würzburger, könnte am Sonnabend in Dresden bei schlechteren Abschneidens jenes Verfolgers den Aufstieg feiern...wieder einmal!

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