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FC Erzgebirge Aue - Karlsruher SC 'Rote Laterne weitergereicht'

Abstiegskampf sieht meistens nicht schön aus. Aber letzten Endes ist es auch einfach egal, wie die Veilchen ihrer Siege einfahren. Domenico Tedescos ersten Arbeitstag vor 7.650 Zuschauern fasste der Coach selbst wie folgt zusammen: “Wir haben das Spiel heute nicht aufgrund irgendwelcher taktischen Geschichten gewonnen, sondern lediglich mit harter Arbeit, Leidenschaft und guten Zweikämpfen.” Dass die drei wichtigen Punkte in einem variablen System errungen wurden, ist dennoch auf die taktische Handschrift des Neuen an der Linie zurückzuführen. Fabian Kalig, Louis Samson sowie Steve Breitkreuz bildeten den Abwehrverbund und bekamen auf den Außen Unterstützung von Calogero Rizzuto sowie Sebastian Hertner (5-2-3), die wiederum bei eigenen Ballbesitz die variable Offensive mit Pascal Köpke, Cebio Soukou und Dimitrij Nazarov aufwerteten (3-4-3). Mit dieser Marschroute verbunden war somit ein frühzeitiges Pressing auf die Karlsruher, welche von den gut 500 Fans im Gästeblock mit einem Feuerwerk zum 15-jährigen Rheinfire-Bestehen begrüßt wurden, möglich.
Insgesamt gesehen blieb es lange aber ein zähes Spiel ohne hochkarätige Möglichkeiten. Pascal Köpkes Versuche (23. / 32.) sowie einen Distanzschuss von Christian Tiffert (29.) stellten KSC-Schlussmann Orlishausen vor keine größeren Probleme. Dies änderte sich in Spielminute 36, als Dimitrij Nazarov den Ball sensationell zu Pascal Köpke durchsteckte und der Stürmer beim Umspielen des Keepers zu Fall gebracht wurde. Referee Robert Schröder aus Hannover fackelte nicht lange und zeigte auf den ominösen Punkt, von wo aus Dimitrij Nazarov das erlösende 1:0 markierte. Für den mit nun vier Treffern zweitbesten Schützen in den Auer Reihen war es der dritte verwandelte Elfmeter in dieser Saison. Mit voller Euphorie und der Führung im Rücken ging es in die Kabine, aus der die vom früheren Bundesliga-Coach Mirko Slomka trainierten Gäste aber besser zurückkamen. Schritt für Schritt verlor der FCE nämlich den Zugriff auf die Freitagspartie, konnte kaum noch für Entlastung sorgen. Mit Mann und Maus wurde die hauchdünne Führung verteidigt. Auch personelle Wechsel brachten nicht die gewünschte Ruhe, sodass die Schlussphase richtig turbulent vonstatten ging. Zwei Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit waren die beiden FCE-Verteidiger Fabian Kalig und Steve Breitkreuz bei einem Eckball mit den Köpfen zusammengestoßen und hatten sich dabei jeweils eine klaffende Platzwunde zugezogen. Für das Schiedsrichtergespann kein Grund nicht weiterspielen zu lassen. Die mit doppelter Unterzahl aufopferungsvoll kämpfenden Veilchen gaben alles. Zudem sorgte Nicky Adler mit einem an der Seitenlinie putativen Foulspiel und anschließender Rudelbildung für ein kurzes Durchatmen. Allerdings bekam er dafür die Gelbe Karte, seine Fünfte, und wird in Bochum fehlen. Wird ihm aber sicherlich egal sein, denn die volle Punktzahl bleibt im Erzgebirge. Für die zuvor in fünf Spielen in Serie sieglosen Lila-Weißen war es der erste Erfolg seit dem 2:1 gegen Heidenheim (28. Januar 2017), wodurch nun die Rote Laterne weitergereicht werden konnte.

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