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FC Erzgebirge Aue - Hannover 96 'Moralisch wertvoll'

Mit viel (aserbaidschanischer) Leidenschaft verdiente sich der FC Erzgebirge das am Ende gerechte 2:2-Unentschieden, wenn auch gaaaanz spät. In der vierten Minute der Nachspielzeit erzielte Dimitrij Nazarov gegen den Aufstiegs-Favoriten Hannover 96 den neuerlichen Ausgleich und verhinderte damit die zweite bittere Niederlage nacheinander. Wie beim 1:2 in Nürnberg waren die Veilchen alles andere als chancenlos, agierten nicht wie ein Absteiger, mussten aber nach drei gespielten Minuten schon den ersten Dämpfer hinnehmen. Nach einem Prib-Freistoß auf der rechten Seite stieg Anton höher als Sebastian Hertner und köpfte platziert zur frühen Führung für die Niedersachsen ein.
Die auf zwei Positionen veränderte Auer Mannschaft zeigte sich vom ersten Standard-Gegentor unter Domenico Tedesco aber keineswegs geschockt und spielte gegen die zuletzt in sechs Spielen ohne Gegentor gebliebenen Roten weiter mit viel Tempo und Mut nach vorne. Immer wieder tauchte Lila-Weiß gefährlich im Strafraum der Gäste auf, mit dicken Möglichkeiten auf den Ausgleich. Die beste vergab Pascal Köpke, als Tschauner im Hannoveraner Tor zunächst einen scharfen Schuss von Mario Kvesic nur abprallen lassen konnte und Pascal Köpke mehr oder weniger den fast schon liegenden 96-Keeper abschoss (11.). Doch in der 35. Minute machte es der Sohn des ehemaligen Nationaltorhüters Andreas Köpke besser und glich nach einem starken Zuspiel von Clemens Fandrich mit seinem neunten Saisontor aus. Kurz vor der Pause hätte der Torjäger seine Farben nach einer schönen Flanke von Calogero Rizzuto per Kopf sogar in Führung bringen können. Der Ball landete aber knapp neben dem rechten Pfosten.
Nach dem Seitenwechsel spielten beide Mannschaften mit viel Zug zum gegnerischen Tor. Allerdings gingen die Gäste einfach abgezockter zu Werke. Zweite Chance, zweites Tor. Niclas Füllkrug hatte über links viel Platz zum Flanken, bediente den heraneilenden Harnik, der locker aus sechs Metern einschieben konnte (56.). Danach hatte Hannover leichtes Spiel gegen hausbackene Angriffe der Veilchen. Es fehlte wie schon in Nürnberg an zündenden Ideen, um die früh anlaufende 96er Defensive mit dem herausragenden Sané in Verlegenheit zu bringen. Und je länger das Spiel dauerte, desto hektischer wurden die offensiven Aktionen. Mario Kvesics Kopfball (80.), nach einer weiteren Rizzuto-Flanke, war bis zum befreienden Ausgleichstreffer von Dimitrij Nazarov, der einfach mit rechts aus 20 Metern die Kugel aufs Tor jagte und zur Glückseligkeit aller leicht abgefälscht im langen Eck einschlug, seit langem ein Highlight. So erlöste aber der frisch gebackene Acht-Tore-Mann nicht nur seinen Trainer, der seine Ungeschlagenen-Heimserie ausbauen konnte, sondern ließ das auf Heimseite ausverkaufte Erzgebirgsstadion in der Nachspielzeit der Nachspielzeit beben. Es war das vierte Spiel in der Saison, in denen die Veilchen einen Rückstand wenigstens zu einer Punkteteilung retten konnten. Und das gegen einen Gegner, welcher in 18 Spielen, in denen geführt wurde, 16-mal als Sieger vom Platz ging. Heuer gab es für Hannover im Erzgebirge das zweite Remis in besagter Statistik. Aue kann eben nicht jeder.

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