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FC Erzgebirge Aue - FC St. Pauli 'So geht Abstiegskampf!'

Wenn Nicky Ader selbst vom schönsten Tor in seiner Karriere spricht, dann muss es ein ganz besonderes gewesen sein. Es läuft die 28. Spielminute, als Sebastian Hertner von links in den Strafraum flankte und die Kugel nach Dimitrij Nazarovs gekonnter Brustannahme aber geblocktem Drehschuss zu Nicky Adler abgefälscht wurde. Der 31-jährige Routinier überlegte nicht lange, setzte am Eck des Fünfmeterraumes stehend zum Fallrückzieher an. Unhaltbar für Paulis Schlussmann Heerwagen flog das verrückte Ding zur Auer Führung ins lange Eck. Unglaublich. “Das wird bestimmt das Tor des Monats”, musste auch der machtlose Gäste-Keeper feststellen, der in den gesamten 90 Minuten keinen Ball halten musste bzw. bei Adlers Kunstschuss konnte. Aber auch sein Gegenüber Martin Männel blieb an diesem Abend weitestgehend arbeitslos. Das Geschehen spielte sich Abstiegskampf entsprechend zwischen den Strafräumen ab. Waren es noch die Hanseaten, die zu Beginn auch mit Sobiechs Kopfball knapp über die Querlatte (2.) für mehr Akzente sorgten, so konnten sich die Veilchen ab Mario Kvesics direkt ausgeführten Freistoß aus 19 Metern, der im Außennetz landete (15.), ein leichtes Übergewicht erspielen und mit dem Tor des Tages die Partie in die richtige Richtung lenken.
Und hätte Calogero Rizzuto mit seinem Abschluss nicht zu lange gewartet (44.) und eventuell die zweite Auer Bude gemacht, dann wäre es sicherlich nicht ganz so spannend und nervenaufreibend nach der Halbzeitpause geworden. Denn plötzlich übernahm die Mannschaft von Lienen die Initiative, kam aber zum Glück nur schwer gegen die kompakt stehende Auer Defensive zum Abschluss. Als der eben eingewechselte Kiezkicker Schneider nach einer Direktabnahme den Querbalken traf (69.) wurde der dramatische Schlussakkord eingeläutet, denn die gute Möglichkeit gab den Hamburgern wieder Selbstvertrauen. Endlich war auch Feuer auf den Rängen, jede Rettungsaktion wurde euphorisch beklatscht, keinen hielt es mehr auf den Sitzen. Die fünfminütige Nachspielzeit war nichts für schwache Nerven. Erst zirkelte Mario Kvesic einen direkten Freistoß an die Querlatte (90.+3), dann verunglückte der Klärungsversuch des ansonsten fehlerfreien Fabian Kalig zum Eckball der Gäste, welcher schlussendlich von Martin Männel entschärft wurde. Abpfiff, Krämpfe, 3 Punkte, Geil.
Was bleibt: Nach acht erfolglosen Auftritten unter Schiedsrichter Markus Schmidt kann Aue wieder gewinnen, zudem konnte ein Gegner erstmals in dieser Saison zweimal geschlagen werden - was allerdings durch die schlechten Hinrunden-Ergebnisse nicht noch einmal vorkommen kann. Durch den sechsten Saisonsieg verlässt Aue erstmals seit Oktober 2016 wieder die Abstiegsränge und liegt jetzt einen Zähler vor St. Pauli auf Rang 15. Bereits jetzt hat der FCE in der Rückrunde genauso viele Punkte geholt wie in der Hinrunde, nämlich 13. Der mit 31 Jahren jüngste Trainer der 2. Bundesliga bleibt als Coach im Profibereich weiterhin ungeschlagen, hatte somit auch gegen den 63-jährigen Lienen knapp die Nase vorn.

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