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FC Erzgebirge Aue - Holstein Kiel 'Befreiungsschlag darf keine Eintagsfliege sein'

Ob nun Können, viel Dusel, günstige Umstände oder ein glückliches Händchen - es war am gestrigen Samstagnachmittag von allem etwas dabei. Wichtig sind aber einfach die drei Punkte, die mit einem 2:1-Heimerfolg gegen Holstein Kiel vor 7.500 Zuschauern gefeiert werden konnten. Nach der öffentlichen Kritik von Vereinspräsident Helge Leonhardt an der Aufstellung in den zwei verloren gegangenen Partien gegen den SV Sandhausen und beim SV Paderborn setzte Cheftrainer Daniel Meyer gegen Kiel wieder seine erfahrenen Spieler. “Es wird darauf ankommen, dass wir unsere Zuschauer mit einem Feuerwerk an Offensive auf unsere Seite ziehen. Wir wollen den Fans das Gefühl geben, dass wir von Anfang an wach und präsent sind”, lautete die kämpferische Ansage von Mittelfeldakteur Clemens Fandrich im Vorfeld der Partie. Die nun auf Platz 13 befindlichen Veilchen hielten Wort, machten von Beginn an Druck und hatten durch Sören Bertram (4.) eine gute Chance zur schnellen Führung. Doch sein Distanzschuss aus gut 20 Metern lenkte KSV-Keeper Kronholm mit den Fingerspitzen noch über die Latte. Auch Sturmpartner Pascal Testroet scheiterte nur zwei Minuten später allein zulaufend am Kieler Torhüter. Leider verfiel die Meyer-Elf danach wieder in alte Muster, spielte des Öfteren den Pass nach hinten. Unter diesen Umständen kamen die zuletzt siegreichen Kieler besser in die Parte, hatten mehr Ballbesitz, blieben offensiv aber viel zu harmlos, sodass die Auer Defensive sicher stand. Zumindest bis kurz vor der Halbzeitpause, denn wie aus dem berühmten Nichts brachte Kiels Mühling nach einem doppelten Doppelpass mit Lee seine Farben mit der ersten guten Möglichkeit in der 41. Minute in Führung.
Der gemeine Fan hoffte nun, dass, wie zuletzt mehrfach geschehen, der zweite Durchgang besser bei Aue laufen wird. Die lila-weißen Bemühungen waren da, allerdings fehlte es trotz einer kämpferisch anspruchsvollen Leistung an der nötigen Präzision im Abschluss. Daniel Meyer reagierte und brachte mit Mario Kvesic (63.) und Emmanuel Iyoha (69.) frischen offensiven Wind. Eine Entscheidung, die sich auszahlen sollte. Nach Zuspiel von Sören Bertram setzte Emmanuel Iyoha beherzt am Sechzehner zum Dribbling an, ging bis zur Grundlinie und erzielte von dort per Linksschuss unter gütiger Mithilfe von Holsteins Keeper, der die kurze Ecke dankend aufließ, den Ausgleich (72.). Nun war Feuer drin! Das Publikum war da und die Veilchen erhöhten nochmals die Schlagzahl, was Schindler gegen Clemens Fandrich ebenfalls tat und mit Gelb verwarnt wurde. Nur 120 Sekunden später schickte Schiedsrichter Michael Bacher den Kieler mit der Ampelkarte vom Platz (84.). Schindler hatte einen Freistoß der Auer mit dem Arm abgewehrt. Trotz Überzahl zeichnete sich das Unentschieden aber immer mehr ab, doch dann schlug der kurz zuvor eingewechselte Dimitrij Nazarov in der ersten Minute der Nachspielzeit zu und erzielte den Siegtreffer für den FC Erzgebirge, der nun auf insgesamt drei Siege, ein Unentschieden und fünf Pleiten kommt und zum zweiten Mal in dieser Saison einen Rückstand in einem dreifachen Punktgewinn ummünzen konnte. In zwei Wochen tritt Aue bei der SG Dynamo Dresden an und man kann nur hoffen, dass der Befreiungsschlag trotz Können, viel Dusel, günstige Umstände oder ein glückliches Händchen keine Eintagsfliege war. “Wir haben einen kleinen Schritt gemacht, dürfen deshalb aber nicht ausflippen”, weiß auch Dimitrij Nazarov, der mit seinem 2. Saisontreffer als Joker überzeugte, die Situation richtig einzuschätzen: “Wir müssen uns in den nächsten Tagen ordentlich auf die Partie bei Dynamo vorbereiten. Dort haben wir ohnehin etwas gutzumachen”, erinnert sich der Stürmer nur ungern an das Gastspiel in der vergangenen Saison. Mit 0:4 war der FC Erzgebirge im Dezember 2017 in Dresden förmlich untergegangen. Das soll sich am 19. Oktober 2018 nicht wiederholen.

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