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VfL Bochum - FC Erzgebirge Aue 'Nein, Fußball war das nicht'

Exakt drei Torschüsse haben die Veilchen in ihrem Auswärtsspiel beim VfL Bochum abgegeben. Einer davon zappelte vor 17.012 Zuschauern im Netz der Bochumer. Äußerst effektiv könnte man meinen. Doch wenn schlussendlich der Gegner in 18 Versuchen dann einen Treffer mehr markieren konnte, reicht das eben nicht. So steht der FC Erzgebirge am Ende mit leeren Händen da und hat erstmalig in dieser Saison ein Spiel nach eigener Führung komplett aus der Hand gegeben. “Die verdiente Niederlage hat aber nichts mit der taktischen Ausrichtung zu tun, sie hat mentale Gründe. Gerade nach dem verschossenen Elfmeter von Bochum dachten wohl alle, heute kriegen wir keins. Dann stehst du noch tiefer, machst nichts mehr nach vorn, weil du einfach nur verteidigen willst”, analysierte Chefcoach Daniel Meyer die dritte Niederlage am Stück. Doch wenn man einen Stürmer zur Halbzeitpause für einen Außenverteidiger draußen lässt, setzt man als Trainerteam ebenfalls gewisse Signale an seine Mannschaft, eben jenen, zum Ende hin bröckeligen Beton anzurühren. Den Jungs auf dem Grün kann man unter diesen Umständen keinen Vorwurf machen. Aggressiv und körperbetont wurde versucht, der Bochumer Offensive konsequent entgegenzuwirken. Kein wirklicher Leckerbissen, da oft nur reagiert wurde. Agiert haben die Veilchen eigentlich nur zwei Minuten lang. Nach der starken Parade vom zurückgekehrten Keeper Martin Männel gegen Weilandts Schrägschuss setzte kurz darauf Nicolai Rapp den 19-jährigen Debütanten Florian Krüger in Szene. Der von der Knappenschmiede aus Schalke ins Erzgebirge gewechselte Youngster war nach einem Kopfball-Doppelpass mit Jan Hochscheidt auf und davon, legte mit viel Übersicht dann quer zu Pascal Testroet, der sich im Anschluss die Chance nicht nehmen ließ und den Konter mit seinem vierten Saisontreffer abschloss (2.).
Was folgte waren Maurerarbeiten den besonderen Art. Nach dem sehr guten Start begann Aue prompt auf Zeit zu spielen, überließ den Hausherren das Objekt der Begierde. Viel anzufangen mit dem Ballbesitz wussten die Mannen von Robin Dutt aber auch nicht, da die Veilchen trotz frühzeitiger Umstellung im Abwehrverbund (Steve Breitkreuz ging nach einem Luftkampf angeknockt vom Platz) wenig zuließen. Das reichte - vorerst. Denn wie schon geschrieben, ließ der FCE-Coach in der Halbzeit Torschütze Pascal Testroet in der Kabine und setzte fortan mit Verteidiger Fabian Kalig auf eine Neun-Mann-Mauer plus Stürmer Florian Krüger. Bochum blieb somit am Drücker und traf. Doch Hinterseer, der den vermeintlichen Torschützen Tesche bedient hatte, stand bei Saglams Freistoß-Flanke im Abseits. Kein Tor, eine korrekte Entscheidung (52.). Nach exakt einer Stunde folgte dann der laut Daniel Meyer Knackpunkt im Spiel. Dennis Kempe rempelte ungestüm Weilandt im Strafraum um, den fälligen Elfmeter knallte Hinterseer an den rechten Pfosten - aber der Ausgleich war nur eine Frage der Zeit. Bochum lief immer wieder an, erzwang gewissermaßen das 1:1. Über viel Gewusel im Strafraum fiel die Kugel direkt vor die Füße von Weilandt, der die Pille aus zehn Metern auch noch versenkte (73.). Jetzt erst Recht, dachte sich der VfL und vernichtete die Hoffnung für Aue, wenigstens einen Punkt mitzunehmen, mit der letzten Aktion der Partie: Nach einer Flanke von rechts legte Ganvoula per Kopf quer. Weilandt, völlig frei am Fünfereck stehend, nahm den Ball mit der Brust an und und zirkelte das Ding links oben in den Knick (90.+3).

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