
Die Heimspielpremiere von Hannes Drews fiel aber mal so richtig ins Wasser. Mit 0:3 verlor seine Elf gegen den Aufsteiger aus Kiel - das völlig verdient und vielleicht ein Dämpfer zur rechten Zeit. Gegen den nun mit 13 Zähler profitabel ausgestatteten Tabellenführer fehlte es vor allem geistiger Frische sowie spielerische Ideen. “Fünf bis zehn Prozent” hätten laut dem neuen Mann an der Seite gefehlt. Der Gast aus dem Norden bestimmte demzufolge von Beginn an die Szenerie. Mühling hatte schon in der 3. Minute die Führung auf dem Fuß, ehe er wenig später mit einem platzierten Rechtsschuss erfolgreich abschloss (15.). Von diesem Rückstand konnten sich die Veilchen nur spärlich erholen. Es dauerte bis zur 37. Minute, ehe die 8.000 Zuschauer die erste nennenswerte Torchance der Auer miterlebten durften: Christian Tiffert trat einen Freistoß scharf in die Mitte, wo Innenverteidiger Fabian Kalig den Ball an den linken Pfosten köpfte. Wie gesagt, bis dahin zeigte sich Aue beeindruckt um des rotzfrechen Auftretens der Störche, war in den Zweikämpfen nicht präsent und lief oft nur hinterher. So auch beim zweiten Tor der Gäste. Bei einer Schindler-Hereingabe sprang Calogero Rizzuto unter dem Ball durch, der dahinterstehende Lewerenz bediente den völlig blanken Ducksch (41.), der das Leder aus gut 16 Metern humorlos in den Winkel drosch.
Nach dem Seitenwechsel änderte sich nichts am Spielgeschehen. Die Mannschaft in lila-weiß zeigte sich bemüht, aber nicht wirklich gefährlich. Es fehlte an Kreativität und an Bewegung ohne Ball. Hinzu kamen Fehler in der auffällig fahrigen Hintermannschaft. Einen Ruhepol im Aufbauspiel suchte man heuer vergebens. Als dann Ducksch einen Patzer von Verteidiger Dominik Wydra zu seinem fünften Saisontor, welches für Keeper Martin Männel an diesem Abend ebenfalls unhaltbar war, nutzen konnte (78.), war die Messe gelesen und zahlreiche Zuschauer auf der Haupttribüne verließen fluchtartig die Baustelle. “Kiel hat uns den Schneid abgekauft, das darf uns zu Hause nicht passieren. Es ist ein Warnschuss. Jeder weiß, dass wir wieder mit diesen Tugenden rangehen müssen”, erklärte Hannes Drews mit Blick auf die weiteren Spiele in der englischen Woche, wo “Intensität, Zweikampfstärke und Mentalität” gefordert sind.
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