
Den bis dato einzigen Punktgewinn nach einem Rückstand gab es in dieser Spielzeit für den FC Erzgebirge Aue am 12. Spieltag. Ansonsten gingen alle Partien, in denen die Veilchen zurücklagen, verloren. Demnach passierte heute bedeutsames, als ein 0:2-Rückstand noch zu einer Punkteteilung gedreht und zum vierten Mal in dieser Saison mehr als nur ein Tor geschossen wurde. Dabei sah es nach 25 gespielten Minuten nicht so aus, dass die auf einer Position veränderte Drews-Elf überhaupt etwas Zählbares aus dem hohen Norden mitnehmen sollte. Vor 9.702 Zuschauern gingen die Kieler durch Tore von Ducksch (12.) und Drexler (25.) in Führung. Auch die frühe Auswechslung von Sören Bertram, der verletzungsbedingt für Ridge Munsy Platz machte (13.), passte in die verkorkste Anfangsphase, in denen die Hausherren mit neun sieglosen Spielen im Gepäck klar den Ton angaben. Mit 65 Prozent Ballbesitz im ersten Durchgang spielten quasi nur die Störche. Lila-Weiß fand überhaupt nicht statt, hatte keinen Zugriff zum Spiel und auch keine Torchancen. Nach einer Ecke fiel der Treffer daher wie aus dem Nichts: Eine Bogenlampe von Dennis Kempe wollte Kiels Torwart Kronholm auffangen, wurde dabei aber vom nachsetzenden Malcolm Cacutalua im Fünfmeterraum gestört. Aus den Händen des Keepers fiel der Ball auf den Boden und Aues Innenverteidiger schob ihn über die Linie (36.). Die Pfeife von Schiedsrichter Daniel Schlager blieb zum Glück für den FCE stumm. Keine 100 Sekunden später zappelte die Kugel erneut im Netz. Torschütze: Malcolm Cacutalua, der einen weiten Tiffert-Freistoß ideal per Kopf erwischte und so das Spielgerät unhaltbar ins lange Toreck versenkte.
Mit dem Ausgleich und dem 200. Auswärtstor der Veilchen in der 2. Bundesliga wurde der bisheriger Spielverlauf auf den Kopf gestellt. Das brachte die bis dahin dominant aufspielenden Holsteiner aus dem Konzept. Nach dem Seitenwechsel war die Partie deutlich ausgeglichener, weil Aue besser in die Zweikämpfen gefunden hatte. Mit knapp 53 Prozent gewonnener Eins-zu-Eins-Situationen hatten die Veilchen hier knapp die Nase vorn. Erst gegen Ende der Partie und dem Auslassen einiger Auer Möglichkeiten von Ridge Munsy (48.), Dimitrij Nazarov (52. / 74.) und Dominik Wydra (57.) erhöhte Kiel noch einmal den Druck, stand nun deutlich höher und versuchte die Gäste aus dem Lößnitztal in deren Hälfte zu drängen. Ein Ducksch-Freistoß (68.) berührte die Latte, ein Fernschuss des eingewechselten Besuschkow (85.) wurde von Torwart Martin Männel noch gerade so über das Tor gelenkt. Ein Sieg wäre für beide Teams somit drin gewesen, doch durch mangelnde Chancenverwertung blieb es bei der Punkteteilung, womit Aue und Kiel weiter auf ihren ersten Rückrundensieg warten müssen.
Spielbericht
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