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Dynamo Dresden - FC Erzgebirge Aue 'Hin- und hergerissen'

Erst zweimal ging der FC Erzgebirge Aue in dieser Saison in Führung und nur einmal brachten die Veilchen den Vorsprung auch ins Ziel. Denn gestern gegen Dynamo Dresden klappte dieses Vorhaben nicht. Die zweite 1:0-Führung in dieser Spielzeit wurde nur 120 Sekunden später egalisiert, sodass am Ende im Prestigeduell eine Punkteteilung, die zweite für den FCE, zu Buche steht. Vor 30.769 Zuschauern im ausverkauften Rudolf-Harbig-Stadion ging Aue durch Philipp Riese in der 24. Minute in Führung. Im direkten Gegenzug glich Koné (26.) mit seinem fünften Saisontor für Dynamo aus. Ob nun ein Punkt gewonnen oder zwei verloren muss jeder mit sich selbst ausmachen. Für ein Großteil der Auer Anhänger war es aufgrund der etwas abgenötigten Hämmer nach dem Spiel jedenfalls ein gewonnener Punkt im schwarz-gelben Feindesland. Schon zu Beginn der Partie präsentierte der prallgefüllte Gästeblock mit lila-weißer Glitzerfolie und einem Dutzend Blinker den perfekten Rahmen für die emotionale Begegnung. Ihre Farben auf dem Grün legten sich ebenfalls gleich ins Zeug und agierten kämpferisch nach vorne. Waren Jan Hochscheidts (4. / 12.) und Clemens Fandrichs (20.) Versuche noch überhastet, so agierte der an seine alte Wirkungsstätte zurückgekehrte Pascal Testroet nur vier Minuten später mit viel Ruhe und Übersicht, bediente den durchgelaufenen Philipp Riese, der aus 14 Metern zwar erst den linken Innenpfosten traf, die Kugel dann aber mit viel Effet knapp neben dem rechten Pfosten im Netz einschlug.
Die Freude war riesig, hielt allerdings nur ganze zwei Minuten: Nikolaou luchste Emmanuel Iyoha, der heuer den Vorzug vor Sören Bertram bekam, den Ball ab, spielte zu Aosman, der wiederum Koné steil schickte. Nicolai Rapp konnten den schnellen Stürmer nicht mehr stoppen und musste dann noch mit ansehen, wie auch Martin Männel gegen den Flachschuss ins lange Eck keine Abwehrchance mehr hatte. Bis zur Halbzeit witterten die zuvor noch schwach aufgetretenen Hausherren nun Morgenluft, erhöhten den offensiven Einsatz und rückten weit auf. So hatte der FCE zwar viel Defensivarbeit zu leisten, bekam aber auch den Platz für Konter, den Jan Hochscheidt kurz vor dem Pausentee einfach hätte nutzen müssen. Nach feinem Zuspiel von Pascal Testroet stand der Blondschopf alleine vor SGD-Keeper Schubert, scheiterte an der starken Fußabwehr des Schlussmanns (44.).
Acht Minuten nach Wiederbeginn kippte das Spiel - Schiedsrichter Robert Schröder zog zum dritten Mal an diesem Abend die Gelbe Karte. Blöd nur, dass Nicolai Rapp, der Dynamos Möschl kurz vor dem Sechzehner zu Fall brachte, diese bereits zum zweiten Mal gezeigt bekam und mit der Ampelkarte vom Feld musste. In Überzahl erhöhte Dresden den Druck, doch Aue erkämpfte sich mit Leidenschaft den verdienten Punkt. Wie gesagt, es war alles dabei: gute Stimmung auf den Rängen, packende Zweikämpfe, schön herausgespielte Tore, zahlreiche Nickligkeiten, hektische Phasen samt Rudelbildung und Platzverweis. Nur das Ergebnis scheint etwas bieder. “Ich kann meine Gefühlslage noch gar nicht richtig sortieren, ganz tief drin bleibt Enttäuschung”, sagte Daniel Meyer, der sicherlich auch den liegengelassen Chancen vor allem in Halbzeit eins nachtrauert. Dennoch, finden einer der Freistöße von Heise (54.) sowie Hamalainen (85.) oder der Drehschuss von Benatelli (68.) ihr Ziel, steht man mit leeren Händen da. So ist man etwas hin- und hergerissen.

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