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FC Erzgebirge Aue - MSV Duisburg 'Veilchen zeigen sich erneut als Samariter'

Da war nun alles angerichtet: bestes Fußballwetter, den Tabellenletzten mit der schlechtesten Defensive zu Gast und überdies auch noch den Pauli-Auswärtssieg im Rücken. Doch viel geholfen hat es nicht. Selbst meine krankheitsbedingte Abwesenheit erwies sich nicht als ausschlaggebendes Pfund. Gegen Vereine aus dem Tabellenkeller fehlt Aue anscheinend die nötige Geilheit etwas mehr zu Tun. Oder wie es die Erzbrigade mit einem Banner auf den Punkt brachte: ‘Wir mausen die Punkte von den Reichen und verteilen sie an die Armen!?’ Die Nullnummer gegen den MSV Duisburg war jedenfalls Rasenschach der Rubrik, muss man nicht noch einmal sehen. Auch der hitzige Schlussakkord, der von den 8.100 Zuschauern wohl hätte eher erfolgen können, entschuldigte die zuvor erbrachte Darbietung nur minimal. Zwingende Chancen waren auch aufgrund vieler leichtfertiger Ballverluste und das Ausbleiben des finalen Passes rar gesät. Vielmehr sorgten Standardsituationen für etwas Torannäherung. Robert Herrmanns 22-Meter-Freistoß aus zentraler Position war so ein Highlight. Doch MSV-Keeper Wiedwald hatte den Ball im Nachfassen (23.), was seinem Gegenpart fünf Minuten zuvor fast zum Verhängnis wurde, als Kapitän Martin Männel die Kugel aus den Armen rutschte und mit viel Glück der Duisburger Nielsen nichts daraus machen konnte. Nach den Möglichkeiten von Emmanuel Iyoha (30.) und Souza (34.) ging es in die Pause.
Doch auch nach der Kabinenpredigt fehlte einfach ein Tor als Dosenöffner, egal auf welcher Seite. Nach 66 gespielten Minuten bekam die Lieberknecht-Elf dazu Gelegenheit - die bis dato Beste im Spiel. Nach Wolzes gechippten Freistoß und Bomheuers Kopfballweiterleitung stand Fröde am Elfmeterpunkt völlig frei, setzte direkt zum Seitfallzieher an. So stark das MSV-Zusammenspiel, so sehenswert auch die Reaktion von Martin Männel, der das Geschoss aus dem linken Giebel kratzte. Wie schon erwähnt, ging es dann in die turbulenten Schlussminuten. Eingeleitet von Jan Hochscheidts Doppelversuch, dessen Schuss erst von der Strafraumgrenze zur Ecke abgefälscht wurde und dann im Anschluss der Blondschopf aus zwölf Metern seinen Meister im Duisburger Schlussmann fand (80.), hinterließ die Aktion vom eingewechselten Dimitrij Nazarov nur noch argwöhnisches Staunen. Herrlich vom ebenfalls eingewechselten Florian Krüger freigespielt, jagte der aserbaidschanische Nationalspieler die Kugel aus sechs Metern mit links über den leeren Kasten (85.). Gleich darauf sorgte der Platzverweis von Fröde, der Jan Hochscheidt Höhe Mittellinie mit gestrecktem Bein wegholzte, zwar nummerisch für Aues Überzahl, allerdings gehörte dem Gast die letzte Möglichkeit im Spiel: Stoppelkamps Knaller aus 18 Metern konnte Aues Schlussmann nur noch zur Seite wegfausten, Souza setzte nach und sein Schuss trudelte vom ersten zum zweiten Pfosten und dann knapp am Tor vorbei (90.+2). Der Angstgegner, nur zwei der acht Heimspiele konnten die Veilchen gewinnen, nahm somit einen Punkt mit aus dem Erzgebirge, bleibt aber weiterhin Schlusslicht der Tabelle. Der FCE hingegen rangiert mit 26 Punkten und damit neun Zählern vor den direkten Abstiegsrängen auf Platz 12. Am Mittwoch kommt es dann zum Nachholer gegen die Kölner. Da bedarf es schon eine Leistungssteigerung, um überhaupt etwas Zählbares in der Hand zu halten.

Spielbericht


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