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1. FC Kaiserslautern - FC Erzgebirge Aue 'Hinten hui, aber vorne...'

Was für ein ordinärer Kick im Fritz-Walter-Stadion. Die 22 Akteure auf dem Grün hätten noch Stunden spielen können, es wäre wohl kein Tor gefallen. Die trostlose Nullnummer brachte den Veilchen nach fünf sieglosen Gastauftritten in Kaiserslautern wenigstens das erste Unentschieden sowie den zweiten Punkt aus den letzten sieben Ligaspielen (0/2/5), was Pavel Dotchev, der seine Mannen bereits am Donnerstag Richtung Betzenberg auf Reisen schickte, auch nicht anders prophezeit hatte. In einem 4-1-4-1-System wollte der 51-jährige Coach nach der immer wiederkehrenden Spielerrotation etwas Neues ausprobieren. Er überließ Christian Tiffert die gesamte Sechserposition, davor ackerten Clemens Fandrich sowie Louis Samson als Ballverteiler, auf den Außen waren Nicky Adler und Cebio Soukou unterwegs und im Sturm kam Pascal Köpke nach seinem Adduktorenproblem wieder zum Einsatz. Auszeichnen konnte sich der Sieben-Tore-Mann des FCE allerdings nicht wirklich, denn die Devise gegen die Roten Teufel lautete durchweg hinten die Null halten. Und so wurden die rund 350 mitgereisten Auefans, die großenteils dem Aufruf zur Mottofahrt ‘Lustige Hüte’ gefolgt waren, auf eine lange Geduldsprobe gestellt. Im Vergleich zu den Heimspielen agierten ihre Farben deutlich passiver, attackierten den Gegenspieler erst in der eigenen Hälfte.
Da aber auch die seit sieben Partien ungeschlagenen Pfälzer das Risiko scheuten, mussten beide Torhüter in den gesamten 90 Minuten jeweils nur einmal eingreifen - das ist schon bezeichnend. Bei so wenig Handlung im Spiel hatte dennoch Schiedsrichter Benjamin Brand den Durchblick verloren und wollte Cebio Soukou in der 43. Minute mit Gelb-Rot vom Platz stellen. Allerdings hatte der Mittelfeldspieler vorher gar keine Verwarnung gesehen, durfte nach regen Diskussionen dann auch weiterspielen. Nach der gewiss nutzlosen Pause sahen die 21.463 Zuschauer sportartübergreifend großes Tennis vom Allerfeinsten: Ein hoher Ball folgte dem nächsten, Hauptsache das nicht stattfindende Mittelfeld wurde irgendwie überbrückt. Zwar kombinierten die Lautrer in der Schlussphase gefälliger bis zum Auer Strafraum, verhedderten sich dann aber in der vielbeinigen Abwehr. Und so brachte die zweitschlechteste Offensive gegen die mit 32 Gegentoren defensivschwächste Elf der Liga nichts mehr Gehaltvolles an den Tag. Überdies hatten sich die Veilchen schon vorzeitig mit der Punkteteilung angefreundet. “Wir haben uns heute mehr auf die Abwehrarbeit konzentriert und diesbezüglich alle unsere Vorgaben umgesetzt. Allerdings hätte ich mir mehr Aktionen bei eigenem Ballbesitz gewünscht”, sagte Pavel Dotchev, dessen Mannschaft zwar jetzt seit sieben Spielen auf einen Sieg wartet, aber zum dritten Mal in dieser Saison kein Gegentor kassierte. Mit zwölf Zählern steht Aue weiterhin auf einen direkten Abstiegsplatz, könnte das am Freitag mit einem erfolgreichen Dreier gegen Fortuna Düsseldorf sowie den Patzern der Konkurrenz ändern und für eine annähernd besinnliche Weihnachtszeit sorgen.

Spielbericht


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